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Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation

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Bibliographic data

fullscreen: Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation

Monograph

Identifikator:
1691008664
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102409
Document type:
Monograph
Author:
Aereboe, Friedrich http://d-nb.info/gnd/118647172
Title:
Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Parey
Year of publication:
1926
Scope:
28 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Agrarkrisis und landwirtschaftliche Betriebsorganisation
  • Title page

Full text

Den Preisabbau muß man bei den zu hoch bezahlten 
Menschen und bei der Ausschaltung entbehrlicher, zu wenig 
leistender Menschen bewirken. Ein Preisabbau bei den Waren zeigt 
von einer allzu wenig komplizierten Auffassung der Zusammenhänge im 
Wirtschaftsleben. 
Wir leiden heute ganz allgemein an einer Unterproduktion einerseits 
und einem Uberkonsum andererseits. Hohe Preise sind aber der erste Anreiz 
zur Mehrproduktion und der Zwang zum Minderverbrauch. Niedrige 
Preise mit vermindertem Konsum lassen sich nur in der Zwangswirtschaft 
vereinigen, und auch hier nur unter der Voraussetzung, daß man eine solche 
auch durchführen kann, was natürlich im Frieden noch viel weniger ge- 
lingen kann als im Kriege. 
Ebenso töricht wie der Ruf nach einem Preisabbau ist auch der nach 
einem Abbau der Arbeitslöhne. Bei steigenden Kosten der Lebenshaltung 
ist ein solcher nicht möglich und nicht zulässig. Zulässig und möglich ist 
nur eine Minderung der Arbeitskosten pro Einheit des erzeugten Produktes. 
Eine solche Minderung der Stückkossten ist zu erzielen nur durch erhöhte 
Leistungen aller in Betracht kommenden Arbeitskräfte. Entscheidend sind 
dabei vornehmlich diejenigen Arbeitskräfte, welche den ganzen Arbeitsprozeß 
rationalisieren können, und das sind die geistigen Arbeite. Mehrarbeit 
und rationellere Arbeit aller sogenannten gebildeten Stände 
muß also der Haupthebel sein, der aus den Nöten der Zeit all- 
mählich heraushelfen kann. 
Andererseits darf auch der Arbeiterstand nicht hoffen, durch erhöhte 
Geldlöhne seine Lage bessern zu können, solange die Möglichkeiten der Be- 
schäftigung nicht wachsen. Auch bei Löhnen, welche durch Tarife fixiert 
sind, steigt und fällt das Einkommen des ganzen Arbeiterstandes mit den 
Besschäftigungsmöglichkeiten. Sinken sie, so behalten zwar die noch in voller 
Arbeit stehenden Arbeiter ihren Lohn, es wächst aber die Zahl der Kurz- 
arbeiter und der Arbeitslosen. Früher sanken bei abfallender Arbeits- 
gelegenheit die Löhne aller Arbeiter und es wurde mehr und billiger ge- 
arbeite,, um das Einkommen hoch zu halten. Damit stieg dann die 
Konkurrenzfähigkeit der hergestellten Waren und folgend auch das Einkommen 
der Arbeiter wieder. Heute dagegen fehlt es in den Unternehmungen zum 
großen Teile an den Möglichkeiten, die Konkurrenzfähigkeit ihrer Waren bei 
stockendem Absatze durch Verbilligung derselben zu steigern. Sinkende Waren- 
preise der Industrievrodukte mit Absatzstockungen führen heute eben viel 
schneller zu einer Einschränkung der Produktion und damit zu einem teil- 
weisen Leerlauf der Fabrikanlagen, weil der Unternehmer nicht die Möglich- 
keit hat, durch Reduktion der Löhne die Warenpreise zu senken und den 
Absatz dadurch zu steigern. Darum ist das ganze Tarifwesen meiner Uber- 
10
	        

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Agrarkrisis Und Landwirtschaftliche Betriebsorganisation. Parey, 1926.
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