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Die politische Ökonomie des Rentners

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Bibliographic data

fullscreen: Die politische Ökonomie des Rentners

Monograph

Identifikator:
1727871073
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105553
Document type:
Monograph
Author:
Bucharin, Nikolaj Ivanovič http://d-nb.info/gnd/118516574
Title:
Die politische Ökonomie des Rentners
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verl. für Literatur und Politik
Year of publication:
1926
Scope:
[2] Bl., 194 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Die methodologischen Grundlagen der Grenznutzentheorie und des Marxismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die politische Ökonomie des Rentners
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die bürgerliche Nationalökonomie nach Marx
  • I. Kapitel. Die methodologischen Grundlagen der Grenznutzentheorie und des Marxismus
  • II. Kapitel. Die Werttheorie
  • III. Kapitel. Die Werttheorie (Fortsetzung)
  • IV. Kapitel. Die Profittheorie
  • V. Kapitel. Die Profittheorie (Fortsetzung)
  • Schluss
  • Index

Full text

Der Gesichtspunkt der Produktion u. d. Gesichtspunkt der Konsumtion 57 
3. DER GESICHTSPUNKT DER PRODUKTION UND DER GESICHTSPUNKT 
DER KONSUMTION 
„Die erste theoretische Behandlung der modernen Produk- 
tionsweise — schreibt Marx — ...ging notwendig aus von den 
oberflächlichen Phänomenen des Zirkulationsprozesses... Die 
wirkliche Wissenschaft der modernen Oekonomie beginnt erst, wo 
die theoretische Betrachtung vom Zirkulationsprozeß zum Pro- 
duktionsprozeß übergeht‘.‘““ Umgekehrt macht Böhm-Bawerk und 
die gesamte Österreichische Schule die Konsumtion zum Aus- 
gangspunkt ihrer Analyse. 
Während Marx die Gesellschaft vor allem als „Produktions- 
organismus‘® und die Wirtschaft als „Produktionsprozeß‘‘ be- 
trachtet, tritt die Produktion bei Böhm-Bawerk völlig in den 
Hintergrund; an erster Stelle steht bei ihm die Analyse der Kon- 
sumtion, der Bedürfnisse und Wünsche des Wirtschaftssub- 
von Normen, von deren Standpunkt aus die ökonomische Wirklichkeit be- 
trachtet wird, und die Ethik als eine Tatsache, die in Zusammenhang mit der 
Tatsache der ökonomischen Erscheinungen steht. Von der politischen Oeko- 
nomie als einer ethischen Wissenschaft im ersten Falle zu sprechen, würde 
nichts geringeres bedeuten, als diese Wissenschaft in Rezepte zu verwandeln; 
wollte man im zweiten Falle dem Beispiel Stolzmanns folgen, so könnte man 
auch mit demselben Recht von der politischen Oekonomie als von einer 
philologischen Wissenschaft sprechen, und zwar wäre der „zureichende Grund“ 
dafür der, daß die Erscheinungen der Sprache ebenfalls in einem Zusammen- 
hang mit dem Wirtschaftsleben stehen. Wie groß die Abgeschmacktheit der 
„Ethik“ der Herren „Kritiker“ mitunter ist, zeigt z. B. folgende Stelle: „Der 
Lohn bedeutet eine moralische Größe“ (S. 198, Sperrdruck vom Ver- 
fasser). Er wird nicht nur durch Sitte und Recht bestimmt, „sondern auch 
durch die Stimme des Gewissens und den Zwang von innen, d. h. durch den 
eigenen Imperativ des Herzens“ (S. 198). Aehnliche sauersüße Betrachtungen 
begegnen uns noch mehr (vgl. S. 199, 201 u. a.). Der „praktische Verstand‘ 
des Herrn Stolzmann veranlaßt ihn, die Menschen vor der Umarmung des 
Sozialismus zu schützen (siehe S. 17). Zu diesem Zweck ist er nicht abgeneigt, 
auch Demagogie zu treiben: „Freilich‘‘ — führt Stolzmann gegen die Marxisten 
aus — „ist es bei weitem einfacher und minder verantwortlich, sich auf die 
Diskreditierung des Bestehenden zu beschränken und, indem man den Hun- 
gernden Steine statt Brot bietet, sie auf die kommende Umwälzung zu ver- 
trösten ... Doch wird der Arbeiter nicht warten wollen‘ usw. — Dieses 
Gewäsch ist dem Herrn Geheimrat anscheinend auch vom „Imperativ des 
Herzens“ diktiert worden. Insoweit Stolzmann interessant ist, ist er mit der 
Marxschen Theorie und Methode verbunden; dagegen kann seine überaus ge- 
Schwollene Ethik nur noch die Herren Bulgakow, Frank und Tugan-Bara- 
nowsky locken. 
% Karl Marx: „Kapital“, Bd. 11,1. Teil; S. 321.
	        

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Die Politische Ökonomie Des Rentners. Verl. für Literatur und Politik, 1926.
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