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Die landwirtschaftlichen Zölle

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Bibliographic data

fullscreen: Die landwirtschaftlichen Zölle

Monograph

Identifikator:
1733889647
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-108562
Document type:
Monograph
Author:
Walter, Alex http://d-nb.info/gnd/120611945
Engel, Hans http://d-nb.info/gnd/1011980991
Title:
Die landwirtschaftlichen Zölle
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Dt. Schriftenverl.
Year of publication:
1926
Scope:
111 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Übersicht der geltenden Zollsätze für den 1.Abschnitt des Zolltarifs. (Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und andere tierische und pflanzliche Erzeugnisse; Nahrungs- und Genußmittel)
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 423 
sischen Bauer zu bewundern. Die hauptsächlichsten Vorteile, die 
Stuart Mill dem kleinen Besitz zuschreibt, sind die Neutralisation 
der Ungerechtigkeiten der Bodenrente durch ihre Zersplitterung, der 
Schutz der unabhängigen Produktion gegen ein Versinken in die 
Lohnarbeit, die Entwicklung der individuellen Initiative und der 
Intelligenz der Bauern, und hauptsächlich der energische Zügel, den 
sie dem natürlichen Streben nach einer unüberlegten Bevölkerungs 
vermehrung anlegt. 
Man muß darauf hinweisen, daß Stuart Mill seine Vorliebe 
für den kleinbäuerlichen Besitz — für die herrliche französische 
Bauernschaft, „the beautiful French peasantry“ wie man sie 
seitdem genannt hat — der ganzen radikalen Partei in England ein 
geimpft hat. Die Gesetze, die in England seit dem Ende des 
19. Jahrhunderts fortlaufend gegeben worden sind, um mitten in den 
großen Latifundienbezirken Inseln des Kleinbesitzes zu schaffen 
(Small Holding Acts), sind seinem Einfluß zuzuschreiben. 
3. Schließlich lehnt sich Stuart Mill nicht weniger stark als 
gegen die Bodenrente auch gegen das alte Erbrecht auf, das Eeich- 
tümer an solche gibt, .die sie nicht erzeugt haben. — Wie wir gesehen 
haben, machte Senior hier keine Unterscheidung, sondern faßte beides 
unter demselben Namen „Rente“ zusammen. — Das Erbrecht erschien 
Stuart Mill dem wohlverstandenen individualistischen Prinzip ebenso 
sehr zuwiderzulaufen wie die Bodenrente und sogar im Gegensatz zu 
dem Gesetz der freien Konkurrenz zu stehen, da es die Konkurrenten 
unter durch und durch ungleichen Bedingungen kämpfen läßt. Hierin 
unterliegt Stuart Mill, was er auch nicht verbirgt, dem Einfluß der 
Saint-Simonisten und ihrer Verachtung für den „Zufall der Geburt“. 
Jedoch stieß er hier, soweit die testamentarische Erbfolge in 
Betracht kommt, auf eine große Schwierigkeit: denn das freie Ver 
fügungsrecht über seinen Besitz zu Lebzeiten, und sogar nach dem 
Tode ist vielleicht der hervorragendste Ausdruck der Individualität, 
bei weitem der Lohnarbeit vorzuziehen ist . . . Aber der Zweck des Fortschrittes 
ist nicht nur der, die Menschen in eine Lage zu versetzen, in der sie ohne einander 
anskommen können, sondern ihnen zu gestatten, zusammen unter gegen 
seitigen Beziehungen zu arbeiten, die keine Abhängigkeits 
beziehungen sind“ (B. IV, Kap. 7, § 4). 
Die dem ländlichen Kleinbesitz als wenigstens partielle Lösung der sozialen 
Frage zugesprochene Bedeutung ist übrigens keine Besonderheit Stuaet Mill’s. Ohne 
auf Sismondi zurückzugreifen, der, wie wir gesehen haben, sich viel damit beschäftigt 
hatte, wurde sie von Thoknton in England, in seinem Buch: Befürwortung des 
bäuerlichen Eigentums (1848) und von Hippolyte Passy in Frankreich in 
einem ausgezeichneten kleinen Buch: Des Systemes de culture (1852) ein 
dringlich empfohlen. Doch blieben die klassischen Yolkswirtschaftler mehr dem 
landwirtschaftlichen Großbetrieb günstig gesinnt: besonders Lavebgke, Essai sur 
l’Eeonomie rurale de 1’Angleterre.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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