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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

2 7 Kap. VI. Der Kapitalzins. 
N UNS Bevölkerung. Der Zinsfuß muß also, soweit sich die Wir- 
kung dieses Umstandes erstreckt, höher in jener als in’ dieser Wirtschaft 
stehen. Aus diesem Gesichtspunkt ist ein Vergleich der Zustände i 
Deutschland und Frankreich vor dem Kriege besonders lehrreich. 
„Der Fortschritt besteht aber nicht nur in einer Volksvermehrung 
sondern auch in einer verbesserten Bedürfnisbefriedigung, Wozu VO 
allem eine Vermehrung der dauerhaften materiellen Güter, also de 
festen Realkapitals, erforderlich ist. Es ist auffallend, in welchem Grade 
die technischen Fortschritte von einem immer ausgedehnteren Gebrauch 
von festem Realkapital bedingt sind. Die größten Errungenschafte 
der modernen Technik haben meistens ganz gewaltige Ansprüche an 
die Bindung von Kapital in festen Anlagen, Gebäuden usw. gestellt. Die 
Entwicklung geht noch heute in derselben Richtung und wird. aller 
ahrscheinlichkeit nach so fortfahren. Die genannten Errungenschafte 
sind ferner noch lange nicht allen Menschen in einem irgendwie gleich- 
äßigen Umfange zugute gekommen. In dieser Hinsicht bestehe 
noch große Ungleichheiten zwischen den verschiedenen sozialen Klassen 
sowie den verschiedenen Ländern. Die Herstellung von einigermaßen be- 
friedigenden Wohnungen für die großen Massen der Bevölkerung in 
den Ländern mit kälterem Klima wird noch ganz gewaltige Ansprüche 
auf Kapitaldisposition stellen. Unsere alten europäischen Länder sind 
wohl ziemlich reichlich mit den großen festen Transportanstalten und 
anderen, viel festes Realkapital erfordernden Anlagen der modernen 
Technik versorgt. Ehe aber alle anderen Länder, z. B. Südamerika, 
Afrika, China, in demselben Maßstab in den Besitz gleicher Vorteile 
gekommen sind, muß Kapital in einem Umfang beschafft werden, von 
dem man sich schwerlich eine richtige Vorstellung macht. 
Es gibt also noch einen sehr weiten Spielraum für einen Fort- 
schritt, der eine stärkere Verwendung von dauerhaften materiellen 
ütern erfordert1). Die beständig wachsende Nachfrage nach Kapital 
disposition zwecks Ausnutzung dauerhafter Güter ist in diesem Fort- 
schritt begründet und ist also mit tiefliegenden Eigentümlichkeiten 
unseres ganzen modernen Lebens auf das innigste verknüpft. 
Wie wird nun die so charakterisierte Nachfrage innerhalb der 
nötigen Grenzen beschränkt? Dies geschieht dadurch, daß für die 
apitaldisposition ein Preis bezahlt werden muß nämlich der Zins. 
Durch die Notwendigkeit, Zins nach einem bestimmten Zinsfuß zu be- 
ahlen, wird immer eine Menge von Möglichkeiten, menschliche Be- 
dürfnisse durch Verwendung dauerhafter Güter zu befriedigen, abge- 
schnitten. Die betreffende Nachfrage nach Kapitaldisposition ist also 
stark zusammengepreßt, besitzt eine bedeutende, Elastizität....Es ist 
+2) Über die Kräfte, die in dieser Richtung wirken, sowie auch über einige 
entgegenwirkende, aber entschieden schwächere Tendenzen siehe Näheres ‚Nature 
and Necessity_ of Interest‘, p. 96— 106, A 
>02
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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