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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

286 
Kap. VIII. Der Arbeitslohn. 
Streben hat dazu geführt, daß das Substitutionsprinzip bei der Behand- 
ung des Preisbildungsproblems in den Vordergrund gestellt wurde, un 
daß der Voraussetzung, daß der eine Produktionsfaktor den anderen 
kontinuierlich verdrängen kann, ein ungebührliches Gewicht beigelegt 
wurde. Von den Darstellungen der Lehrbücher, die diesem Gedanken 
gang folgen, bekommt man oft die Vorstellung, als ob die genannte 
oraussetzung eine notwendige Bedingung für die Bestimmtheit de 
reisbildungsproblems wäre. Wir müssen aber, wie schon früher be- 
merkt, an eine Preisbildungstheorie die Forderung stellen, daß sie 
in erster Linie einen ausschließlich vom Prinzip der Knappheit be- 
stimmten Preisbildungsprozeß, wo also insbesondere von der Möglich- 
keit einer Substitution abgesehen wird, zu erklären imstande ist. 
Gegen eine Theorie des Arbeitslohns, die auf dem Begriff der Grenz- 
produktivität aufbaut, muß ferner, wie überhaupt gegen jede Grenzpro- 
duktivitätstheorie, der Einwand geltend gemacht werden, daß die Grenz- 
roduktivität selbst keinen objektiv gegebenen Faktor-des Preisbildungs- 
roblems darstellt, sondern in Wirklichkeit eine der Unbekannten 
des Problems ist und mit den übrigen Unbekannten dieselbe Stellung 
innimmt. Solange wir unsere Betrachtungen auf einen bestimmten 
roduktionszweig, wo nur ein einziges Produkt hergestellt wird, be- 
chränken, ist es immerhin möglich, die Grenzproduktivität wenigstens 
als einen selbständig bestimmten Begriff aufzufassen. Das „Grenz- 
produkt‘‘ ist ein gewisser konkreter Teil des Gesamtprodukts. Wenn 
aber dieselbe Arbeit in mehreren verschiedenen Produktionszweiget 
erwendet wird, ist offenbar nicht einmal eine solche konkrete Auf- 
fassung des Grenzprodukts länger möglich. Die Grenzproduktivität muß 
in allen Produktionszweigen dieselbe sein und kann deshalb nur als 
in Anteil an den Preisen der verschiedenen Produkte aufgefaßt werden. 
Diese Preise werden aber u. a. durch die Bedingung bestimmt, daß die 
etrachtete Arbeit in allen verschiedenen Produktionszweigen den- 
selben Preis’ haben muß. Ihre Grenzproduktivität kann dann über- 
haupt nicht als etwas anderes definiert werden als eben dieser Preis. 
enn dieser Preis stellt eben den Beitrag der betreffenden Arbeit 
um Preise des Produkts dar. Der Satz, daß der Lohn von der Grenz- 
roduktivität der Arbeit bestimmt ist, verliert dann jeden selbständigen 
inn. AA 
Es ist schließlich auch zu beachten, daß das Zurückführen des 
rbeitslohns auf die Grenzproduktivität der Arbeit uns überhaupt 
einen Aufschluß gibt über die Abhängigkeit des Arbeitslohns von den 
Anstrengungen und der Tüchtigkeit der Arbeiter. Denn welche Wirkung 
eine Steigerung der Effektivität der Arbeit auf ihre Grenzproduktivität 
at, ist gewiß nicht von vornherein klar, sondern ist vielmehr eine 
Frage, die zum eigentlichen Kern des Lohnproblems gehört. Die Effek- 
tivität der Arbeit ist eben ein Begriff, dersich auf die technische Ver.
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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