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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Das Geld
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

$ 42. Die Probleme der Münzzirkulation. 57 
undurchführbar. Jede größere Abweichung vom Normalpreise ist 
immerhin als eine Unvollkommenheit der Goldwährung zu betrachten. 
Eine Abweichung nach oben ist gleichbedeutend mit einer Unvoll- 
kommenheit der umlaufenden Münzen, eine Abweichung nach unten 
it der Erhebung einer Prägegebühr. Jede Verminderung solcher Ab- 
eichungen bedeutet einen Fortschritt in der Richtung einer konsequent 
durchgeführten Goldwährung. 
Die Möglichkeit einer Variation des Goldpreises ist insofern theore- 
tisch bedeutungsvoll, als sie zeigt, daß die Preisskala auch bei einer 
Goldwährung eine selbständige Existenz hat, daß die Rechnungseinheit 
auch hier eine rein abstrakte Einheit, nicht etwa eine gewisse Gewichts- 
menge Gold ist. Das Primäre in der früheren deutschen Währung war 
die Markrechnung. Die ganze Preisbildung vollzog sich in dieser und 
sämtliche Zahlungsverpflichtungen wurden in derselben eingegangen. 
Die Einheit dieser Rechnung, die Mark, war eine selbständige Größe. 
Nur ist die Preisbildung in einer solchen Einheit dadurch begrenzt, daß 
sie nicht veranlassen darf, daß der Goldpreis über oder unter gewissen 
Grenzen sich bewegt. Die Variationen des Goldpreises in der Gold- 
währung haben auch praktische Bedeutung, wie sich beim Studium der 
internationalen Zahlungen zeigt ($ 61). ". 
Nachdem die Goldwährung schon im Anfang des neunzehnten Jahr- 
hunderts von England eingeführt war, gewann sie seit den siebziger 
ahren allgemeine Verbreitung, zunächst in den westeuropäischen 
Ländern, dann in der ganzen Welt. In gewissen Ländern hat man jedoch 
die volle Zahlungskraft des früheren Silbergeldes nicht vollständig auf- 
geben wollen. So z. B. in Frankreich, wo die silbernen Fünffrank- 
stücke als gesetzliches Zahlungsmittel mit voller Zahlungskraft be- 
halten wurden. Obwohl dieses Silbergeld nicht einlösbar war, behaup- 
tete es in der Hauptsache seine Parität mit dem Goldgeld, wenn auch 
bei Zahlungen nach dem Auslande meistens kleine Prämien für Gold- 
geld bezahlt wurden. Die Möglichkeit dieser Parität erklärt sich durch 
die Knappheit des Silbergeldes, das bei weitem nicht genügte, um den 
Zahlungsmittelbedarf zu decken. Wenn aber das Goldgeld immer in 
Anspruch genommen werden muß, richtet sich der Münzwert nach dem 
Metallwert der teueren Münze (vgl. unseren zweiten Satz über die 
Münzzirkulation). Eine Goldwährung, bei der in dieser Weise ein un- 
einlösbares Silbergeld mit voller Zahlungskraft beibehalten worden ist, 
nennt man eine hinkende Goldwährung. 
Derstarke Rückgang des Silberpreises, der seit den siebziger Jahren 
Is Folge stark gesteigerter Silberproduktion und der durch den Über- 
ang zur Goldwährung veranlaßten relativen Beschränkung der mone- 
ären Anwendung für das Silber eingetreten ist, veranlaßte gewisse 
estrebungen seitens der Interessenten, die durch den genannten Preis- 
fall geschädigt wurden, das Silber zu „rehabilitieren‘. In diesen Be- 
35
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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