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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

$ 76. Angebot und Nachfrage. } 
Disposition des Einkommens in der Richtung einer größeren Sparsam- 
keit statt. Die Kaufkraft für Kapitalgüter wird hierdurch gesteigert, 
und dies im allgemeinen in noch höherem Grade als ihre Produktion. 
In dieser Periode des beginnenden Aufschwungs dürfen wir also eine 
allgemeine Preissteigerung für festes Kapital erwarten. Die Bewegung 
des Zinsfußes wird vom Ertrag dieses Kapitals abhängen. 
In der eigentlichen Hochkonjunktur dagegen, wo der Unternehmer- 
gewinn sinkt und die Kapitalbildung eine Tendenz zum Rückgang zeigt, 
während die Produktion von festem Kapital noch, sogar in verstärktem 
Grade, ihre aufsteigende Bewegung fortsetzt, und also eine Verschie- 
bung in der Verwendung des Einkommens stattfindet, die derjenigen auf 
dem Gebiete der Produktion entgegengesetzt ist, wird die Knappheit 
des Kapitalmarkts wesentlich verschärft, die Preise der Kapitalgüter 
gehen zurück und der Kapitalzins wird noch höher steigen müssen, 
als dies nach unserer ersten Annahme nötig war. 
In der Depression, wo die Produktion von festem Kapital zurück- 
geht, wird dem Kapitalmarkte anfänglich, der herabgesetzten Spar- 
fähigkeit wegen, weniger anlagesuchendes Kapital zugeführt als unter 
der Voraussetzung eines normalen Spargrades der Fall gewesen wäre. 
Die Steigerung der Preise des festen Kapitals und der Rückgang des 
Zinsfußes werden hierdurch etwas abgeschwächt, ohne jedoch aufgehoben 
werden zu können. Im späteren Teile der Depressionsperiode, wo die 
Sparkapitalbildung schon wieder stärker wird, während eine Steigerung 
der Produktion von festem Kapital noch nicht eingetreten ist, muß der 
Kapitalmarkt besonders leicht sein. 
Diese Bewegungen werden noch beeinflußt von der Steigerung des 
Ertrags des festen Kapitals, welche die Periode des beginnenden Auf- 
schwungs auszeichnet. Diese Ertragssteigerung ist ein Ergebnis sowohl 
der wesentlich verbesserten Ausnutzung des festen Kapitals, die wir für 
diese Periode feststellen konnten, wie auch der Eröffnung neuer, sehr 
lohnender Anwendungen von festem Kapital, von welcher die ganze 
Aufschwungsbewegung ausgeht. Anfänglich ist diese Ertragssteigerung 
wahrscheinlich größer als die Preissteigerung des festen Kapitals, welche 
wir eben als eigentümlich für die Periode des beginnenden Aufschwungs 
fanden. So erklärt sich, daß der Zinsfuß in dieser Periode eine, wenn 
auch langsame Steigerung aufweist. In der eigentlichen Hochkonjunktur 
wirkt der gute Ertrag des festen Kapitals mit den früher erwähnten 
Faktoren zu einer starken Erhöhung des Zinsfußes zusammen. In der 
Depression hilft der schlechte Ertrag des festen Kapitals den Zinsfuß 
niedrig zu halten. 
Noch einen Faktor haben wir in Betracht zu ziehen, wenn wir den 
Einfluß der Konjunkturen auf den Kapitalmarkt untersuchen wollen. 
Dies ist das Verhalten der Banken, die in der Periode des beginnenden 
Aufschwungs ziemlich allgemein fortfahren, ihre Zahlungsmittel zum 
553
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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