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Theoretische Sozialökonomie

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Bibliographic data

fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Monograph

Identifikator:
1741838835
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116716
Document type:
Monograph
Author:
Cassel, Gustav http://d-nb.info/gnd/118519492
Title:
Theoretische Sozialökonomie
Edition:
4., verb. und wesentl. erw. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Deichert
Year of publication:
1927
Scope:
XIII, 649 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der internationale Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Theoretische Sozialökonomie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Allgemeiner Überblick über die Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die Preisbildung der Produktionsfaktoren
  • Drittes Buch. Das Geld
  • Viertes Buch. Theorie der Konjunkturbewegungen
  • Fünftes Buch. Der internationale Handel

Full text

u Kap. XXI. Theorie des internationalen Handels. 
Worten ein Pfund Sterling etwa hundert Franken gleichgestellt wird. 
Der natürliche Wechselkurs für das Pfund Sterling in französichen 
Franken gemessen liegt also in der Nähe von 100. Mit diesem Wechsel- 
kurs wird die Kaufkraft des Geldes in den beiden Ländern ungefähr 
ausgeglichen, so daß man für eine gewisse Geldsumme ungefähr ebensoviel 
bekommt, wenn man sie ins französische oder englische Geld um- 
wechselt. In diesem groben Sinne können wir sagen, daß der Wechsel- 
kurs eine Parität zwischen der Kaufkraft des ‘Geldes in den beiden 
Ländern darstellt, und der Name ‚„‚Kaufkraftparität‘“ ist damit gerecht- 
fertigt. Es ist zugleich klar, daß diese Kaufkraftparität der wesent- 
liche Bestimmungsgrund des Wechselkurses sein muß. Ein direkter 
Vergleich der Kaufkraft des Geldes in den beiden Ländern ermöglicht 
uns gewiß nicht den Wechselkurs exakt zu berechnen, aber zeigt doch 
unmittelbar, warum das Pfund Sterling nicht etwa gleich einem 
Franken sein kann, sondern irgendwo in der Nähe von hundert Franken 
liegen muß. Wenn die Engländer in Schilling anstatt in Pfund zu 
rechnen begönnen, so würde der Wechselkurs auf ein Zwanzigstel seiner 
früheren Gleichgewichtslage herabgesetzt werden, eben weil das neue 
englische Geld dann nur ein Zwanzigstel der Kaufkraft des früheren hätte. 
Der Wechselkurs muß sich also so einstellen, daß bei Umwechs- 
lung von einem Gelde zu einem anderen eine gewisse Summe ungefähr 
dieselbe Kaufkraft behält. Wenn man sich zuweilen vorstellt, daß eine 
Geldsumme, bei einem Wechselkurs in Gleichgewichtslage, eine viel 
höhere Kaufkraft in dem einen Lande als in dem anderen hat, dürfte 
dies meistens ein Fehl@&schluß aus ganz ungenügenden Beobachtungen 
sein. Wenn z. B. das reisende Publikum zu dem Ergebnis kommt, daß 
das Leben in einem reichen Lande viel teurer ist als in einem anderen, 
und daraus den Schluß zieht, daß die Kaufkraft des Geldes im ersten 
Lande wesentlich kleiner ist als diejenige in dem anderen, so beruht 
dieser Schluß überwiegend auf dem Umstand daß die Reisekosten des 
Publikums in hohem Grade von den Preisen persönlicher Dienste ab- 
hängig sind und deshalb besonders hoch sein müssen in einem reichen 
Lande mit hohen Arbeitslöhnen. Glaubt man feststellen zu können, 
daß eine große und repräsentative Menge von Waren in einem Lande 
teurer ist als in einem anderen, so muß man immer untersuchen, ob es 
doch auch nicht einige wichtige Waren oder Dienste gibt, die billiger 
sind. Denn wäre dies nicht der Fall, so wäre es unmöglich zu erklären, 
wie ein Gleichgewicht im internationalen Handel beim bestehenden 
Wechselkurs zustandekommen könnte. 
Andererseits ist wie schon betont ein exakter Vergleich zwischen 
der Kaufkraft des Geldes im einen und dem anderen Lande nicht mög- 
lich. Überhaupt haben wir keinen zuverlässigen Maßstab für die ab- 
solute Kaufkraft einer Valuta in ihrem eigenen Lande. Was wir mit 
Indexziffern feststellen können ist lediglich die relative Veränderung 
612
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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