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Zur Psychologie des Anlernens und Einübens im Wirtschaftsleben

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Bibliographic data

fullscreen: Zur Psychologie des Anlernens und Einübens im Wirtschaftsleben

Monograph

Identifikator:
1742728707
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-124362
Document type:
Monograph
Author:
Carrard, Alfred http://d-nb.info/gnd/118895796
Title:
Zur Psychologie des Anlernens und Einübens im Wirtschaftsleben
Place of publication:
Zürich
Publisher:
Hofer
Year of publication:
1927
Scope:
67 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Kapitel. Die Instruktion der Tramwagenführer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zur Psychologie des Anlernens und Einübens im Wirtschaftsleben
  • Title page
  • I. Kapitel. Die Nähschule
  • II. Kapitel. Die Instruktion der Tramwagenführer
  • III. Kapitel. Die Berufslehre in einer Lehrwerkstätte
  • Allgemeine Schlussbetrachtungen
  • Contents

Full text

Psychologisch sind hier folgende Unterscheidungen zu machen. 
Erstens muß die Handbewegung als solche maximal geübt sein, so daß 
sie automatisch richtig vor sich geht. Zweitens aber muß das Angst- 
moment nach Möglichkeit reduziert und eliminiert werden. Denn nur 
unter diesen Umständen ist genügend Gewähr geboten, daß der Mann 
im richtigen Moment auch richtig reagiert. Der erste Teil der Aufgabe 
wird, wie bereits angedeutet, am Kontroller im Theoriesaal eingeübt. 
Auf den Schreckbefehl «Stopp» muß der Kandidat von jeder Fahrtstel- 
lung aus die Bremsbewegung sofort vollziehen, und zwar so oft, bis 
diese Funktion ebenfalls automatisch verläuft. 
Diese Operation ist bei allen Wagen, die so konstruiert sind, daß der 
Führer zuerst rasch auf die dritte Bremstouche und dann in relativ 
kurzen, aber in dieser Situation doch als lang erlebten Zeiten auf die 
weiteren Touchen vier, fünf und sechs übergehen muß, gar nicht so ein- 
fach!). Instinktiv drängt es den Mann, sofort auf die letzte Touche, die 
sechste einzustellen, und es ist ja auch ganz begreiflich, daß es ihm 
beispielsweise dann, wenn er weiß, daß ein Kind vom Wagen überfah- 
ren zu werden droht, widerstrebt, die Bremswirkungen nur sukzessive 
einzuschalten, auch wenn er weiß, daß auf diese vorschriftsgemäße Art 
der Wagen tatsächlich am raschesten stoppt. Darum muß gerade die- 
ses anscheinend unnatürliche Verhalten den jungen Wagenführern aus- 
drücklich instruiert werden. Auch dafür muß gemäß den bisher entwickelten 
Grundsätzen systematisch und psychologisch richtig vorgegangen werden. 
Es dürfte sich erübrigen, die dargelegten Beispiele weiter auszufüh- 
ren, da es an dieser Stelle nur darauf ankommt, die Psychotechnik des 
Anlernens an einem weitern Beispiel klarzulegen. 
Zur Literatur über die Psychologie des AnlernensS 
im Wirtschaftsbetrieb. 
Die Literatur über Rationalisierungsbestrebungen im Wirtschaftsleben 
weist einen außerordentlich rasch wachsenden Umfang auf. Neben der 
Eignungsfrage erscheint die Frage der beruflichen Ausbildung von fun- 
damentaler Bedeutung. 
Man würde deshalb erwarten, daß sie in der Literatur bereits ein- 
gehende Berücksichtigung gefunden hätte. Merkwürdigerweise sind aber 
Veröffentlichungen über das Problem des Anlernens auffallend dünn 
gesät. Sie beschränken sich auf gelegentliche Hinweise. Allerdings 
gibt es ein auch in der Literatur reich beackertes Feld verwandter Art: 
die Jugendbildung und der Schulunterricht, dem aber für die uns in- 
teressierenden Fragen nicht mehr als allgemein gehaltene Anregungen 
zu entnehmen sind. Die eigentlich psychotechnischen Publikationen be- 
schränken sich fast ausschließlich auf die Frage der Eignungsprüfung, 
1) Bei den neuen Wagen ist diese technische Unvollkommenheit behoben worden. 
4,97
	        

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Zur Psychologie Des Anlernens Und Einübens Im Wirtschaftsleben. Hofer, 1927.
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