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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Monograph

Identifikator:
1742735827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-120327
Document type:
Monograph
Title:
Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Reimar Hobbing
Year of publication:
1927
Scope:
574 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Grundlegung
  • Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
  • Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
  • Vierter Teil. Die Staatsausgaben in ihrer Gliederung nach Ausgabearten
  • Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Sachregister

Full text

— 304 — 
Der Arbeitsminister konnte neben den staatlichen Arbeitsnachweisen auch privaten Vereinigungen 
( Associations), in der Regel den Gewerkschaften, die bereits eine eigene Arbeitsvermittlung und Arbeits- 
losenversicherung organisiert hatten, auf Vereinbarung Verwaltung und Auszahlung der Arbeitslosenrenten 
übertragen. Aus dem allgemeinen Arbeitslosenfonds wurden jedoch höchstens 3/, der von den Associations 
gezahlten Arbeitslosenrenten vergütet; der Rest mußte aus eigenen Fonds gedeckt werden. 
Die Arbeitslosenversicherung blieb in dieser Form bis zum Kriegsende unverändert. Ende 1918 wurde 
für die Übergangszeit eine allgemeine Erwerbslosenfürsorge (Out-of-Work Donation) für Heeresangehörige 
und für Zivilisten geschaffen, welche die Arbeitslosenversicherung infolge ihrer höheren Leistungen stark 
entlastete. Der Arbeitslosenfonds schwoll infolgedessen in diesen Jahren erheblich an. 
Das Arbeitslosenversicherungsgesetz von 1920 kehrte zum reinen Versicherungsprinzip zurück. Es ließ 
die Vorkriegsorganisation im wesentlichen bestehen, dehnte die Versicherung aber auf eine große Reihe 
weiterer Berufsgruppen aus, so daß jetzt etwa ?/3 der berufstätigen Bevölkerung, d. h. rund 11%/, Millionen 
Versicherte (davon etwa */, Million in Irland) darunter fallen. Versicherungsfrei bleiben Land- und Forst- 
wirtschaft, häusliche Dienste, Eisenbahner, Lehrer, bestimmte Beamtengruppen und Angestellte über 
einer gewissen Einkommensgrenze. 
Die im Jahre 1921 mit der Wirtschaftskrise hereinbrechende Arbeitslosigkeit hat dazu geführt, daß die 
Beiträge durch verschiedene Novellen mehrfach beträchtlich erhöht worden sind. Seit 1922 entfallen an 
Beiträgen pro Kopf und Woche auf den Arbeitgeber 10 d, auf den Arbeiter 9 d (Frauen und Jugendliche 
weniger) und auf den Staat 63/1 d, d. h., wie vor dem Kriege, rund !/3 der von Arbeitgebern und Arbeit- 
nehmern aufgebrachten Beträge. Die gegenüber der Vorkriegszeit beträchtlich erhöhte Arbeitslosenrente 
wird nach einer Novelle von 1924 ohne Beschränkung auf eine bestimmte Wochenzahl im Jahr gezahlt. 
Familienzulagen, die das Gesetz von 1911 nicht kannte, wurden zuerst als Mehrleistung gewährt, dann 
durch eine Novelle von 1922 mit den Normalleistungen verschmolzen, 
Höhe der Leistungen 1924 
Männliche Arbeiter ..........0.01..0.00 02185 
Weibliche » een are R NEE baS 1 1 Wache 
Jedes Kid eK 2» 
Da die erhöhten Leistungen durch die Beiträge bei weitem nicht gedeckt wurden, hat der Arbeitslosen- 
fonds seit 1920 ein Defizit zu verzeichnen, das mit 15,9 Millionen £ im ‚Jahre 1922 seinen Höhepunkt 
erreichte und Ende 1924 auf 5,4 Millionen £ zurückgegangen war, um Ende 1925 wieder auf 7,8 Millionen £ 
zu steigen. Das Defizit wird gedeckt durch Anleihen des Treasury, deren Verzinsung (1925/26: 406 500 £) 
in der Aufarbeitung unter »Finanzverwaltung« erscheint. Nach Abdeckung des Defizits sollen die Arbeit- 
geber- und Arbeitnehmerbeiträge ermäßigt und die gesamten Mittel zu gleichen Teilen von Arbeitgebern, 
Arbeitnehmern und Staat aufgebracht werden. 
1923/24 betrugen in England, Wales und Schottland in Millionen £ 
die Gesamtkosten der Arbeitslosenversicherung rund ........ 48,0 
. davon: Leistungen... 70ER HAARE 36,8 
#7 ANSEHEN ra 7,2 
»- Verwaltungskosten. 4. a re 4,0 
die Gesamteinnahmen ee 48,6 
davon: Staatszuschüsse‘ .......... 41.000 Kr 12,8 
» _ Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge .......... 35,8 
Die privaten Associations bestehen weiter, erhalten aber nach der Novelle von 1920 aus dem allgemeinen 
Arbeitslosenfonds nur noch zwei Drittel ihrer Arbeitslosengelder und seit 1922 einen Zuschuß zu ihren 
Verwaltungskosten. Von 37,8 Millionen £ Gesamtleistungen der Arbeitslosenversicherung im Kalender- 
jahre 1924 wurden 35,7 Millionen £ durch die staatlichen Arbeitsnachweise und 2,1 Millionen £ durch 
EEE TEN pen Das m von 1920 sieht ferner für bestimmte Industriegruppen Sonder- 
ve N KetSChaFte rien ei DET U EEE herausgenommen und von den paritätischen Arbeits- 
Sezung it, daB: die Leftncen ERBE ) N großen Industriezweige getragen werden sollen. Voraus- 
Zeit wind hlcho N SaHCRNS N SRH N ak ar der allgemeinen Versicherung zurückbleiben. Zur 
die übrigen Industzi N N ; ®% en un Versicherungsgesellschaften genehmigt worden; für 
N Tg strien 1s las esetz in diesem Punkte bis zur Abdeckung des Defizits im Arbeitslosen- 
versicherungsfonds suspendiert. 
. Die Arbeitslosennot der Nachkriegsjahre hat in Ergänzung der Arbeitslosenversicherung zu dem Ausbau 
wen SO ae Erwerbslosenfürsorge geführt, deren Ausgaben im wesentlichen 
h getragen werden und daher in den obigen Ziffern der Etatbearbeitung (vgl. S. 302) enthalten 
sind. Der Unemployment Relief Act von 1920 sieht sowohl Notstandsarbeiten an verschiedenen
	        

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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien Und Italien in Der Vor- Und Nachkriegszeit. Reimar Hobbing, 1927.
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