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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Monograph

Identifikator:
1742735827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-120327
Document type:
Monograph
Title:
Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Reimar Hobbing
Year of publication:
1927
Scope:
574 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Grundlegung
  • Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
  • Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
  • Vierter Teil. Die Staatsausgaben in ihrer Gliederung nach Ausgabearten
  • Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Sachregister

Full text

al 
Eine weitere Kreditform- stellten - die War Saving Certificates dar, Die eiizelnen Anleihestücke 
lauteten über den Nominalbetrag von 1 £, sollten fünf Jahre im Umlauf bleiben und unter Abzug des 
Diskonts zu 158 6 d verkauft werden. Ihre Bedeutung für die Kriegsfinanzierung war nicht so groß 
wie bei den vorher genannten Kreditarten; Ende März 1916 waren 1,4 Millionen £ im Umlauf, 1917: 
74,5, 1918: 137,7 und 1919: 227,0 Millionen £. Mit dieser Anleiheform sollte der minderbemittelten Be- 
völkerung — speziell den Arbeitern — Gelegenheit geboten werden, ebenfalls zu der Kriegsfinanzierung 
beizutragen. 
Von geringer Bedeutung für die Kriegsfinanzierung waren die War Expenditure Certificates. Sie 
sind im Finanzjahr. 1916/17 ausgegeben worden, um im Gegensatz zu den War Saving Certificates 
gerade das Großkapital, die Banken, in den Dienst der Kriegsfinanzierung zu stellen. Der Betrag der im 
Umlauf befindlichen Zertifikate belief sich am 31. März 1917 auf 23,6 Millionen £, 1918 auf 22,9 Millionen £; 
im Jahre 1919 waren sie bereits aus dem Verkehr gezogen. 
Neben diesen verschiedenen kurz-, mittel- und teils langfristigen Kredittypen spielten die auf dem 
inländischen Kapitalmarkt untergebrachten langfristigen Kriegsanleihen (War Loans). eine bedeutende 
Rolle. Im ganzen wurden im Laufe des Krieges drei Kriegsanleihen emittiert. Die erste Kriegsanleihe 
wurde zwischen dem 17. und 24. November 1914 in Höhe von 350 Millionen £ zu einem Zinsfuß von 
3'/, vH und zum Kurse von 95 vH aufgelegt und sollte spätestens am 1. März 1928 zu Pari rückzahlbar 
sein. Da die Anleihe durch das Publikum nicht voll gezeichnet wurde, wurden die großen Banken von 
der Regierung aufgefordert, sich mit dem noch fehlenden Betrag — einem Viertel der Gesamtsumme — 
an der Zeichnung zu beteiligen. . 
Die zweite Kriegsanleihe, deren Betrag nach oben nicht begrenzt war, wurde im Juni 1915 zum 
Zinsfuß von 41/, vH und zum Kurse von 100 vH ausgegeben und sollte spätestens am 1. Dezember 1945 
zu Pari rückzahlbar sein; die Regierung behielt sich jedoch vom Jahre 1925 ab die Möglichkeit der 
Rückzahlung und damit auch der Konvertierung vor, Es wurden im ganzen 962 Millionen £ gezeichnet, 
von denen 592 Millionen £ Neuzeichnungen und die restlichen 370 Millionen £ eine Konversion haupt- 
sächlich der ersten Kriegsanleihe und der 2'/,prozentigen englischen Consols darstellten. 
Zur Emission der 3. Kriegsanleihe schritt die Regierung erst zu Beginn des Jahres 1917. Sie wurde in 
zwei Serien aufgelegt, von denen die eine bei einem Ausgabekurs von 95 vH und einer effektiven Verzinsung 
von 5 vH spätestens bis 1947 rückzahlbar war, und die andere, deren Zinsen von der Einkommensteuer 
befreit waren, bei einem Ausgabekurs von 100 vH und einem Zinsfuß von 4 vH spätestens bis 1942 zurück- 
gezahlt werden mußte. Wie bei der zweiten Kriegsanleihe behielt sich die Regierung auch bei der dritten 
das Rückkaufsrecht — ebenfalls vom Jahre 1925 ab —— vor. Infolge ausgiebiger Propaganda von 
Regierung, Presse und Bankwelt war das Ergebnis dieser Anleihe recht beträchtlich. 2120 Millionen £ 
wurden insgesamt gezeichnet, von denen fast 1 Milliarde £ Neuzeichnungen waren; der Rest verteilte 
sich auf konvertierte Kriegsanleihen und konvertierte Kxchequer Bonds. 
Der immer steigende Kapitalbedarf der Verbündeten und Dominions, die Kriegsmittel-, Rohstoff- und 
Nahrungsmittelzufuhr aus dem Auslande stellten Großbritannien vor die Notwendigkeit, sich zur Ent- 
lastung des eigenen Kapitalmarkts auch an das ausländische Kapital zu wenden. Die Aufnahme von 
Anleihen im Auslande hatte für Großbritannien ferner den Vorteil, daß es mit den so geschaffenen 
Auslandsguthaben eine Regulierung des englischen Pfundkurses an den ausländischen Börsen vornehmen 
konnte. Neben Japan, Argentinien, Uruguay, Holland, Schweden usw. stellten besonders die Vereinigten 
Staaten von Amerika bedeutende Summen zur Verfügung. Die vom Ausland gewährten Kredite beliefen 
sich seit Kriegsbeginn bis zum Finanzjahr 1919/20 auf 1,3 Milliarden £ und machten 18 vH der von der 
britischen Regierung während dieser Zeit aufgenommenen Kredite aus. Der größere Teil des Anleihe- 
betrages, nämlich 5,9 Milliarden £, d. h. 82 vH des gesamten Kreditbedarfs, wurde im Inlande aufgebracht. 
Vergleicht man den Schuldenstand (Dead-W eight-Debt) Großbritanniens vom 31. März 1914 (rund 
650 Millionen £) mit dem Stand am 31. März 1919 in Höhe von 7435 Millionen £. so ergibt sich 
während des Krieges eine Zunahme der Schuld von 6785 Millionen £. 
ill. Die britische Finanzwirtschaft nach dem Kriege. 
a. Die Konsolidierung der Schuld. 
Im Gegensatz zu Frankreich und Belgien war Großbritannien bald nach dem Kriege in der Lage, die Neu- 
ordnung der Staatsfinanzen und der Währung gleichzeitig mit der Umstellung der Wirtschaft auf Friedensver- 
hältnisse zu bewerkstelligen. Wesentliche staatliche Opfer für den letzteren Vorgang waren nicht notwendig. 
Die geringfügigen Subventionen der ersten Nachkriegszeit waren von kurzer Dauer; eine an a 
Förderung der Wirtschaft setzte erst nach dem Zusammenbruch der Nachkriegskoniunktur und 
Rückkehr zum Goldstandard ein.
	        

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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien Und Italien in Der Vor- Und Nachkriegszeit. Reimar Hobbing, 1927.
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