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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Monograph

Identifikator:
1742735827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-120327
Document type:
Monograph
Title:
Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Reimar Hobbing
Year of publication:
1927
Scope:
574 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

e, Die Wirkung der Reparationszahlungen auf die Empfangsländer. 
x) Die „Verdauung“ der Devisen-„Barzahlung“ in den Empfangsländern 
Wir haben es hier mit der Frage zu tun, welche volkwirtschaftlichen Wir- 
kungen durch den Bartransfer in den Ententeländern entstehen. Die Beantwor- 
tung der Frage ‚ergibt, daß drei Verwendungsarten der deutschen Zahlungen und 
Jamit gewissermaßen drei Aggregatzustände in den Empfangsländern möglich sind, 
Der erste Aggregatzustand entsteht dann, wenn die Ententeregierangen ihre 
„Bareinkünfte‘“ aus Deutschland „konsumieren‘, indem sie sie im laufenden Etat 
oder im Extraordinarium als Einnahmen aufführen und als Ausgabe verbrauchen. 
Da bis dahin ein volkswirtschaftliches Geschehen nicht hinter dieser „Barzah- 
lungen‘ steht, da durch den Transfer lediglich Tinte verströmt und ‚sonstige 
Bürounkosten verbraucht wurden, so hat diese Verwendungsart bis zu den Kassen 
der ausländischen Regierungen hin keine Folge. Aber von da ab entstehen wichtige 
und störende Folgen, denn durch die Verwendung der deutschen Einnahmen 
zu Staatskonsumzwecken werden praktisch nicht deutsche, sondern englische, 
französische usw. Güter auf die Verbrauchsmühle des. Etats, des Staatsaus- 
gabenhaushaltes geleitet, wie man bei ruhiger und unvoreingenommener Betrach- 
tung deutlich sehen muß: Die deutschen Zahlungen sind nur eine Fiktion, sie be- 
stehen nur aus banktechnischer Büroarbeit. Die englischen, französischen usW. 
Regierungen bezahlen mit dieser Fiktion ihre Lieferantenrechnungen, d. h. sie 
verbrauchen für Staatszwecke alle möglichen Güter und Dienstleistungen, die 
auf der Ausgabenseite des Etats stehen; der Verbrauch ist effektiv und keine 
Fiktion, wie der Zauberspuk, mit dem sie glauben, bezahlt worden zu sein und 
den sie an Zahlungsstatt weitergeben. Da die verbrauchten Güter and Dienst- 
leistungen vorher Eigentum englischer, französischer usw. Personen waren, So 
ergibt sich, daß die Regierungen das Eigentum ihrer Landsleute verbrauchen und 
mit einer Fiktion bezahlen. 
Diese Eigentümer können natürlich mit den an Zahlungs Statt erhaltenen Fik- 
tionen das Eigentum anderer Personen kaufen, letztere wieder von anderen Per- 
sonen u.s.f., aber dadurch wird der störende Umstand nicht beseitigt, daß am 
Anfang der Kette die ersten Eigentümer ihre Güter hergegeben haben gegen For- 
derungen auf Deutschland, Forderungen, deren Gegenwert sich in Deutschland 
befindet. Wer immer diese Forderungen auf kurze oder lange Zeit in der Hand 
hält, finanziert die deutsche Reparationsschuld bzw. die dafür in Deutschland 
entstandenen Industrieanlagen usw., ist für diese Zeitspanne Kapitalbesitzer, der 
höchst unfreiwillig die Kredite gewährt, die Deutschland so dringend braucht, 
um seine Repärationen bezahlen zu können. Das Forderungsrecht lautet auf 
Deutschland, die dafür hingegebenen konkreten Güter und Dienstleistungen werden 
vom französischen, englischen usw. Staate verbraucht. 
Ohne die Zahlungsfiktion würde der französische, englische usw. Staat die 
Güter 'und Dienstleistungen auch verbrauchen, nur müßten sie ihm dann durch 
Steuerzahlung, im Wege der Einhebung des „Zehnten‘ zur Verfügung gestellt wer- 
den. Richtiger ausgedrückt, ihr finanzieller Kapitalgegenwert müßte dem Staat zur 
Verfügung gestellt werden, was jetzt nicht geschieht. Somit entstehen oder be-
	        

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Die Bodenreform Im Lichte Des Humanistischen Sozialismus. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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