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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

Monograph

Identifikator:
1742735827
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-120327
Document type:
Monograph
Title:
Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Reimar Hobbing
Year of publication:
1927
Scope:
574 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Grundlegung
  • Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
  • Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
  • Vierter Teil. Die Staatsausgaben in ihrer Gliederung nach Ausgabearten
  • Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Sachregister

Full text

JS 
Die erste Maßnahme des neuen Ministeriums war die Einrichtung des »Tilgungsfonds«. Man ging dabei 
von der Erkenntnis aus, daß es sich bei der Stabilisierung hauptsächlich um die Frage der Beseitigung der 
kurzfristigen Schulden handelte. Der Tilgungsfonds wird durch alle im Etat regelmäßig für Schuldentilgung 
verwandten Summen sowie durch eine jährliche Zuweisung von 1,5 Milliarden fr. dotiert. Diese sollen 
aus Steuerzuschlägen erbracht werden, die in den Jahren 1927 bis 1930 erhoben werden. 
Auf der Ausgabeseite des Etats wurden ferner erneut einschneidende Sparmaßnahmen durchgeführt. 
Die Inangriffnahme aller Bauten wurde hinausgeschoben, die Ausgaben für Heer und Verwaltung einge- 
schränkt. Um dem weiteren Wachsen der kurzfristigen Verschuldung zu steuern, wurden Steuererhöhun- 
gen eingeführt. 
Es wurde am 23. Juli 1926 eine Gesellschaft gegründet, die auf 75 Jahre den Betrieb der Bahnen 
übernimmt. Der Staat erhielt dafür 1 Milliarde fr. Stammaktien. Es wurden ferner 10 Milliarden fr. 6pro- 
zentige Vorzugsaktien geschaffen, die dem Tilgungsfonds zugewiesen wurden. 
Die umlaufenden Schatzwechsel wurden gegen Vorzugsaktien, gegen 5prozentige Schatzwechsel mittlerer 
Laufzeit, die aus dem Tilgungsfond zu amortisieren sind, oder gegen 7prozentige Spezialschatzwechsel 
kurzer Laufzeit umgetauscht. Die entsprechenden Operationen begannen am Anfang August. Es wurden 
insgesamt umgetauscht in: 
Vorzugsaktient. +. Ver ur Keen re Keen mn ra law #4 208 Millionen fr. 
5 prozentige Schatzwechsel mittlerer Laufzeit ......... S » 
7 prozentige Spezialschatzwechsel ..................1. „1 
Insgesamt .... 5968 Millionen fr 
Im Herbst 1926 nahm der Staat eine Anleihe von 100 Millionen Dollar im Auslande auf, mit deren 
Ertrag er den Vorschuß der Banque Nationale bis auf 2 Milliarden fr. tilgte. 
Die Bank wurde dadurch in den Besitz von Devisen gesetzt, die ihr sowohl die Auffüllung ihres Deckungs- 
fonds wie die Durchführung des Kampfes um die Stabilisierung ermöglichten. Für letztere stand ihr außer- 
dem ein Kredit ausländischer Notenbanken in Höhe von 35 Millionen Dollar zur Verfügung. 
Auf die einzelnen Maßnahmen für die Währungsreform — Erneuerung des Notenbankstatutes, Ein- 
führung der »Belga« als Währungseinheit im Auslandsverkehr, Einziehung der Noten zu 5 und 20 fr. und 
entsprechende Ausgabe von Silbergeld — kann in diesem Zusammenhange nicht näher eingegangen werden. 
Das Etatjahr 1926 dürfte infolge der geschilderten Reformen zum ersten Male einen Überschuß (nach 
vorläufiger Schätzung 553 Millionen fr.) erbringen. Der Zuschuß für die Staatsbetriebe kommt künftig 
in Fortfall, da mit der Neuregelung auf diesem Gebiete die Deckung der Investierungen durch die Betriebe 
selbst zu erfolgen hat. Die Betriebe werden als Erwerbsunternehmungen angesehen, die sich selbst zu tragen 
haben. 
Im Etat für 1927 kommen die neuen Linien der belgischen Finanzpolitik klar zum Ausdruck. Der ordent- 
liche Etat hat eine weitere Erhöhung der Ausgaben zu verzeichnen. Sie beruht im wesentlichen auf der 
Erhöhung des Schuldendienstes im Zusammenhang mit der 100-Millionen-Dollar Anleihe für die Währungs- 
reform. Die Steuereingänge sind mit 6 762 Millionen fr. eingesetzt, die übrigen laufenden Einnahmen mit 
1140 Millionen fr.; der Gesamtsumme der Einnahmen von 7902 Millionen fr. stehen Ausgaben von 
6 342 Millionen fr. gegenüber, so daß sich ein Überschuß von 1 560 Millionen fr. ergeben würde. Davon 
sind 1500 Millionen fr. für den Tilgungsfonds vorgesehen. 
Das außerordentliche Budget sieht Ausgaben in Höhe von 192 Millionen fr. vor, denen nur 23 Millionen fr. 
Einnahmen gegenüberstehen. Das Defizit wird ausgeglichen durch den Aktivsaldo des Budget Recouvrable. 
Im letzteren erscheinen folgende Einnahmen: 
1. Leistungen Deutschlands in Millionen {fr. 
a) für Besatzungskosten .........4..00000000 HEHE HEE 128 
b) für die Verzinsung der Kriegsschuld an die Vereinigten Staaten 77 
c) für Restitutionen .......0..00000000 004 r EEE n EHEN EE EEE 32 
d) für Reparationen 0... 00. bw. . reiner een ran nh en Kb namen +36 
2, Ausgabe von Schuldverschreibungen ............00000000r 440 
Insgesamt .... 1113 c 
Als Ausgabe des Budget Recowvrable erscheint die Summe von 580 Millionen fr. 
Zusammenfassend lassen sich bei der belgischen Finanzentwicklung der Nachkriegszeit vier Abschnitte 
unterscheiden. Der erste umfaßt die unmittelbare finanzielle Liquidation des Krieges, ‚vor allem die Ab- 
deckung der rückständigen Ausgaben, und umfaßt das Jahr 1919. ‚Der zweite Abschnitt wird gekennzeichnet 
durch die Anstrengungen zur Herstellung des Gleichgewichts im ordentlichen Budget und zur Bereini- 
yung der Praxis der Etatisierung. Er dauert von 1920 bis 1924. Der Verlauf der finanziellen Entwicklung
	        

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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien Und Italien in Der Vor- Und Nachkriegszeit. Reimar Hobbing, 1927.
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