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Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Holländische Wirtschaftsgeschichte

Monograph

Identifikator:
1744885710
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-117895
Document type:
Monograph
Author:
Baasch, Ernst http://d-nb.info/gnd/117692018
Title:
Holländische Wirtschaftsgeschichte
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
VI, 632 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Aufstieg und Niedergang der holländischen Wirtschaft zur Zeit der Republik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Holländische Wirtschaftsgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Aufstieg und Niedergang der holländischen Wirtschaft zur Zeit der Republik
  • II. Kapitel. Die Übergangzeit
  • III. Kapitel. Sttillstand und Wiederaufbau unter dem Königreich der Niederlande
  • Index

Full text

— 4 
Das allgemeine Prinzip der Wirtschaftspolitik war Freiheit 
der Einfuhr der eigenen‘ Produkte, was namentlich die Erzeugnisse 
der Fischerei betraf; für die Ausfuhr möglichste Freiheit der eigenen, 
Belastung der fremden Erzeugnisse!). Die Industrie, deren Bedeu- 
tung zunächst noch gering war im Verhältnis zu der späteren Zeit, 
fand daher schon früh einen gewissen Schutz. Zu kräftigeren Maß- 
nahmen sah man sich erst gezwungen, als die rücksichtslose fran- 
zösische Schutzpolitik seit den 1660er Jahren sich fühlbar machte?). 
Auch wurden nun die Niederlande infolge der Einwanderung der 
Refugi6s mehr als früher ein Industrieland. Nicht unerheblich waren 
aber auch die Zölle fiskalischer Art; so z. B. auf Getreide; diese 
betrugen 1625 und 1655 für Weizen 2, für Roggen 1,25 fl. per Last 
bei der Einfuhr, bei der Ausfuhr aber 8 bzw. 4,50 fl.®). Ebenso wurde 
das grobe Salz bei Ein- und Ausfuhr hoch belastet. Diese Abgaben 
drückten erheblich auf den Handel mit wichtigen Stapelprodukten, 
schienen aber notwendig gegenüber den hohen Anforderungen, die 
an die staatlichen Kassen gemacht wurden. Die Landwirtschaft hat 
unter der großen Getreideeinfuhr nicht gelitten, da sie sich durch 
die bedeutende Ausfuhr ihrer Nebenprodukte schadlos hielt“). 
Einzelne Industrien wurden in den Zolltarifen ja stark berück- 
sichtigt, so der Schiffbau durch die freie Einfuhr der nordischen 
Dielen und die sehr geringe Belastung von Masten, Balken, Eisen, 
Hanf, Flachs, Teer. Dagegen war die Ausfuhr dieser Artikel schwer 
belastet. Auch den Salzsiedereien kam man zu Hilfe, indem 1699 
das fremde raffinierte Salz mit 150 fl. per Last bei der Einfuhr 
beschwert wurde, während die Ausfuhr rohen Salzes längs der 
Flüsse und per Achse ganz verboten war. Das wichtigste Rohmaterial 
der Textilindustrie, Flachs, war 1655 mit nur ?/,% bei der Einfuhr 
belastet, während inländische Leinwand bei der Ausfuhr 4, fremde 
ı Verviers, S. 98. 
2) Im „Interest van Holland‘ (1662), S. 49 f., wurde nun auch das Rezi- 
prozitätsprinzip ausgesprochen, nach dem Fremde, in deren Lande die Nieder- 
länder höher belastet wurden als die Einheimischen, auch in den Niederlanden ent- 
sprechend höher zu belasten seien. 
3) Ebenda, S. 102; auf die Anomalie, daß holländische Butter bei der Aus- 
fuhr die Hälfte mehr bezahlte als die friesische, machte de la Court), Interest, 
S. 53, aufmerksam. 
4) Mehrfach enthielt man sich in Pommern der Getreidezufuhr nach Holland, 
da die Preise dort zu niedrig seien; so 1723, 1733 ff. (Naude6e, I1, S: 269/f.) 
35.
	        

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Holländische Wirtschaftsgeschichte. Fischer, 1927.
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