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Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Holländische Wirtschaftsgeschichte

Monograph

Identifikator:
1744885710
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-117895
Document type:
Monograph
Author:
Baasch, Ernst http://d-nb.info/gnd/117692018
Title:
Holländische Wirtschaftsgeschichte
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
VI, 632 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Kapitel. Sttillstand und Wiederaufbau unter dem Königreich der Niederlande
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Holländische Wirtschaftsgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Aufstieg und Niedergang der holländischen Wirtschaft zur Zeit der Republik
  • II. Kapitel. Die Übergangzeit
  • III. Kapitel. Sttillstand und Wiederaufbau unter dem Königreich der Niederlande
  • Index

Full text

die Übersiedelung vieler Industrien auf das 
platte Land. Nicht mehr gehemmt durch die früheren, Ende 
des 18. Jahrhunderts aufgehobenen Verbote verließ eine Industrie 
nach der anderen die Städte; Nordbrabant und Twente, d. h. Gegen- 
den mit billiger Lebenshaltung, wurden bevorzugt; hier siedelte sich 
die Baumwollindustrie an, zunächst meist als Haus- 
industrie; die Leinwandindustrie ging langsam 
ihrem Untergang entgegen; am längsten hat noch 
’sHertogenbosch einen Leinwandmarkt bewahrt‘). 
Im übrigen war in den einzelnen Zweigen der Industrie die 
Entwicklung doch recht verschiedenartig, und ein allgemeines Urteil 
ist schwer zu fällen. In einigen Industrien, wie den Borax- und 
Kampferraffinerien, den Bleiweißfabriken waren die Nordniederlande 
sogar Belgien weit überlegen?). Andere Zweige lassen wieder auf 
eine seltsame Rückständigkeit des Nordens schließen. 
Es war doch bezeichnend, daß man 1813 alle Bestimmungen für 
die Leidener Tuchlabrikation, die vor 1795 in Kraft 
gewesen waren, ohne weiteres wiederherstellte. Schwerlich war das der 
richtige Weg, um diese Industrie von neuem in die Höhe zu bringen, 
zumal da jetzt die Wollausfuhr beinahe ganz frei war. Zwar bemühte 
sich die Regierung, diesem Gewerbe zu helfen, sie schrieb 1820 für 
Armee und Marine die ausschließliche Verwendung von im Inland 
hergestellten Stoffen vor; auch durften von der Regierung nur 
solche Stoffe in die Kolonien versandt werden. Die einzigen Tuch- 
fabriken, die langsam aufblühten, waren die für Grobgrün; sie zogen 
auch am meisten Nutzen aus der Veränderung der Lage, die die 
Industrie durch die Trennung von Belgien und die nun den nörd- 
lichen Niederlanden allein obliegende Versorgung der ostindischen 
Kolonien erfuhr; die Produktion dieses Stoffes stieg von 1768 Stück 
im Jahre 1823 auf 10 389 Stück im Jahre 1837, womit allerdings 
der Höhepunkt erreicht war; seitdem fand ein langsamer Rückgang 
statt. Dieser Absatz war stark abhängig von den Verhältnissen 
in China, wohin solche Stoffe viel ausgeführt wurden. Wenig befrie- 
digend entwickelte sich hingegen die Fabrikation der Tuche, Decken 
und Flaggentuche; sie blieb ziemlich auf derselben Höhe, machte 
jedoch keine Fortschritte. Die Leidener Fabrikation war offenbar 
3 van den Brink, |S. 1606. 
2?) Colenbrander, Gedenkstukken, IX, S. 913 ff. (Oktober 1829). 
452
	        

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Holländische Wirtschaftsgeschichte. Fischer, 1927.
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