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Bankpolitik

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Bibliographic data

Object: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Die Staatsausgaben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

41. Der hgpothekarkredit. 
193 
■bet stärkeren Wertsteigerung des Grundes im Zentrum und in den auf 
strebenden Stadtteilen, sondern vornehmlich aus organisatorischen Grün 
den. Der Direktor einer Berliner Versicherungsgesellschaft kennt jede 
Straße in Berlin, kann sich über Wert und verkaufsfähigkeit eines Hauses 
in Schmargendorf selbst ein Urteil bilden, dashaus event, selbst besichtigen. 
Gr kennt auch die Verhältnisse in andern Großstädten, wenn auch nicht 
entfernt im gleichen Ulaß, wie z. B. die Schwierigkeit der hgpotheken- 
beschaffung in Hamburg deutlich bekundet, handelt es sich aber um eine 
Belehnung in Allenstein oder in Neustadt a. d. h., dann versagt seine 
Renntnis und gewöhnlich auch jene des Schätzmeisters. Die Wertver 
hältnisse sind unbekannt, die Verkaufsmöglichkeit gering, zur Rontrole 
über die Verwaltung des Hauses müßte ein Beamter an denBelehnungs- 
ort entsendet werden. Die Sicherheit der Unlage wäre gefährdet, die Or 
ganisation so kostspielig, daß die Versicherungsgesellschaften die Renten 
anlage bald dem hgpothekarkredit vorziehen würden. Ein hauptstädti 
sches Institut ist nicht geeignet zahlreiche Rredite an Landstädte und 
mittleren Grundbesitz zu gewähren; der hgpothekarkredit eignet sich 
nicht für eine zentralisierte Organisation,- die Erfahrungen Krankreichs 
liefern hiefür ein deutliches Beispiel: Der Oreäii koneier, der als zentra 
lisiertes hgpothekeninftitut gedacht war, verleiht den größten Teil seiner 
Rredite in Paris und war in der Provinz nicht imstande durch seine 
Organisation die teuren privaten Geldgeber zu verdrängen. Die besten 
Provinzhgpothekenbanken sind die Sparkassen,- denn sie vermögen die Im 
mobilien ihres Bezirkes ohne nennenswerte Rosten zu schätzen und dau 
ernd zu kontrollieren, von den hgpothekaranlagen der preußischen 
Sparkassen sind denn auch nur 4%% außerhalb des Wirkungsbezirkes 
der Sparkasse angelegt, darunter 3% % in angrenzenden Bezirken. Die 
Sparkassen allein unter allen Bankorganisationen können erfolgreich 
dem Wittel- und RIeinbesitz der Provinz zu Marktbedingungen hgpo- 
thekarkredit verschaffen. 
Die Krage der volkswirtschaftlichen Wirksamkeit der Hypotheken 
banken ist nicht vollständig geklärt, da das Maß ihres Einflusses auf die 
Bodenpreise, ja die Tatsache des Einflusses selbst heiß umstritten ist. 
Untersuchen wir, um der Antwort näher zu kommen, die Lestimmungs- 
momente des hgpothekarzinses, die Art des Angebots und der Nachfrage 
von Rapital. 
Die Pfandbriefinstitute verschaffen sich ihre Betriebsmittel auf dem 
Napitalmarkt,- der Rurs der Pfandbriefe steht im Zusammenhang mit 
ben übrigen Rentenkursen — er steht in Deutschland in Kriedenszeiten 
ein wenig unter dem Ronsolkurs, in Oesterreich regulär höher als der 
Somatn, Bankpolitik. |Z
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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