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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Die Staatsausgaben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

XII. Abschnitt. Ausgaben für Heer und Flotte. 1 
kann nur mittels militärischer Kraft geschehen und die entsprechen- 
den Kosten sind verschieden in verschiedenen Perioden der Gesell- 
schaft und bei verschiedenem Stande des Fortschrittes. Bei Jäger- 
völkern ist jeder Mann Jäger und Krieger zugleich. Im Krieg 
und im Frieden betreibt er zum Schutz seines Lebens dasselbe 
Handwerk. Der Krieg verursacht keinerlei besondere Ausgaben. 
Auch in einer Gesellschaft von Hirten verursacht der Schutz der 
Gesellschaft keine besonderen Ausgaben, denn jeder Hirte ist zu- 
gleich Krieger und die Angehörigen nehmen am Kriege teil. Bei 
ansässigen Völkern, die zumeist Ackerbau treiben, kommt bereits 
eine gewisse Arbeitsteilung vor; alle Personen im Mannesalter 
nehmen am Kriege teil. Doch noch immer führen diese ein Leben, 
das sie für das Kriegshandwerk vorbereitet und solange der Krieg 
in jener Zeit geführt wird, in welcher die Männer bei den Feld- 
arbeiten entbehrt werden können, sind die Kriegskosten noch immer 
geringfügig. In der feudalen Periode Europas trugen die Vasallen 
die Kosten des Krieges. Nach der Entwicklung der Gesellschaft 
wird es aus zwei Gründen unmöglich, daß die Kriege sich selbst 
erhalten: der Fortschritt der Produktion und der Fortschritt der 
Kriegskunst. Für den Ackerbauer arbeitet die Natur, wenn er 
auch ferne ist, für den Gewerbsmann leistet die Natur nichts, so- 
bald er seine Arbeit unterbricht. Geht er in den Krieg, so muß 
die Gesellschaft für seinen Unterhalt sorgen. Dieselbe Folge hatte 
der Umstand, daß mit dem Fortschritte der Kriegskunst das Kriegs- 
handwerk gelernt werden mußte und diejenigen, die sich diesem 
Handwerke widmeten, Anspruch auf eine Entlohnung hatten. Die 
Kriegskunst, „gewiß die edelste aller Künste“, sagt Smith — ist 
auch die komplizierteste. Der Stand der Technik entscheidet über 
die Grenze der Entwicklungsfähigkeit, deren Erreichung aber un- 
bedingt erfordert, daß dieselbe zur selbständigen Beschäftigung 
werde. Je reicher eine Nation wird, destoweniger kriegerisch ist 
seine Bevölkerung und desto mehr ist sie Angriffen ausgesetzt. 
Der Staat kann nun zwei Wege einschlagen. Er kann entweder 
alle Bürger oder einen Teil zwingen sich für den Kriegsdienst aus- 
zubilden oder er kann hierfür eine eigene Institution errichten. 
Das erste führt zum Milizsystem, das zweite zum stehenden Heer. 
Bis zur Erfindung der Feuerwaffe war die Geschicklichkeit des 
Kriegers von großer Bedeutung. Seit der Erfindung der Feuer- 
waffe bedeutet dies weniger. Regelmäßigkeit, Ordnung und Ge- 
horsam sind die wichtigsten Eigenschaften. Diese Eigenschaften 
sind aber nur durch Einübung in großen Truppenkörpern erreichbar. 
Sie sind nicht erreichbar beim Milizsystem. Nur der tägliche Drill, 
13
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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