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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Die Staatsausgaben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

XIT. Abschnitt. Ausgaben für Heer und Flotte. 3 
sich das System der allgemeinen Wehrpflicht nicht. Auch ist vor 
Augen zu halten, daß bei dem in England üblichen hohen Arbeits- 
lohn, hohem Preisniveau, bei jeglichem System — wie dies Ba- 
stable richtig bemerkt — ein englisches Heer stets höhere Kosten 
verursachen wird, als z. B. das deutsche Heer. Ob die größere 
Kostspieligkeit des englischen Heeres (vor dem Kriege waren die 
Kosten für einen Mann beiläufig 2000 Mark, in Deutschland 
1000 Mark) in den Vorteilen zum Ausdruck kommt, das ist frag- 
lich. Eine exorbitante Steigerung verursuchte in den niedergerungenen 
Staaten das denselben aufgezwungene System des Söldnerheeres. 
Die größte Steigerung der Heereskosten hängt mit der kolos- 
salen Entwicklung der modernen Technik, namentlich mit der Ent- 
wicklung der destruktiven Technik zusammen. Diese Entwicklung 
ist eines der stupendesten Momente der Gegenwart. Schon nach 
dem deutsch - französischen Krieg nahm die destruktive Technik, 
die Kriegstechnik, kolossalen Aufschwung, wie dies der russische 
Senator Bloch in seinem großen Werke „Der zukünftige Krieg“ 
(Berlin 1899) in frappanten Daten zusammenstellt. Seitdem ist 
die Entwicklung weiter fortgeschritten; die Dreadnoughts, Flieger, 
Zeppeline, Unterseeboote, Tanks, 42-Zentimeter-Geschütze usw. 
charakterisieren den zurückgelegten Weg, von vielen anderen Neue- 
rungen ganz abgesehen, wie im allgemeinen die Vervollkommnung 
der Schießwaffen und viele der Humanität hohnsprechende Erfin- 
dungen. Mit den technischen Fortschritten muß natürlich jeder 
Staat Schritt halten, wenn er seine Sicherheit und Selbständigkeit 
nicht gefährden will. So hat Österreich im italienischen Krieg 
vom Jahre 1859 und im Krieg mit Preußen im Jahre 1866 große 
technische Nachteile gehabt, im ersten Falle der Mangel der ge- 
zogenen Kanone, im zweiten der Mangel des Hinterladergewehrs, 
obwohl angeblich diese Erfindungen erst Österreich angeboten 
wurden. Im Weltkriege entschied das Erscheinen der amerikani- 
schen Tanks den Sieg. 
Die konsequente Steigerung der Ausgaben für das Heerwesen 
läßt sich im 19. Jahrhundert allgemein konstatieren. In einem 
par excellence Militärstaat wie Preußen beobachten wir folgendes 
Steigen der Ausgaben. Unter dem Großen Kurfürsten be- 
trugen die jährlichen Ausgaben für Heerwesen 3 Millionen Mark, 
unter Friedrich d. Gr. 40 Millionen, unter Kaiser Wilhelm I. 
131 Millionen. Aber dieselbe Entwicklung beobachten wir auch 
in Staaten mit weniger ausgeprägtem militärischen Charakter. In 
England betrugen die jährlichen Ausgaben für das Heer 1688 — 
1738 3,5 Millionen £ Sterling, 1739—89 8,0 Millionen £, 1790— 
1839 36 Millionen £. 
135
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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