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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

B. IV. Abschnitt. Proportionalität und Progression. 287 
ein Antrag auf Einführung des progressiven Steuerfußes geschah, 
den Zwischenruf: Das ist die Rede des Anführers einer Räuber- 
bande. John Stuart Mill nannte den progressiven Steuerfuß 
den abgestuften Raub („gratuated robbery“), Eisenhardt spricht 
von nackter Beraubung, Umpfenbach von selbstmörderischem 
Kommunismus. Nach Gladstone führt er zum Kommunismus. 
Sehr häufig wird die Einführung des progressiven Steuerfußes als 
Sieg des Sozialismus bezeichnet, obwohl derselbe oft gerade dem 
Sozialismus eine Schranke setzen kann. So fehlt es ja nicht an 
Sozialisten, die Gegner des progressiven Steuerfußes waren, wie 
Proudhon, dagegen konservative Schriftsteller (Schmitthenner, 
Baumstark), die denselben befürworteten. In Neufchatel hat die 
Volksabstimmung gegen den progressiven Steuerfuß Stellung ge- 
nommen. Solche Steuerfuße freilich, welche das Stammvermögen 
angreifen, die Wurzeln vernichten würden, aus denen die Volks- 
wirtschaft sich ernährt, hohe Progressionen sind auf die Dauer frei- 
lich unanwendbar. Von solchen ruinösen Progressionen kann natür- 
lich nicht die Rede sein und wenn vielleicht auch hie und da 
exzessive Steuerfuße empfohlen wurden, so kann auch hier nicht 
für jede Idee die Verantwortung übernommen werden. Gegen den 
progressiven Steuerfuß haben namentlich die französischen Schrift- 
steller Stellung genommen. Nach der Ansicht von Leroy- 
Beaulieu hat der progressive Steuerfuß keinerlei rationelle Basis, 
das ganze ist nichts als Sentimentalismus. Raub oder Willkür sind 
nach Stourm die letzten Konsequenzen des progressiven Steuer- 
fußes. Wolowski nennt den progressiven Steuerfuß vernichtend 
und traurig‘ („destructive et funeste“). 
2. Proportioneller Steuerfuß. Sowohl die wirtschaft- 
nn liche als die soziale Entwicklung des Staatslebens hat es mit sich 
gebracht, daß die Steuer zur Haupteinnahmequelle des Staates 
wurde. Die große Bedeutung des Steuerwesens hat zur Folge, daß 
man mit großer Sorgfalt die Quelle der Steuer zu erforschen suchte, 
bis man diese in der Leistungsfähigkeit der Staatsbürger entdeckte. 
Damit wurde es ‚aber wieder notwendig, das richtige Maß für die 
Leistungsfähigkeit zu suchen, was hiermit zum Hauptproblem des 
ganzen Steuerwesens wurde. 
Die Leistungsfähigkeit können wir auf die Weise bestimmen, 
daß wir die gesamten zur Verfügung der Einzelnen stehenden wirt- 
schaftlichen Mittel untersuchen, in erster Reihe also das Einkommen. 
Die Besteuerung der Einzelnen kann im direkten Verhältnisse ihrer 
wirtschaftlichen Mittel geschehen, mit der Begründung, daß, wer 
das Doppelte der wirtschaftlichen Mittel sein eigen nennt, doppelt 
at
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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