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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

B. IV. Abschnitt. Proportionalität und Progression. 289 
verschiedener Steuerfuße; jede Einkommensgruppe hat ihren eigenen 
Steuerfuß und zwar ist der Steuerfuß in jeder höheren Einkommens- 
klasse ein höherer. Die Steuerlast wächst also nicht einfach pro- 
protional, in dem Verhältnis der Größe des Einkommens, sondern 
in stetig wachsendem Maße. 
Der progressive Steuerfuß zeigt eine verschiedene Einrichtung. 
Er kann proportionell progressiv und progressiv progressiv sein, 
resp. der progressive Steuerfuß wächst stets in gleichem Verhältnisse, 
sagen wir um 1 Prozent, oder er steigt in progressivem Maße, an- 
fangs mit 1, dann 2, 3 Prozent usw. Im allgemeinen Sinne genommen 
ist natürlich auch der progressive Steuerfuß ein porportionaler 
Steuerfuß *). Der progressive Steuerfuß kann so eingerichtet sein, 
daß die Progression bei einem gewissen Punkte stille steht; der 
Steuerfuß ist bis zu einer gewissen Höhe progressiv, dann hört die 
Progression auf und der Steuerfuß ist einfach proportional. Dieser 
Steuerfuß wird als degressiver Steuerfuß bezeichnet und sollte 
besser beschränkt, partiell progressiv heißen ?). Es könnte 
von einem gemischten Steuerfuß gesprochen werden, oder von 
einem mit Progression verbundenen proportionalen Steuerfuße, wo- 
bei bis zu einer gewissen Höhe der Steuerfuß progressiv, von da 
ab proportional ist. Die Eigentümlichkeit des degressiven Steuer- 
fußes besteht darin, daß hier jener unliebsame Schein vermieden 
werden soll, als ob es sich um eine Verfolgung der großen KEin- 
kommen handle; der Steuerfuß betont gewissermaßen mehr die 
Erleichterung für die kleinen Einkommen, als die Mehrbelastung 
der großen. Es handelt sich um eine gefällige Form anstatt einer 
odiosen. „Die Kinder, die hören es gerne.“ Formell ist zwischen 
dem progressiven und dem degressiven Steuerfuß vom Stillstande 
der Progression abgesehen, kein Unterschied, denn jeder degressive 
Steuerfuß ist von unten gesehen progressiv und jeder progressive 
Steuerfuß von oben gesehen, degressiv. Aber bei dem degressiven 
') Die Ausdrücke „proportionaler“ und „Progressiver“ Steuerfuß sind ge- 
wiß nicht klar genug. Im Grunde ist ja auch beim proportionalen Steuerfuß 
die Steuerleistung eine zunehmende, progressive, wie auch Seligman bemerkt, 
daß auch der progressive Steuerfuß proportional ist, jedoch in progressiver Pro- 
portion fortschreitend. 
?) Diesen formellen Unterschied wollte wohl Wagner zu einem „prinzi- 
piellen“ steigern, indem er sagt, daß der degressive Steuerfuß eine Treppe mit 
wenig Stufen ist, welche bald ins Stockwerk führt, während der progressive 
Steuerfuß endlos ist. KEr übersieht dabei, daß auch der degressive Steuerfuß, 
wenn er konsequent sein wollte, eine endlose Treppe wäre, in seiner üblichen 
Anwendung aber, bei den großen Einkommen, die Progression aufhört; ebenso 
könnte ja auch der progressive Steuerfuß bei den höheren Einkommensstufen 
aufhören und dann würde er auch bloß aus wenigen Stufen bestehen. 
Földes. Finanzwissenschaft. 2. Aufl. 19
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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