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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

F. II. Abschnitt. Die Kapitalsteuer, Kapitalertragst. u. Kapitalrentensteuer. 413 
obwohl dieselbe auch in der Form der Einkommensteuer verwirk- 
licht werden kann. Die Kapital-, Kapitalrentensteuer ist in der 
Regel nicht die allgemeine Form der Kapitalbesteuerung, sondern 
bloß die Steuer bestimmter Kapitalien, nämlich jener, die selb- 
ständig werbend auftreten und nicht in Verbindung anderer Pro- 
duktionsfaktoren als Unternehmungskapital. Das mit dem Grund- 
stück verbundene Kapital, das in landwirtschaftlichen Betrieben 
investierte Kapital wird in dem Ertrag dieser Betriebe besteuert: 
ebenso das in industriellen und kaufmännischen Unternehmungen 
verwendete Kapital; diese werden durch Erwerbssteuern, durch 
spezielle Unternehmungssteuern (Besteuerung der Aktiengesell- 
schaften, Notenbanksteuer usw.) erfaßt. Die Kapitalrentensteuer 
will den Ertrag jenes Kapitals besteuern, welches selbständig, zu- 
meist als Leihkapital erscheint, in Staatspapieren, in Aktien und 
Prioritäten, in Form von Hypotheken, Kommunaldarlehen usw., also 
hauptsächlich in Wertpapierforderungen in Erscheinung tritt, ferner 
Leibrenten- oder andere Rentengenüsse usw. Diese Besteuerungs- 
form hängt namentlich mit den modernen Erscheinungsformen des 
Kapitals zusammen. Die außerordentlich verschlungenen Wege 
des modernen Kapitals machen die Besteuerung desselben sehr 
schwierig und können einerseits dahin führen, daß das Kapital der 
Besteuerung überhaupt entgeht, andererseits daß dasselbe doppelter 
Besteuerung unterliegt. Denn welches ist wohl der Unterschied 
in der Rente des Kapitals, wenn jemand eine Fabrik mit eigenem 
oder mit fremdem Kapital gründet? Und doch wird im ersten 
Falle das Kapital kaum der Besteuerung unterliegen, da der 
Fabrikant den Kapitalzins als Produktionskosten in Anschlag bringt, 
im zweiten Falle dagegen wird der Fabrikant dieselbe Steuer be- 
zahlen, überdies aber bezahlt der Kapitalist die Rentensteuer. 
Auch damit läßt sich dieser Vorgang nicht erklären, daß hiermit 
die größere Steuerfähigkeit des Kapitals in Anspruch genommen 
wird, denn dies erklärt noch nicht, warum in dem einen Falle die 
Steuerleistung unterbleibt. Die Erklärung ist nur in dem Umstande 
zu finden, daß die Kapitalsteuer außerordentlich schwer durchzu- 
führen ist, weshalb dieselbe nur dort zur Anwendung kommt, wo 
das Kapital als selbständiges Steuerobjekt leicht erkennbar ist. 
Dies ist aber der Fall dort, wo das Kapital nicht durch den Be- 
sitzer selbst, sondern durch eine dritte Person indirekt Verwendung 
findet. Bei dem heutigen Systeme des Verkehrs ist in diesem 
Falle das Vorhandensein des Kapitals leicht zu erkennen. Zu- 
gunsten der Besteuerung dieser Renten läßt sich noch das Moment 
des arbeitslosen Einkommens und die größere Leistungsfähigkeit
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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