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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

F. IV. Abschnitt. Die einmaligen Vermögenssteuern (Vermögensabgaben). 467 
schwere Last der Vermögenssteuer der baldigen Wiederkehr der 
Kriegszeiten einen kräftigen Riegel vorschieben würde. Ricardo’ 
Vorschlag hängt eng mit seinem freihändlerischen Standpunkt zu- 
sammen, da er namentlich die die Handelsfreiheit hemmenden 
Zölle beseitigt sehen wollte !), was aber nur dann geschehen kann, 
wenn eine einmalige Vermögensabgabe es möglich macht, ‚die zur 
Deckung der Kriegskosten eingeführten indirekten Steuern und 
Zölle abzubauen. KEigentümlicherweise kommt Ricardo mit sich 
selbst in Widerspruch; denn im VIII. Kapitel seines Werkes, wo 
er im allgemeinen von den Steuern spricht, erklärt er sich gegen 
jede Besteuerung des Vermögens, des Kapitals, da hierdurch von 
Jahr zu Jahr jener Stock vermindert wird, welcher der Produktion 
und Konsumtion dient. Ja er weist sogar darauf hin, daß der 
Wunsch jedes Individuums, seine materielle Lage zu behaupten, zu 
dem Streben führt, jede Steuer, mag sie auch auf das Vermögen 
gelegt sein, zu einer Einkommensteuer zu gestalten. „Es müßte 
die Politik jeder Regierung sein, dieses Bestreben der Bevölkerung 
zu befördern und niemals solche Steuern einzuführen, die unver- 
meidlich auf das Vermögen (Kapital) fallen.“ Bei der Beurteilung 
des Ricardo’schen Standpunktes ist jedenfalls in Betracht zu 
ziehen, daß die Belastung des englischen Nationaleinkommens durch 
Steuern zur Verzinsung der infolge der Napoleonischen Kriege auf 
über 800 Millionen £ angewachsenen Schuld außerordentlich hoch 
war, etwa ein Viertel bis ein Drittel des Nationaleinkommens in 
Anspruch nahm. "Trotz der hohen Autorität Ricardo’s wurde 
sein Vorschlag nicht angenommen. Er selbst zweifelte an der An- 
nahme desselben mit der Bemerkung, daß kaum so viel Tugend 
und Weisheit zu finden sein wird, die zur Durchführung dieses 
Vorschlages notwendig wären. Aber die schweren Folgen, die 
Ricardo von der Zurückweisung der einmaligen Vermögensabgabe 
befürchtete, sind nicht eingetreten, im Gegenteil nahm England da- 
mals den kolossalen Aufschwung, dem es seine dominierende Stel- 
lung in der Weltwirtschaft zu verdanken hat. Nebenbei soll nur 
bemerkt werden, daß sich so manches gegen die Begründung ein- 
wenden ließ, wie ja schon die Voraussetzung gewagt ist, daß die 
in natura zur Verfügung gestellten Vermögensteile ihre Abnehmer 
finden würden, vorerst insofern, als ja die Abnehmer von Staats- 
papieren zum großen Teil einer anderen Kategorie angehören, als 
diejenigen, die reale Vermögensgegenstände suchen usw. 
') „Our commerce would be extended without being subject to all the 
vexations delays and interruptions which our present artificial system imposes 
upon it“ (Works, S. 546). 
30*
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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