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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

F. V. Abschnitt. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer. 471 
Auf rein fiskalischen Standpunkt stellen sich jene Theorien, welche 
die Erbschaftssteuer damit begründen, daß sie leicht zu tragen ist, 
da sie nur eine mäßige Minderung eines angeblich unerwarteten 
Vermögenszuwachses bedeutet. Rein fiskalisch ist auch die Be- 
gründung, wonach in wohlhabenden Staaten die Erbschaftssteuer 
dem Staate eine ansehnliche Einnahmequelle bietet. Ein Gesichts- 
punkt der Finanzverwaltung ist es, wenn die Erbchaftssteuer damit 
begründet wird, daß sie es ermöglicht, die Fassionen zur Ein- 
kommen- und Vermögenssteuer, sowohl für die Vergangenheit, als 
für die Zukunft, zu kontrollieren. Andere wieder führen an, daß 
der Staat in der Erbschaftssteuer einen Teil des Vermögens des- 
halb in Anspruch nehmen kann, weil aller Vermögens- und Hin- 
kommenserwerb von der wohltätigen Wirkung der staatlichen In- 
stitutionen abhängt. Auch der heiklen Beweisführung begegnen 
wir, daß die Erbschaftssteuer deshalb berechtigt ist, weil manches 
Vermögen und Einkommen sich der Steuer entzieht, der Staat 
nimmt daher aus den durch solche verheimlichte Vermögens- und 
Einkommensteile vergrößerten Erbschaften den ihm gebührenden 
Teil (back-tax-theory). Damit würde aber der Staat gewissermaßen 
jenes fraudulose Vorgehen sanktionieren, da er ja damit die Erb- 
schaftssteuer begründet. Diese Auffassung hinkt aber auch darin, 
daß bei gewissen Steuern Verheimlichung und Hinterziehung un- 
möglich sind, bei den anderen ist es wieder unmöglich festzusetzen, 
in welchem Maße der Staat verkürzt wurde. Manche ‚betrachten 
die Erbschaftssteuer als kapitalisierte Einkommensteuer, welche ein 
für allemal bei Eintritt des Todesfalles gezahlt wird. Andere wieder 
weisen darauf hin, daß die Vermögensbildung, die Ersparnisse nicht 
bloß für das Individuum, nicht bloß für die Familie, sondern auch 
für den Staat, für die Gesellschaft erfolgen. Wieder andere be- 
trachten die Erbschaftssteuer als Ersatz für jene Verzehrungssteuer, 
welche der Erblasser gezahlt hätte, wenn er sein Einkommen nicht 
zur Vermögensbildung, sondern zum Verbrauch benutzt hätte; diese 
Erklärung macht jedoch sehr den Eindruck, als ob die Erbschafts- 
steuer die Strafe wäre für die sparsame, vermögenschaffende Ver- 
wendung des Einkommens, was auch dann nicht gutgeheißen werden 
kann, wenn die Ansicht von einem.solchen Fachmanne, wie Schäffle, 
vertreten wird. Graziani leitet die Notwendigkeit der Erbschafts- 
steuer von der Grenznutzentheorie ab, denn im Sinne der Grenz: 
nutzentheorie nimmt infolge der Erbschaft jeder Teil des Vermögens 
des Erben an Grenzwert ab, weshalb dasselbe mit einer neuen Steuer 
belegt werden muß, damit es dem Staate auch weiterhin soviel Opfer 
bringe wie bisher. Ja er findet in dem Grenzwerte auch die Ur-
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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