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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

n 4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
fabrikation werden auch Surrogate verwendet, welche in dem Maße 
besteuert werden müssen, wie das durch dieselben ersetzte Malz. 
Eventuell kann deren Verwendung untersagt werden. Was endlich 
die Besteuerung des fertigen Produktes betrifft *), so geschieht dies 
in der Form der Faßsteuer, bzw. durch Anbringung von Steuer- 
marken in dem Momente, wo das Bier in mit amtlichem Verschluß 
versehenen Fässern aus der Fabrik expediert wird. Die Besteuerung 
des Fertigproduktes hat den Nachteil, daß hinsichtlich der ver- 
schiedenen Qualitäten kein Unterschied gemacht werden kann, daß 
das nicht in Verkehr gesetzte, zum häuslichen Gebrauch verwendete 
Bier steuerfrei bleibt, daß sie Steuerdefraudationen begünstigt und 
darum strenge Kontrolle und Ahndung (in Amerika auch Freiheits- 
strafe) notwendig macht. 
Von volkswirtschaftlichem Standpunkte ist es namentlich 
wünschenswert, daß auch die kleineren Fabriken prosperieren 
mögen, was mit Rücksicht darauf, daß dieselben in der Regel hin- 
sichtlich der Ausbeutung des Rohstoffes und im allgemeinen hin- 
sichtlich der technischen Vollkommenheit der Produktion im Nach- 
teile sind, durch Begünstigungen, eventuell durch niedrigeren Steuer- 
fuß erreicht werden kann. 
Was die Wirkung der Biersteuer auf Preis und Konsumtion 
betrifft, so bezweifelt Sıchanz, daß der Preis immer im Verhältnis 
zur Steuer sich ändert und Vocke leugnet überhaupt, daß die 
Steuer den Konsumenten im Verhältnis zum Konsum und zur 
Leistungsfähigkeit belastet. Bei Verhandlung des deutschen Bier- 
steuergesetzes im Jahre 1918 wurde von sozialdemokratischer Seite 
bemerkt, daß die Steuer einen Massenmord kleiner Mittelstands- 
existenzen bedeutet und viele Gastwirte zugrunde richtet. Die 
unteren Klassen sind die Biertrinker und der Wein wird immer 
mehr das Getränk der Reichen. 
Die Biersteuer finden wir überall eingeführt. Natürlich hat 
sie die größte Bedeutung in jenen Staaten, wo_das Bier das Volks- 
getränk ist (England, Bayern, einzelne Teile Österreichs), während 
sie wieder weniger Bedeutung hat in jenen Staaten, wo der Wein 
(wie in Frankreich, Spanien, einem Teile Deutschlands, Ungarn usw.) 
oder der Branntwein (Ostpreußen, Galizien, Rußland) das Volks- 
getränk ist. In England ist das Bier geradezu das Nationalgetränk. 
In einer seiner Budgetreden sagte Gladstone: seitdem der Nektar 
aus der Mode gekommen ist, ist das Burtonbier das beste Getränk, 
das erfunden wurde ?). Im Deutschen Reich erfolgt die Besteuerung 
1) Deutsches Biersteuergesetz vom 9. Julill. August 1923. 
2) Buxton, Finance and polities, II, S. 280. 
498
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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