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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

5. Buch. Der Staatskredit. 
auf 769,6 Mill. £ (1918/19); also auf das Dreifache. 'Trotzde 
eilich spielt der Kredit die Hauptrolle. Die Einkommensteuer, 
die im Jahre 1914/15 auf 56,5 Mill. £ veranschlagt war, wurde 
1917/18 auf 225 Mill. £ veranschlagt. In Österreich präliminiert 
das Budget für das Jahr 1918/19 2300 Mill. mehr Einnahmen als 
im letzten Friedensjahre. Es ist also durchaus nicht vollständig 
ausgeschlossen, daß durch Steuern die Einnahmen einen solchen 
uwachs erhalten, welcher mit den größeren Bedürfnissen einiger- 
maßen im Einklang steht. Freilich kann auch der Fall eintreten, 
aß infolge des Krieges die Steuereingänge eine Abnahme erleiden, 
ber auch das kann’nicht als notwendige Folge betrachtet werden, 
da jeder danach streben wird, seine Produktion auf der bisherigen 
öhe zu erhalten. Der Umstand muß aber gewiß im Auge be- 
alten werden, daß die Erhöhung der Steuern einem größeren Wider- 
streben begegnet, als Anlehen, da die letzteren jene in Anspruch 
nehmen, die ihre Kapitalien nutzbringend anlegen wollen. Die be- 
zahlte Steuer betrachtet jeder für sich als verlorenes Gut, den 
erworbenen Anlehentitre als Vermögenszuwachs. Freilich verur- 
sacht auch das Anlehen in Zukunft Kosten, doch ist es eine psycho- 
ogische Wahrheit, daß wir die zukünftigen Lasten momentan nicht 
so sehr fühlen als die gegenwärtigen. Für die Inanspruchnahme 
er Steuerquellen spricht überdies der Umstand, daß hierdurch 
ie Regierung mehr unter die Kontrolle des Volkes kommt. An- 
lehen können auch für solche Kriege aufgenommen werden, die 
nicht populär sind. Aber mit Steuergeldern kann ein Krieg nur 
eführt werden, wenn das Volk denselben billigt. Und da in demo- 
ratischen Zeiten ein Krieg nicht begonnen werden kann, den das 
Volk nicht billigt, so kann der Fall gar nicht vorkommen, daß das 
olk die mit dem Krieg verbundenen Kosten nicht tragen wollte. 
„Das Maß der Steuer bildet die Begeisterung des Volkes“ sagt ein 
Schriftsteller. 
Auf die Frage der Deckung durch Steuern oder Anlehen 
hat natürlich auch der Umstand Einfluß, welche der Quellen bisher 
stärker in Anspruch genommen wurde. Wo die Steuerlast bereits 
eine übermäßige ist, dort wird natürlich der Bedarf eher durch 
lehen zu decken sein. Wo dagegen’ die Staatsschuld bereits eine 
exorbitante Höhe erreicht hat, dort wird die Steuer. bessere Re- 
sultate aufweisen. Wo freilich beide in hohem Maße in Anspruch 
enommen sind, dort wird. die Entscheidung ebenso schwer sein, 
als sie leicht ist in dem Falle, daß keine von beiden übermäßig 
angespannt wurde. Auch muß vor Augen gehalten werden, daß 
viel von der bisherigen Steuer- und Anlehenspolitik abhängt. Eine 
580
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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