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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

5. Buch. Der Staatskredit. 
Das im Juli 1916 in Amerika emittierte französische Anlehen wurde 
durch pfandweise Übergabe von argentinischen, norwegischen, däni- 
schen, schweizerischen, holländischen, brasilianischen, ägyptischen 
Staatspapieren, Suezkanalaktien usw. sichergestellt. Jene Theorie 
es internationalen Rechtes, daß das Vermögen des Einzelnen in 
ie Interessensphäre des Ganzen gehöre, verlieh den Staaten das 
echt, den Interessen ihrer Untertanen eventuell auch durch mili- 
ärische Intervention Geltung zu verschaffen. Dies ist die Ansicht 
bedeutender Völkerrechtslehrer und Staatsmänner. Hieraus ist leicht 
rsichtlich, daß der -Staatskredit auch den Keim internationaler 
wiste in sich birgt und Grund und Vorwand für Einmischung 
und Annexion abgeben kann. Auch staatsrechtliche Konflikte können 
sich aus dem Staatskredit ergeben, wenn in Staatenverbindungen 
teuer- und Finanzwesen nicht auf gleicher Basis beruhen und auf 
dem einen Gebiete die Souveränität des Teilstaates nach anderen 
rinzipien geordnet ist, wie auf dem anderen. Auch insofern birgt 
der internationale Kredit Gefahr, als es immer mehr in Gebrauch 
am, den Schuldnerstaat zu verpflichten, seine industriellen Be- 
stellungen in dem Gläubigerstaat zu machen. Auch im Weltkriege 
haben die Ententestaaten einen großen Teil der gewährten Kredite 
in Munition und Lebensmitteln aufgenommen. Neuestens stellen 
sich die Gläubigerstaaten auf den Standpunkt, daß nur im Interesse 
solcher Staaten Anlehen plaziert werden dürfen, die ihre inter- 
nationalen Schulden (mit England bzw. Amerika) geordnet haben. 
Die internationalen Schulden infolge des Weltkrieges bergen 
eine große Gefahr für den Frieden, zumal Borgerstaaten wie Leiher- 
staaten auf dem Weltmarkte in heftiger Konkurrenz stehen und in 
Amerika es als Absurdität betrachtet wird, daß eben aus dem dort 
ntlehnten Kapital Amerika Konkurrenz gemacht wird *). 
Eine der politischen Folgen des Staatskredits erblicken aber 
manche (Dudley Baxter usw.) darin, daß derselbe die Kon- 
kurrenz unter den einzelnen Staaten ungleich macht, da im wirt- 
schaftlichen Wetteifer jener Staat, dessen Produktion weniger 
durch Staatsschulden belastet ist, den stärker belasteten besiegen 
wird. Baxter war besorgt um die Hegenomie Englands gegenüber 
den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Deutschland, die 
zwei gefährlichsten Konkurrenten, da die Vereinigten Staaten ihre 
Schulden stark amortisieren, Deutschland damals überhaupt nur 
eine geringe Staatsschuld ‚hatte. Unleugbar ist die Staatsschuld 
unter gewissen Umständen eine bedeutende relative Last, die eine 
- ) Crosby, The danger of international Government Loans (The Annals 
May 1920, S. 226). 
586
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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