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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

Bel 5. Buch. Der Staatskredit. 
‚Jede Nation, sagte der Finanzminister der Vereinigten Staaten, 
Macculloch, hat die Pflicht, durch strenge Erfüllung ihrer Ver- 
bindlichkeiten in Friedenszeiten zu sorgen, daß ihr in schwierigen 
Zeiten der Kredit nicht fehle. Als Philipp II. im Jahre 156 
seine Schulden nicht bezahlte, konnte sich der spanische Staats- 
kredit nicht wieder konsolidieren. Auch die Art der Verwendung 
der Anlehen ist wichtig, da unter gleichen Verhältnissen jener Staat 
leichter Kredit bekommen wird, der die Anlehen zu produktiven 
Zwecken verwendet. Befördernd wirkt auf den Staatskredit, wenn 
die Anlehensmodalitäten den Interessen der Kapitalisten und An- 
lagesuchenden in allem entsprechen, namentlich wenn der Verkehr, 
die Übertragung der Schuldtitres erleichtert wird. Alles was die 
bertragung erschwert, so schwerfällige rechtliche Formen, Über- 
ragungsgebühren usw. werden auf den Staatskredit ungünstig zurück- 
wirken. In volkswirtschaftlicher Beziehung kommen namentlich die 
wirtschaftliche Reife des Volkes, dessen strenge wirtschaftliche 
Sitten in Betracht. Große Wichtigkeit besitzt die Lage des Geld- 
marktes. In politischer Beziehung hängt der Staatskredit von 
günstigen politischen Verhältnissen, dem Einvernehmen zwischen 
dem Volk und der Regierung usw. ab. Freilich läßt sich der Ein- 
fluß der politischen Verhältnisse schon viel schwerer berechnen. 
Wir begegnen da manchen Rätseln. So hat in Ungarn in einer 
Zeit, wo das Militär drei Tage hindurch mit der in Aufruhr be- 
indlichen Bevölkerung in den Straßen der Hauptstadt kämpfte, 
während ein skandalöses Finanzereignis bei dem Kreditinstitute der 
Kleingrundbesitzer die Infektion. der Gesellschaft aufdeckte, die 
ronenrente den Parikurs erreicht. Am 30. November 1886, nach 
Publikation eines mit einem Defizit von 70 Millionen abschließenden 
Budgets, welches auf die öffentliche Meinung von erschreckender 
Wirkung war, als ferner der Ausbruch eines verhängnisvollen 
Krieges zwischen Rußland und OÖsterreich-Ungarn nur die Frage 
weniger Tage schien, hat die Papierrente den hohen Kurs von 94,70 
erreicht. Später fiel wohl der Kurs, aber trotz der weiteren Ver- 
schlechterung der finanziellen Lage, trotz.bedeutender Nachtrags- 
kredite, trotz eines eventuellen Bedürfnisses von 52'/, Millionen 
Gulden zur Vorbereitung des Krieges, trotz Schwierigkeiten der 
Anlehenaufnahme, war der Kurs Ende März 1887 wieder 89,85. 
Im Dezember 1921, als der Minister mitteilte, das Defizit betrage, 
nicht wie präliminiert, 6'/,,- sondern 16 Milliarden, beginnt der Kurs 
der Krone sich zu bessern (vielleicht infolge stärkerer Exporte). 
Eine lehrreiche Beleuchtung dessen, wie die politischen Verhält- 
\nisse den Staatskredit beeinflussen, bietet die Geschichte des russischen 
-Q8
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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