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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

4. Buch. Der Staatskredit, 
bewahrt den Staat vor dem Übel eines übertriebenen und unge- 
ordneten Staatskredites. Im Jahre 1830 beträgt die jährliche Last 
der französischen Staatsschuld bloß 164*, Millionen Franc, ein 
Viertel der englischen Staatsschuld. Trotzdem war der Staatskredit 
noch sehr kostspielig; der Emissionskurs des 5prozentigen An- 
lehens schwankte zwischen 52,50—67,60; aber schon im Jahre 1830 
wird ein 4prozentiges Anlehen zu 102,07'/,,.im Jahre 1832 ein 
5 prozentiges zu 98,50 emittiert. Der Staatskredit zeigt unter dem 
Einflusse der politischen Verhältnisse ein stetes Schwanken; nach 
der Julirevolution erlitt der Staatskredit eine mächtige Erschütterung; 
das 5 prozentige Anlehen konnte nur zum Kurse von 84 emittiert 
werden, dagegen wird im Jahre 1870 die 3prozentige zu 86,65 
emittiert. Welcher Fortschritt, wenn vor Augen gehalten wird, 
daß im Jahre 1814 die 5prozentige zu 45 stand! Während der 
Regierung des Bürgerkönigs wurde der Staatskredit nur wenig in 
Anspruch genommen; Ludwig Philipp übernahm eine jährliche 
Last von 164*/, Millionen, hinterließ 1848 eine Last von 177 Millionen; 
die jährliche Last hat also bloß um etwa 1,2 Millionen zugenommen. 
Die Republik hat die Staatsschuld bedeutend vermehrt und 
Napoleon III. übernahm eine jährliche Last von 231 Millionen. 
Das zweite Kaisertum hat den Staatskredit in weitestem Maße ın 
Anspruch genommen, was einerseits die kolossale Steigerung der 
Staatsausgaben im allgemeinen, dann Kriege und bedeutende öffent- 
liche Arbeiten, andererseits die große Scheu dieses Systems vor 
Anspannung der Steuern verursachten, welche während dieser 
Periode eher abnahmen. Als Fehler dieser Periode bezeichnete 
Leroy-Beaulieu den Umstand, daß man sich an den 3 prozentigen 
Typus klammerte, wodurch der Staat gezwungen war, die Anlehen 
zu außerordentlich niedrigem Kurse — 60,50 bis 69,25 Franc — 
zu emittieren. In zwei Fällen wurden Konversionen durchgeführt, 
die wohl die jährliche Last verminderten, aber insoferne eine un- 
richtige Methode befolgten, als dagegen das Schuldkapital erhöht 
wurde. Diese Anlehen waren öffentliche Anlehen, die nach An- 
sicht Leroy-Beaulieus in Frankreich nur ungünstige Resultate 
ergaben. Am Ende des zweiten Kaiserreiches beträgt die jährliche 
Last 360 Millionen Frank. Sie ‘ist also innerhalb 20 Jahren um 
beiläufig 130 Millionen gestiegen. Im Verhältnis zu anderen Staaten 
und im Verhältnis zum Volksreichtum war die Schuld immerhin 
eine mäßige. Hrst der deutsch-französische Krieg verursachte ein 
immenses Anwachsen. Frankreich war jetzt jenes Land in Europa, 
das mit der größten Staatsschuld belastet war. Nach Leroy- 
Beaulieu betrug die Staatsschuld ein Sechstel des Volksvermögens 
598
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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