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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

5. Buch. Der Staatskredit. 
Schuld noch auf die einzelnen Länder, doch wird nicht weiter an 
dem staatlichen Charakter der durch die Fürsten aufgenommenen 
nlehen gezweifelt. Der erste Versuch eines allgemeinen Anlehen 
eschah im Jahre 1643, aber mit geringem Erfolg. Der Zinsfu 
war hoch, 7 Prozent. Doch stieg zuweilen der Zinsfuß auf 25 Pro- 
ent und mehr. Die Anlehen waren teils schwebende, teils konso- 
lidierte. Die Zinsenzahlung geschah sehr unregelmäßig, auch Zinsen- 
eduktionen kamen öfters vor. Gewöhnlich war der Fond bezeichnet, 
aus dem die Rückzahlung zu geschehen hatte. Die Anlehen waren 
gewöhnlich pfandrechtlich gesichert. Im Anfang des 18. Jahr- 
underts wurde im- Interesse des Staatskredits die Wiener Bank 
egründet, welche die Aufgabe hatte, dem Staate Darlehen zu geben 
und welche auch mit der Verwaltung der indirekten Steuern betraut 
war. Die Stadt Wien hatte mit der Bank nur so viel gemein, daß 
sie dieselbe mit ihrem Kredit unterstützte, übrigens war die Bank 
Staatsbank, oder, da sie ja keine Bank in heutigem Sinne war, 
staatliches Kreditvermittlungsinstitut. Die Bank unterstützte den 
Staat mit Vorschüssen und in dieser Beziehung übte sie eine nütz- 
iche Tätigkeit aus. Ebenfalls im Interesse des Staates wurde die 
allgemeine Bankalität im Jahre 1714 gegründet, welcher verschie- 
dene Einnahmen zuflossen, insbesondere Arrhen, deren man vier 
unterschied, die Bankalitätsarrha, die jeder bezahlte, der Bankalist 
erden wollte, die Assignationsarrha, die jeder bezahlte für die pünkt- 
iche Erfüllung der Zahlungen, die Judenarrha, die jeder Jude, 
zahlen mußte, der in Wien sich aufhalten wollte usw. Die Banka- 
ität war teils Zentralstaatskasse, teils Bankinstitut. Aber dieses 
nstitut entsprach nicht den Erwartungen. Auf dem Gebiete des 
Staatskredites treten später die ausländischen Geldmärkte in den 
ordergrund, so im 18. Jahrhundert insbesondere Holland und 
talien. Die Anlehen waren häufig auf die Einnahmen von Bergwerken 
oder auf Kriegskontributionen basiert. Mit England kam Österreich 
namentlich auf Grund politischer Interessen in Kreditverbindung, in- 
folge des bei Gelegenheit des spanischen Erbfolgekrieges geschlosse- 
nen Bündnisses. Zur Zeit Maria Theresias zwang vor allem der 
Siebenjährige Krieg zu größeren Kreditoperationen ; von 260 Millionen 
Gulden Kriegskosten wurden 167 Millionen mittels Anlehen gedeckt, 
ovon ein Teil Zwangsanleihen waren; damals wurden auch Leib- 
rentenanlehen geschlossen, eines auf Grund der ungarischen Staats- 
omänen, ein anderes auf Grund der ungarischen Kriegskontribu- 
jonen usw. Während des Krieges zeigen die Staatstitres eine sehr 
jefe Wertsinkung, aber nach dem Kriege stieg der Kurs infolge 
pünktlicher Tilgung auf 94, ja sogar auf Pari, so daß eine Zinsen- 
500
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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