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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

V. Abschnitt. Die Papiergeldschuld, Inflation und Sanierung. 623 
größer wurde. Alle Verfügungen versagten, es wurden bezahlte 
Agenten ins Land geschickt, die dem Publikum die Ursachen der 
Teuerung erklären sollten, die Blätter wurden unter Aufsicht ge- 
stellt, die Leseräume wurden geschlossen. Überdies wurde eine 
Billigkeitskommission installiert. Man wollte eine Metallanleihe auf- 
nehmen, alles versagte. Das Agio stieg zeitweise auf 1200. End- 
lich erschien am 20. Februar 1811 das Devalvationspatent. Der 
Wert des Papiergeldes wurde auf den fünften Teil reduziert, die 
im Umlauf befindlichen 1060 Millionen Gulden wurden mit 212 
Millionen Einlösungsscheinen eingewechselt. Ganze Klassen ver- 
armten. Bald sank aber auch der Wert der Einlösungsscheine, das 
Disagio betrug im Jahre 1816 : 372. Es folgt die Gründung der 
Nationalbank, die mit der Einlösung des Papiergeldes betraut wurde 
und die trotz großer Schwierigkeiten so viel erreichte, daß im 
Jahre 1847 der Umlauf der alten Banknoten auf 7,8 Millionen sank. 
Mit dem Ausbruch der Revolution, dem Kriege in Italien, mußte 
die Einlösung wieder suspendiert werden, es werden Staatsnoten 
ausgegeben und die Papiergeldwirtschaft kehrt bald zu den früheren 
Zuständen zurück. Die Versuche, der Papiergeldwirtschaft zu ent- 
gehen, vereitelt der italienische Krieg im Jahre 1859 und der 
preußische Krieg im Jahre 1866. Das Agio steigt zeitweilig über 
50 Prozent. 
Die Geschichte dreier Staaten, Rußland, Italien und die Ver- 
einigten Staaten, bietet gleichfalls Daten über die Verwüstungen, 
die das Papiergeld anzurichten vermag. Im großen ganzen ver- 
schont blieben namentlich zwei Staaten, Preußen und England. 
Preußen hat wohl mehrmals Papiergeld emittiert, da sich aber der 
Umlauf in sehr engen Grenzen bewog, so haben sich die schlimmen 
Folgen nicht eingestellt. Auch in England war der Umlauf nicht 
exzessiv, trotzdem haben die nachteiligen Folgen große Unruhe 
verursacht, die dann zur Herstellung des Hartgeldumlaufes führten. 
Wir ersehen aus diesen kurz skizzierten Fällen, welche Ge- 
fahren mit der Inanspruchnahme der Papiergeldschuld verbunden sind. 
Es soll daraus nicht geschlossen werden, daß dies ganz auszu- 
schließen sei. Die Ausgabe von Papiergeld ist eine Kriegsreserve, 
deren Inanspruchnahme nicht ganz zu verwerfen wäre, wenn sich 
dieselbe in mäßigen Grenzen hält; da dies aber nicht leicht mög- 
lich ist, so muß man darauf gefaßt sein, daß die großen Gefahren 
nicht zu vermeiden sind. Wenn freilich andere Mittel nicht zur 
Verfügung stehen und wenn es sich um große Interessen des Staates, 
sagen wir um Sein oder Nichtsein handelt, dann ist natürlich die 
Selbsterhaltung über. alles zu stellen und auch die schlechtesten
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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