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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

“ 5. Buch.‘ Der Staatskredit. 
Mittel sind gut genug. Ist die Selbsterhaltung des Staates gesichert, 
dann folgt, wenn auch unter schweren Leiden ganzer Klassen, ganzer 
Generationen, der Heilungsprozeß. Die papierenen Zahlungsmittel 
werden eingezogen, der konstante Wert des Geldes wiederhergestellt. 
Fehlen hierzu die Mittel, so sind dieselben mittels Metallanlehen, 
sogenannter Valutaanlehen zu beschaffen. 
2. Der Weltkrieg. Geradezu phantastische Dimensionen 
gewann die Papiergeldausgabe im Weltkriege und noch mehr nach 
dem Weltkriege. Die durch den Krieg erschöpften Finanzen, die 
Zerrüttung der bürgerlichen Ordnung, die Stagnation des Erwerbes, 
ließen fast nur die Ausgabe von fiduziären Geldzeichen als Mittel 
zur Deckung der Staatsbedürfnisse übrig. Und so feierte die In- 
flation in allen am Kriege beteiligten Staaten ihre Orgien, selbst 
Frankreich, Großbritannien nicht ausgenommen. Wohl aber am 
wildesten in Rußland, Polen, Österreich, Ungarn und Deutschland. 
Die Preise stiegen ins Unermeßliche. Das Steuerwesen wurde gänz- 
lich zerrüttet*). Ganze Schichten der Bevölkerung, die ihr Ein- 
kommen nicht im Maße der Inflation steigern konnten, fielen dem 
grausamsten Elend anheim. Vergeblich setzte man Preisbestimmungs- 
kommissionen ein, vergeblich setzte man Preiswuchergerichte ein, 
vergebens wurden Preismaxima angewendet, der Hexensabbat der 
Inflation ließ sich nicht meistern. Mit dem fortwährenden Steigen 
der Preise mußte die stete Vermehrung der Geldzeichen parallel 
gehen. Die Staats- und die Privatwirtschaft arbeitete mit astro- 
nomisch riesigen Zahlen. Wiederholt wiederkehrende Krisen er- 
schütterten das ganze Wirtschaftsleben immer von neuem. Die 
Zerrüttung der wirtschaftlichen Moral, die Exzesse des Luxus und 
des Leichtsinns waren Folge. Endlich kam die bessere Einsicht. 
Erst mit der Ordnung des Staatshaushaltes,, mit der Herstellung 
des finanziellen Gleichgewichts, mit der Stillegung der Banknoten- 
presse, mit der sogenannten Sanierung kehrten wieder normalere 
Verhältnisse zurück. 
Der Notenumlauf der Deutschen Reichsbank gibt folgendes 
Bild ?): 
31. Juli 1914 2,9 Milliarden Papiermark 
31. Dezember 1915 6,9 A 
91. N 016 8.1 n 
Bd NE 115 . 
l) Gegen die der Entwertung folgenden Einschrumpfung der Steuer und 
anderer Staatseinnahmen versuchte man die Steuerversicherungsklausel anzuwen- 
den, wonach mit dem Steigen des Agios die Steuer automatisch sich erhöhte, mit 
dem Sinken derselben sich verminderte. 
?) Deutsche Wirtschaft, Währung und Finanzen (Berlin 1924) S. 63. 
524
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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