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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

5. Buch. Der Staatskredit. 
Freilich kommt dem gegenüber wieder in Betracht, daß die Unter- 
lassung der Konversion viele Steuerträger belastet, ferner daß bei 
abnehmendem Kapitalzins das Kapital mit der Abnahme des Ein- 
ommens sich früher, oder später befreunden muß. Die Furcht 
vor Konversion kann Krisen heraufbeschwören, wie dies 1888 in 
London eintrat, als Göschen’s Konversionspläne bekannt wurden, 
was eine sinnlose Spekulation in exotischen Papieren und Papieren 
große Zinsen versprechender Unternehmungen heraufbeschwor. Die 
missionssumme solcher Papiere stieg auf 4 Milliarden Kronen. 
ie Londoner Börse wurde zur Spielhölle und für die sinnlosesten 
rojekte gab es Geld. Auch die mit jeder Konversion verbundenen 
osten kommen in Betracht, namentlich wenn die Konversionen 
häufig wiederholt werden. Darum begegnen wir auch in neuerer 
eit. jenem Vorgange, daß bei der Konversion auch eine gewisse 
Spanne Zeit festgesetzt wird, innerhalb welcher eine neue Kon- 
version nicht durchgeführt werden darf. So wurde bei der durch 
öschen durchgeführten Konversion festgesetzt, daß innerhalb 
20 Jahren eine neue Konversion nicht stattfinden dürfe. ; 
| Die Konversionen zeigen nicht immer ein Gelingen, selbst in 
den reichsten Staaten nicht. So mißlang die im Jahre 1884 von 
der englischen Regierung geplante Konversion. Der Staat bot den 
läubigern an Stelle der 3 prozentigen Titres zum Kurse von 102 
28/, prozentige, bis 1905 nicht kündbare, oder zum Kurse von 108 
21, prozentige Rente. Aber die City gab der liberalen Regierung 
eine abschlägige Antwort, im ganzen wurden 4,6 Millionen Pfund 
gezeichnet von der 2%, prozentigen, 19,2 Millionen von der 2*/, pro- 
entigen; hiervon waren aber 12 Millionen Zeichnungen von 
egierungsstellen. 
Trotz der verhängnisschweren Folgen, die infolge von Konver- 
sionen eintreten können, der Aufwühlung des Geldmarktes und der 
Ruhe des kleinen Kapitals, können diese weiteren Folgen nicht aus- 
schließlich maßgebend sein, nur muß nach Möglichkeit deren Ver- 
eidung angestrebt werden. Hiervon abgesehen, muß jeder Staat, 
wie ja überhaupt jeder Schuldner, danach streben, daß die Schulden- 
ast sich mindere. Der Staat muß also gegebenenfalls die Schuld- 
summe herabzumindern suchen. Wenn die Herabsetzung der Zinsen 
einzelne Interessenkreise nachteilig berührt, so muß dem nach 
Möglichkeit auf verschiedene Weise abgeholfen werden, aber au 
die Konversion selbst darf nicht verzichtet werden. Sofern jedoch 
auch die Interessen der Staatsgläubiger Beachtung finden sollen, 
ist ja die Frage zu beleuchten: Wer ist Gläubiger, wer ist Schuldner? 
jer sind dann folgende Fälle zu unterscheiden: a) Die Staats- 
38
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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