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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1746729937
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-119900
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Edition:
2., neubearbeitete Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
XIV, 683 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Der Staatskredit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

VI. Abschnitt. Reduktion, Konversion und Tilgung der Staatsschulden. 643 
die ja ganz und gar ausgeschlossen ist. Den gegen die Tilgung 
angeführten Argumenten gegenüber ist hiergegen folgendes zu be- 
denken. Die Tilgung kann doch die Lasten des Staates erleichtern 
und eine mäßigere Inanspruchnahme der Steuerquellen ermöglichen. 
Mit der Rückzahlung wird wenigstens ein Teil derjenigen, die bis- 
her vom Rentengenuß lebten, gezwungen, zu einer produktiven 
Tätigkeit überzugehen, wodurch der soziale Friede befördert wird, 
da namentlich diese unproduktiven Rentiers die sozialen Gegen- 
sätze und den Antagonismus provozieren. Doch darf nie vergessen 
werden, daß der Staatskredit so sehr einen notwendigen Bestandteil 
des modernen Staatshaushaltes bildet, da der Staat immer neuen 
und neueren volkswirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben gegen- 
übersteht, welche nur mittels des Staatskredites befriedigt werden 
können, daß die Tilgung der Staatsschuld nie zugleich das gänz- 
liche Erlöschen der Staatsschuld bedeuten wird. 
5. Tilgungssystem. Die Tilgungsanlehen zeigen eine große 
Verschiedenheit; teils sind es Schulden, die nach langer Zeit plan- 
mäßig zurückzuzahlen sind, teils in einem bestimmten kürzeren Zeit- 
punkt zurückzuzahlende, die sich schon sehr dem Typus der kurz- 
fristigen Schulden nähern. Die in kürzerer Zeit zu einem gewissen 
Termin zurückzuzahlenden Schulden haben den Vorteil, daß sie 
bis zu diesem Zeitpunkte dem Staate keine Sorge und Last ver- 
ursachen; dagegen haben sie den Nachteil, daß die Rückzahlung 
gerade auf einen für den Staat ungünstigen Zeitpunkt fallen kann. 
Natürlich kann diese Art der Rückzahlung nur bei Schulden von 
geringem Betrag Anwendung finden. 
Die Regel bilden die innerhalb einer längeren Reihe von Jahren 
planmäßig und ratenweise zurückzuzahlenden Anlehen. Die Methode 
der Rückzahlung ist die nach einem streng mathematischen Plan 
festgesetzte Tilgung, die sich auf mehrere Jahrzehnte verteilt, 30 bis 
70 oder 100 Jahre. Die produktiven Anlehen brauchen nach Leroy- 
Beaulieu vor 75 Jahren nicht zurückgezahlt zu werden. In 
Nordamerika ist die Regel, daß zwei Zeitpunkte festgesetzt werden, 
ein fakultativer und ein obligatorischer; z. B. der fakultative mit 
5 Jahren, der obligatorische mit 20 Jahren; diese Papiere heißen 
auch deshalb die 5—20 er. 
Bezüglich der Tilgungsoperation sind folgende Fälle zu unter- 
scheiden: a) die obligatorische und die freie Tilgung. Unter 
jener ist die nach einem bestimmten Plan zu vollziehende und daher 
obligatorische Tilgung zu verstehen, die freie Tilgung ist jene, die 
den Gläubigern nicht zugesagt, also vertragsmäßig nicht festgesetzt 
ist, welche aber der Staat dann durchführt, wenn dies die Über- 
41*
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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