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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
174739971X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-125215
Document type:
Monograph
Title:
La réforme syndicale en Italie
Place of publication:
Rome
Publisher:
[Verlag nicht ermittelbar]
Year of publication:
1926
Scope:
207 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Rapport de la commission du sénat
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges
  • Title page
  • Contents

Full text

— 62 — 
Infolge des Getreidemangels wurde Pro Kopf der Bevöl 
kerung ein bestimmtes Quantum Mehl und Brot festgesetzt. 
So gibt es in Berlin Pro Kopf wöchentlich 4 Pfund Brot, in 
Westfalen 3y 2 Pfund. Wir sind davon überzeugt, daß diese 
Maßregeln im Interesse der Volksernährung getroffen wurden,, 
erlauben uns aber, darauf aufmerksam zu machen, daß das fest 
gesetzte Gewicht Brot für gutsituierte Leute, die sich noch nahr 
hafte Zukost verschaffen können, reichlich bemessen ist, auch viel 
leicht ausreicht für Arbeiter, die eine leichte Erwerbstätigkeit 
ausüben. Knapp wird die festgesetzte Menge Brot für Arbeiter 
mit starker körperlicher Tätigkeit, aber gänzlich unmöglich ist 
es, daß die Bergarbeiterschaft, die keine Gelegenheit hat, Mittag 
essen zu sich zu nehmen, damit auskommt. Sie müssen mit Ein 
schluß des Weges zur Grube und wieder heim zehn Stunden 
und länger mit dem halben Pfund Brot auskommen. Bei Fa 
brikarbeitern, überhaupt bei Tagesarbeitern, mag und wird der 
Mangel an Brot durch andere Speisen, so durch ein Mittags 
mahl wettgemacht werden, das heißt, wenn die Löhne aus 
reichen, die dazu nötigen Lebensmittel zu beschaffen. In die 
Grube aber kann kein warmes Essen gebracht werden, da ab 
gesehen von dem Kohlenstaub, der Menschen und Orte bedeckt, 
einzelne Arbeitspunkte so weit entfernt sind, daß von einem 
Einschaffen von Mittagessen keine Rede sein kann. 
Wer die Arbeitsverhältnisse aus den großen Zechen kennt, 
muß beistimmen. Die Bergarbeiter waren daher mit der Ver 
ordnung, daß ihnen pro Tag nur ein halbes Pund Brot pro 
Person zustehen soll, hart getroffen. Es ist auch anzunehmen, 
daß, wenn bei der schweren Arbeit in der Grube noch der Hunger 
als Gast einkehrt, die Bergarbeiter notgedrungen im Interesse 
ihrer Gesundheit auf lleberschichten verzichten müßten. Dies 
wäre aber sicher eine nichtgewollte Folge der Brotverordnung. 
Wir erlauben uns nun, Ew. Exzellenz zu ersuchen, dahin 
wirken zu wollen, daß den Bergarbeitern eine größere Gewichts 
menge Brot abgegeben wird. Dies wäre zu bewerkstelligen, 
indem ein entsprechender Vermerk auf der Brotkarte gemacht 
wird oder aber es müßten die Bergarbeiter Gelegenheit er 
halten. ihre Schicht zu unterbrechen, auszuführen und am Tage 
ivarme Speisen zu sich zu nehmen. 
Wir glauben durch die angeführten Gründe Ew.. Exzellenz 
davon überzeugt zu haben, daß Mittel und Wege gesucht werden
	        

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Statistik Der Evangelischen Liebestätigkeit (Halboffene Und Offene Fürsorge) Und Jugendarbeit. Wichern-Verl., 1928.
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