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Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

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Bibliographic data

fullscreen: Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

Monograph

Identifikator:
1748012967
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-186134
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
Place of publication:
Berlin
Year of publication:
1926
Scope:
82 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Kanada
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen
  • Title page
  • Contents
  • I. Schweiz
  • II. Norwegen
  • III. Schweden
  • IV. Kanada
  • V. Vereinigte Staaten von Nordamerika
  • VI. Literatur-Verzeichnis

Full text

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einigten Staaten möchte am liebsten darauf ver— 
zichten, den Weltmarkt auf das hohe Preisniveau zu 
ringen, das hinter den Zollmauern der U. S. A. 
ür industrielle Erzeugnisse besteht und nach ihrer 
Auffassung auch für die landwirtschaftlichen Erzeug— 
aisse erreicht werden muß. Ihr Ziel ist, ihre eigene 
WBeizenerzeugung dem Inlandsbedarf anzupassen, 
leichzeitig zu erreichen, wie das Schlagwort heißt, 
aß der Dollar des Farmers dem Dollar des Indu— 
triellen gleichwertig wird und zu verhüten, daß der 
niedrige Preis, zu dem der Erzeugungsüberschuß 
uuf dem Weltmarkt abgesetzt werden muß, den In— 
andspreis beeinflußt. Anders in Kanada. Von 
dem unter dem Pflug befindlichen Land sind in 
danada zwei Fünftel mit Weizen bestellt. Die 
Weizenernte ist für den kanadischen Farmer „cash 
ropꝰ, das, was ihm Bargeld bringen muß. Von 
der Weizenerzeugung Kanadas gehen 60 bis 70v. H. 
auf den Weltmarkt. Das kanadische Verteilungs— 
ystem ist in erster Linie auf den Ausfuhrhandel 
»ingestellt. Die Höhe des Weltmarktpreises ist 
Lebensfrage für den kanadischen Farmer. Sein 
Ziel muß es sein, die Stetigkeit des Weizenpreises 
auf dem Weltmarkt zu erreichen. Man geht in 
Kanada davon aus, daß das Problem der Preis⸗ 
tabilisierung für Weizen von der Erzeugerseite her 
zelöst werden müsse, da die Nachfrage von der Ver— 
raucherseite eine ziemlich konstante Größe und auch 
iber das Wirtschaftsjahr ziermlich gleichmäßig ver⸗ 
eilt sei. Zutreffend ist jedenfalls, daß das Nuügebot 
von Jahr zu Jahr je nach dem Ausfall der Ernte 
angeheuer schwankt und auch die Neigung hat, 
innerhalb des Wirtschaftsjahres sich auf bestimmte 
Monate zusammenzudrängen. Schon die Ernte— 
nengen Kanadas und der Vereinigten Staaten 
zeigen viel größere Schwankungen ais diejenigen 
der europäischen Länder. Noch größerem Wechsel 
ind die Weizenmengen unterwoctfen, die in den in— 
elnen Jahren aus Argentinien, Australien und 
Indien auf dem Weltmarkt erscheinen. Die Un— 
tegelmäßigkeit der Jahreserträge und die Zu⸗ 
ammendrängung der Hauptwelternten auf wenige 
Monate sind grundlegende Tatsachen in der Preis⸗ 
ꝛewegung des Weizens. Der Unlerschied ist nur: 
Für ein Zuschußland kann die Aufgabe der Preis, 
tabilisierung als eine Frage betrachtet werden, die 
ich auf das durch die Zollmauern eingehegte Gebiet 
heschränkt; für Überschußländer ist die Wetzenvalori— 
sierung notwendig ein weltumspannendes Probosem. 
Die nachfolgende graphische Darstellung, der die 
vom Internationalen landwirtschaftlichen Institut 
deröffentlichten Zahlen zugrunde liegen, zeigt das 
Anwachsen der Anbaufläche für Weizen in Kanada 
zegenüber der verhältnismäßigen Beharrungs— 
endenz in den Vereinigten Staaten, Indien, Austra- 
sien und Argentinien. 
In den Kriegsjahren mußte der nordamerika— 
nische Kontinent fast ausschließlich die Weizenver⸗ 
sorgung der europäischen Länder, foweil sie noch 
nit dem Weltverkehr in Verbindung standen, über— 
nehmen. Rußland, vor dem Krieg an der Welt— 
ersorgung hervorragend beteiligt, war ausgefallen; 
5 
Nr. 2785 
der Schiffsraum war zu kostbar geworden, als daß 
nan ihn für die Heranholung von Getreide auf den 
angen Frachtlinien aus den Ländern der südlichen 
halbkugel, die zudem sich auf die einträglichere 
Fleischlieferung geworfen hatten, hätte einsetzen 
önnen. Dieser Notwendigkeit entsprach die Steige⸗ 
ung der Anbaufläche für Weizen in Kanada und in 
den Vereinigten Staaten insbesondere seit 1917. 
Die Kurve für Kanada zeigt, daß aber doch die 
driegsereignisse in dieser Bezlehung in Kanada nur 
ördernd in eine im Gang befindliche Entwicklung 
ingriffen. Die Steigerung der Anbaufläche folgi 
ort ohne wesentliche Rückschläge der bereits seit Be— 
zinn des Jahrhunderts vorhandenen Tendenz. 
Insbesondere der seit 1921 eingetretene Konjunktur 
ückschlag hat eine weitere Ausdehnung der Anbau— 
läche zwar aufgehalten, aber die Anbaufläche auch 
nicht mehr herunterzudrücken vermocht. In den 
bereinigten Staaten ist dagegen der steile Anstieg 
der Kurve von 1917 bis 1919 keiner Einwirkung 
iatürlicher Entwicklungstendenzen, sondern den 
driegsereignissen zu verdanken. Es wurde Land 
ür den Weizenbau herangezogen, das früher 
inderen Zwecken gedient hatte und, sobald die hohen 
driegspreise für Weizen verschwanden, diefen 
3wecken auch wieder zugeführt worden ist. Es zeigt 
ich deshalb 1920 zunächst ein plötzlicher steiler, sat 
921 ein langsam fortschreitender aber ständiger 
bfall der Anbaufläche. Sie ist 1925 unter den 
5tand von 1914 herabgesunken. Auf die Einzel- 
eiten dieser Erscheinung wird bei der Darstellung 
er in den Vereinigten Staaten in der Nachkriegs 
eit angestrebten Preisstabilisierungs maßnahmen 
iäher einzugehen sein. Es genügt, sich hier auf die 
Feststellung zu beschränken, daß in den Vereinigten 
ztaaten der Landwirt mehr andere Betätigungs— 
aöglichkeiten hat als Weizenbau, und daß die be— 
ondere Art der Einstellung den Farmer der Ver— 
inigten Staaten auch nicht abhält, aus der Land— 
virtschaft zur Industrie überzugehen, wenn ihm die 
ẽrwerbsmöglichkeiten dort günstiger erscheinen. Es 
oll nicht behauptet werden, daß die Einstellung des 
anadischen Farmers zu seinem Beruf eine weseni— 
ich andere sei; aber jedenfalls bot und bietet ihm 
as Land nicht die Möglichkeiten des Wechsels der 
dulturarten und die Industrie Kanadas nicht die 
leichen Unterkommensmöglichkeiten wie die Indu— 
trie der Vereinigten Staalen. Die Bedeutung der 
anadischen Industrie darf allerdings nicht unter— 
chätzt werden. Der Wert der industriellen Erzeugung 
danadas übersteigt bereits den Wert der landwirt 
chaftlichen Ergzeugung des Landes. Der Nettowert 
her landwirtschaftlichen Erzeugung (ohne Waldwirt⸗ 
chhaft und Fischerei) im Jahre 1921 war nach dem 
Tanada Year Book 1092 422 000 Doll., der der 
ndustriellen Erzeugung (ohne Baugewerbe, Berg- 
verksbetrieb und elektrische Krafterzeugung) 
1151970 000 Doll. Das in Kanada in industriellen 
Anternehmungen investierte Kapital stieg von 
247 583 000 Doll. im Jahre 1911 4auf 3 125 772 000 
dollar im Jahre 1922. Dagegen sank bemerkens 
verterweise die Zahl der beschäftigten Personen von 
515 203 im Jahre 1911 nach einem Ansteigen bis
	        

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Denkschrift Über Die in Der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada Und Den Vereinigten Staaten von Nordamerika Getroffenen Maßnahmen Zur Preisstabilisierung Des Getreides Sowie Über Die Dabei Gemachten Erfahrungen. 1926.
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