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Strukturwandlungen der Weltwirtschaft

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Bibliographic data

Object: Strukturwandlungen der Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1758279451
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-136273
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Bernhard http://d-nb.info/gnd/118701657
Title:
Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
58 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • I.
  • II.

Full text

Strukturwandlungen der Weltwirtschaft 
29 
Epigonen insbesondere, aufgenommen wurde. Die spätere Terminologie 
bevorzugte den »Wohlstand«, während das jüngste Zeitalter von »Wohl- 
fahrt« spricht, um so zum Ausdruck zu bringen, daß es nicht auf Reichtum 
oder Wohlstand an sich, sondern vielmehr auf Ausgleich ankomme. Die 
Geschichte der Wohlstandsidee ist zugleich ein wichtiges Kapitel in der 
Geschichte der Sozialökonomik und die Geschichte der Wirtschaftspolitik 
schlechthin. Je nach der Vorstellung, die man sich von den Ursachen 
des Reichtums der Nationen machte, hat sich Raumwirtschaftspolitik in 
bezug auf das Verhältnis der verschiedenen Volkswirtschaften zueinander 
systaltisch oder diastaltisch ausgewirkt. Dies hier im einzelnen 
darzulegen, würde Zeitverschwendung sein. Es darf auch unterstellt 
werden, daß sich die Wohlstandsidee im letzten Viertel des 19. Jahr- 
hunderts wirtschaftspolitisch in den meisten europäischen Ländern und 
in den Vereinigten Staaten in dem Sinne durchgesetzt hat, daß das wahre 
Interesse der Volkswirtschaft in ihrer Entwicklung zur höchstmöglichen 
Selbstgenügsamkeit erblickt wurde. Die hierauf hinzielende »nationale 
Wirtschaftspolitik« hatte schon gegen Ende der Friedenszeit einen gewissen 
Höhepunkt erreicht, ist jedoch erst in der Kriegs- und Nachkriegszeit 
auf die Spitze getrieben worden. Sie stand und steht, wie wohl in keiner 
Zeit vorher, unter dem Zeichen der »Entfaltung aller nationalen Produktiv- 
kräfte«. Nicht zuletzt galt und gilt dies für die Förderung der industri- 
ellen Entwicklung, in der alle Völker offenbar den Weg zur größten 
Glückseligkeit erblicken. Es ist freilich schon hier darauf hinzuweisen, 
daß gerade dieses Zielstreben nicht allein aus wirtschaftlicher Erwägung 
erwächst, sondern in bestimmtem Sinne mit der Staatsidee verknüpft 
ist. Die nationale Wirtschaftspolitik, wie sie heute zumeist begriffen wird, 
erinnert an die Wirtschaftsauffassung im Mittelalter: alles, was in der 
Stadt hergestellt werden kann, soll darin hergestellt werden. Dieser 
Grundsatz enthält heute allerdings einen Widerspruch — der zu- 
gleich die Grenzen seiner Auswirkung zeigt —, insofern als 
ihm stillschweigend der nicht minder ernst genommene Satz zur Seite 
steht: alles, was exportiert werden kann, soll exportiert werden. Es 
gehört zum Wesen dieser »nationalen Wirtschaftspolitik«, daß sie Verhinde- 
rung der Einfuhr und Förderung der Ausfuhr gleicherweise als lebens- 
wichtig für die Nation ansieht und so die Quadratur des Zirkels zu ihrer 
Aufgabe gemacht hat. 
Die auf den Bedeutungswandel im raumwirtschaftlichen Aufbau 
der Welt einwirkende nationale Wirtschaftspolitik hat aber, wie schon 
angedeutet, ihre Wurzeln nicht nur in der Wohlstandsidee, sondern wird 
in dem Grad ihrer Auswirkung recht eigentlich erst durch andere 
sonderraumwirtschaftliche Ideen bestimmt. In denkbarer Kürze soll 
dieser Ideen hier Erwähnung geschehen.
	        

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Strukturwandlungen Der Weltwirtschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1927.
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