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Strukturwandlungen der Weltwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Strukturwandlungen der Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1758279451
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-136273
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Bernhard http://d-nb.info/gnd/118701657
Title:
Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
58 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • I.
  • II.

Full text

56 
Li, 
Bernhard Harms 
m“ 
Blick in die außereuropäische Welt. Dort ist in der Tat Sieg. Aber 
nur in den Vereinigten Staaten. Sonst nirgends auf dieser Erde. Das 
ist der politische Ausgang des Weltkrieges. Wirtschaftlich gesehen, liegt 
es im Augenblick nicht anders. Einen Träumer aber möge man mich 
nennen, wenn sich als falsch herausstellen sollte, was ich in seiner Not- 
wendigkeit wissenschaftlich bereits zu erkennen glaube: daß schon in 
absehbarer Zeit auch die Vereinigten Staaten in der wirtschaftlichen 
Interessensolidarität der Völker und Staaten den Ausweg aus ihrer Lage 
erblicken werden. 
Internationale Interessensolidarität! Fort mit dem Wort, 
soweit es unkontrollierte Gefühle und moralische Postulate einschließt. 
Nicht weil ich es wünschte, sondern weil die Menschen es so wollen. 
Nackt sei der Sinn begriffen: will ich leben, so mußt auch du leben! 
Diese Erkenntnis war bereits Eigentum der Klassiker — bis hin zu 
dem von der Vernunft eingegebenen Satz David Humes: ‚Je”reicher 
unsere Nachbarn, desto besser für uns. Wie unendlich weit haben 
wir uns von dieser Auffassung heute entfernt. Und doch ist sie im 
Kern richtig. Mit Menschen, die nicht zahlungsfähig sind, lohnt kein 
Handel. Die Nutzanwendung auf die Weltwirtschaft ergibt sich von 
selbst. Die These vom Kampf aller gegen alle würde nur dann richtig 
sein, wenn der Nahrungsspielraum auf dieser Erde für die Menschen, 
die sie trägt, zu klein wäre und ein Volk wirklich nur auf Kosten 
des andern zu höheren Daseinsformen gelangen könnte. Kein Irrtum 
ist größer als dieser. »Anbau, Abbau, Ausbauet, um mit Werner 
Sombart zu reden, haben nicht etwa, wie häufig angenommen wird 
und wohl auch Sombart wähnt, um die Wende des 19. Jahrhunderts 
schon ihren Höhepunkt erreicht, sondern stehen in wirklich großem 
Ausmaße erst noch bevor. Es gilt dies gleicherweise für Nahrungs- 
mittel wie für Rohstoffe. Daß es, weltwirtschaftlich betrachtet, inner- 
halb einer Zeit, mit der die heutige Menschheit zu rechnen hat (und 
über die hinaus den Urenkeln das Lächeln ob der Sorge ihrer Vorfahren 
überlassen bleiben möge), an Nahrungsmitteln oder Rohstoffen fehlen 
könne, ist eine unsinnige Vorstellung. Entscheidend wichtig ist hingegen, 
ob die Menschheit es verstehen wird, über vermeintliche oder wirkliche 
sonderraumwirtschaftliche Gegensätze hinweg die wirtschaftlichen Mög- 
lichkeiten auf dieser Erde planmäßig und in gemeinsamer Arbeit aus- 
zunutzen. WUnerläßliche Voraussetzung dafür ist die Einsicht, daß 
es sich hier nicht um ein Verteilungsproblem vom Standpunkte dessen 
handelt, was heute gegeben ist, sondern um Anbau, Abbau und Ausbau in 
einem Umfange, wie er der Welt bisher unbekannt war. Diese Erkenntnis 
kann nicht aus Krämergeist hervorgehen, der ängstlich die Kunden zählt, 
die sich der Konkurrenz zuwenden, sondern muß ihre Wurzeln in der Über-
	        

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Strukturwandlungen Der Weltwirtschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1927.
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