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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der historische Materialismus

Monograph

Identifikator:
175994050X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-137069
Document type:
Monograph
Author:
Gorter, Herman http://d-nb.info/gnd/118718207
Title:
Der historische Materialismus
Edition:
3., bedeutend verm. Ausg.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchh. für Arbeiterliteratur
Year of publication:
1928
Scope:
137 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der historische Materialismus
  • Title page
  • I. Die Aufgabe der Schrift
  • II. Was der historische Materialismus nicht ist
  • III. Inhalt der Lehre
  • IV. Unsere Beispiele
  • V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
  • IV. [i.E. VI.] Schluß

Full text

42 
Wie sind sie zu diesem neuen Gedanken gekommen, zu 
welchem sich weder das klerikale noch das liberale Christen— 
tum hat emporarbeiten können? 
Durch den Kampf gegen den Kapitalismus, der, wie 
wir oben gesehen haben, auf dem Produktionsprozeß be— 
ruht. Die sozialistischen Schriftsteller sind durch den Kampf, 
durch hre Kritik der bestehenden Gesellschaftsordnung ge— 
zwungen worden, den Ursachen des Verbrechens nachzu— 
spuren, und sie haben gefunden, daß sie in der Gesellschaft 
egen. Der Produktiousprozeß, der Klassenkampf hat 
ihnen diese Einsicht aufgenötigt. 
Dieses Bewußtsein dringt allmählich in die Köpfe 
der sozialistisch geschulten Arbeiter ein. 
Wir können im Rahmen dieser Schrift nicht tiefer 
darauf eingehen, aber es zeigt aufs neue, welche Revolu⸗ 
on im Denken sich infolge der veränderten Produktions— 
verhältnisse vollzieht. Denn welcher Unterschied! Vor noch 
nicht langer Zeit glaubte jeder noch an Sündenfall, per— 
sonliche Schuld, freien Willen, an Gottes und der Menschen 
Rache, an Strafe, — jetzt sehen die Sozialisten — aber 
auch nur sie — daß, wenn die „antisoziale Brutstätte des 
Verbrecheus, die kapitalistische Gesellschaft vernichtet und 
jedem der gesellschaftliche Raum für seine wesentliche 
Lebensäußerung gegeben sein wird“, das soziale Ver— 
brechen verschwindet. 
Und als drittes und größtes Beispiel: In der Zeit 
der Umwälzung vom Kapitalismus zum Kommunismus, 
deren Anfang wir jetzt erleben, wird der Kampf ums 
Recht, das heißt um Mein und Dein, ums Eigentum, der 
besihenden und nichtbesitzenden Klassen immer heftiger und 
nimmt endlich die Form des Bürgerkrieges aͤn 
Und in der ersten Zeit, nachdem die Arbeiterklasse den 
Sieg erreicht und den besitzenden Klassen ihren Besitz, ihren 
Boden und hre Produktionsmittel genommen haben wird, 
um sie in den Besitz des proletarischen kommunistischen 
Slaates zu bringen, in jener Zeit, wenn der Reichtum 
jenes Staͤgtes noch klein sein wird, wird jeder Arbeiter 
Lohn nach Arbeit“ bekommen. Jeder wird dann Recht 
auf ein gewisses Quantum Produkten haben, relativ zum 
Quantum Arbeit, das er geleistet hat. Dies ist dann das 
zffentliche Recht. Wenn jedoch, nach kurzer oder langer 
Zeit, die kommunistische Gesellschaft durch ihre Produk— 
onskräfte, durch die Arbeit aller, Ueberfluß hat, empfängt 
jeder nicht mehr nach seiner Arbeit, sondern nach seinem 
Bedürfnis. Das „Recht“ existiert dann eigentlich nicht
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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