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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der historische Materialismus

Monograph

Identifikator:
175994050X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-137069
Document type:
Monograph
Author:
Gorter, Herman http://d-nb.info/gnd/118718207
Title:
Der historische Materialismus
Edition:
3., bedeutend verm. Ausg.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchh. für Arbeiterliteratur
Year of publication:
1928
Scope:
137 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der historische Materialismus
  • Title page
  • I. Die Aufgabe der Schrift
  • II. Was der historische Materialismus nicht ist
  • III. Inhalt der Lehre
  • IV. Unsere Beispiele
  • V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
  • IV. [i.E. VI.] Schluß

Full text

77 
den, hätte jeder nur für sich gelebt, und hätte man nicht die 
Gemeinschaft über sich selbst gestellt, die Gesellschaft wäre 
unter den Angriffen der umgehenden Naturkräfte oder der 
feindlichen Tiere untergegangen. Wenn zum Beispiel in 
einem Rudel zusammenlebender Büffel micht jedes Indi— 
viduum sich für die Gemeinschaft hingibt, indem es stand— 
hält, wenn der Tiger die Herde an dem Punkte anfällt, wo 
es im Kreise seiner Kameraden steht, — wenn jedes Indi⸗ 
viduum zur Rettung seines eigenen Lebens flieht, ohne sich 
um die Gemeinschaft zu kümmern, dann geht diese Gesell— 
schaft zugrunde. Darum ist Selbstaufopferung der erste 
soziale Trieb, der bei einer solchen Tierart entstehen mußte. 
„Dann die Tapferkeit in der Verteidigung der 
gemeinsamen Interessen; die Treue gegen die Gemein— 
schaft; die Unterordnung unter den Willen der Gesamtheit, 
also Gehorsam oder Disziplin; Wahrhaftig— 
ke itt gegen die Gesellschaft, deren Sicherheit man gefähr— 
det oder deren Kräfte man vergeudet, wenn man sie irte— 
führt, etwa durch falsche Signale. Endlich Ehrgeiz, 
die Empfänglichkeit für Lob und Tadel der Gemeinschaft. 
Das alles sind soziale Triebe, die wir schon in tierischen 
Gesellschaften ausgeprägt finden, manche davon oft in 
hohem Maße. 
„Die sozialen Triebe sind aber nichts anderes als die 
erhabensten Tugenden, ihr Inbegriff das Sittengesetz. 
Höchstens fehlt unter ihnen noch die Gerechtigkeitsliebe, 
das ist der Drang nach Gleichheit. Für deren Entwicklung 
ist in den tierischen Gesellschaften freilich kein Platz, weil 
sie nur natürliche, individuelle, nicht aber durch gesellschaft— 
liche Verhältnisse hervorgerufene soziale Ungleichheiten 
kennen.“ Die Gerechtigkeitsliebe, der Drang nach sozialer 
Gleichheit ist deshalb etwas dem Menschen Eigen— 
tümliches.*) 
Das Sittengesetz ist ein Produkt der Tierwelt; es 
lebte schon im Menschen, als er noch ein Herdentier war; 
es ist uralt, denn solange der Mensch ein gesellschaftliches 
) Wir können dem Leser, namentlich wenn er zur arbeitenden 
dlasse gehört, nicht genug die Lektüre von Kautskhs „Ethik und 
materialistische Geschichtsauffassung“ empfehlen, der wir hier vieles 
entleihen. Vie Ethik ist das leßte Bollwerk, hinter welches jene 
Leute, die den Arbeiter mit Hilfe der Religion in Unmündgkeit er— 
halten wollen, sich verschanzen. Wenn man den irdischen Ursprung 
der höchsten sitklichen Gebote durchschaut hat, dann werden vielé 
zeistige Fesseln wegfallen. Auch, wird die Solidarität gestärkt, 
benn man erkennt, daß sie in den ältesten Gefühlen des menschlichen 
Geschlechts wurzell.
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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