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Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik

Monograph

Identifikator:
1761960571
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-144401
Document type:
Monograph
Title:
Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Selbstverl. des Reichsverb. der Dt. Industrie
Year of publication:
1925
Scope:
67 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Begründung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik
  • Title page
  • Contents
  • Vorschläge
  • Begründung

Full text

KXreditbedar} 
der 
Landwirt- 
schaft, 
werden, und die bankmäßige Tätig- 
keit muß aufhören. Die bankmäßige 
Tätigkeit der Sparkassen ist einer 
der hauptsächlichsten Gründe, die 
len Wiederaufbau des Realkredits 
verhindern. Das Wiederaufleber des 
Realkredits ist aber eine der wich: 
igsten Grundlagen für die Gesun- 
lung des inneren Marktes. Der Real: 
zredit für die Landwirtschaft ist die 
Voraussetzung für eine intensive 
ınd stabile Wirtschaft. Er ist eine 
‚ebensfrage für die Landwirtschaft. 
nn erschreckendem Umfange sind 
kleinere landwirtschaftliche Betriebe 
ebenso wie die Besitzer größerer 
Yüter im abgelaufenen Jahr zur Auf- 
ıahme von Wechselkrediten ge: 
zwungen worden. Die kurzfristigen 
Zahlungsverpflichtungen haben die 
derzeitigen zahlreichen Verkaufs: 
ınd Verpachtungsangebote an Gür- 
tern hervorgerufen, Sie sind eine 
‚olkswirtschaftliche Gefahr. Hypo- 
‘heken konnten seitens der Land: 
wirtschaft in den letzten Jahren 
nicht in genügendem Ausmaße auf: 
genommen werden. Vor dem Kriege 
waren Pfandbriefe im Betrage von 
11,5 Milliarden untergebracht, seit 
der Stabilisierung bis zum Septem:- 
ber 1925 nur etwa 620 Millionen 
Mark. Überdies erlaubt der Rück: 
gang der Verkaufspreise und der 
demgemäß verminderte gemeine 
Wert der Güter nicht mehr die Be- 
eihung wie vor dem Kriege, zumal 
lie hohen Zinssätze nicht aus den 
Betrieben herausgewirtschaftet wer: 
den können. Wir konnten gerade in 
diesem Jahr zum ersten Mal seit lan: 
ger Zeit durch einen starken Ver: 
brauch an künstlichem Dünger eine 
erhebliche Zunahme des Ertrages 
an Getreide erzielen, der uns von 
dem Import ausländischen Getreides 
nahezu unabhängig macht. Nichts ist 
ür unsere Handels; und Zahlungs: 
»älanz und für unsere Volksernäh- 
rung wichtiger als die Erhaltung 
einer intensiven Wirtschaft in der 
andwirtschaft. Wir stehen jetzt vor 
ıer Gefahr, daß durch die Vernachs 
issigung der Schaffung ausreichens 
‚en Realkredits große Teile der 
andwirtschaft dem höchst gefähr: 
chen Schlagwort vom Übergang 
ur extensiven Wirtschaft erliegen. 
is würde Jahre dauern, bis der 
'chaden, der dadurch entsteht, wies 
ler gutgemacht werden kann. 
Ein Wiederaufbau des realen Kre- 
lits der Landwirtschaft bringt zu: 
eich auch die Möglichkeit einer 
"örderung des industriellen Kredits. 
'enn hierdurch würden in großem 
/mfange Gelder freigemacht wers 
len, die vom Standpunkt der Geld: 
eber aus für die Kreditanlage in 
ndustrie und Handel eher geeignet 
ınd als für die Anlage in der Land: 
virtschaft. Eine vernünftige Ver- 
vendung der Gelder der Sparkassen 
u billigen. Zinssätzen für den 
‘ealkredit und eine Einschränkung 
er Hergabe von Spargeldern an die 
lommunen und Kommunalverbände 
;t geeignet, in nicht unerheblichem 
Aaße die Schwierigkeiten der lands 
virtschaftlichen Kreditbeschaffung 
‚u beseitigen. Die ganze Dringlich: 
eit des Problems wird durch die in 
ler Einleitung gegebenen Zahlen der 
ebensmitteleinfuhr beleuchtet. 
Besonders vom Auslande erhoffen 
aanche Kreise die Bereitstellung 
angfristiger Kredite. Ihre Aufnahme 
tellt die höchsten Anforderungen 
‚n die wirtschaftliche Voraussicht 
ies Kreditnehmers. Nur wenn sie 
‚roduktiven Zwecken zugeführt 
verden, ist die Rückzahlung des Kas 
‚itals und der Zinsen gesichert. Vers 
‚ögerte Abdeckung der Verpflichs 
ungen an das Ausland hätte auf die 
Zereitwilligkeit der ausländischen 
Sreditgeber zu weiteren Investitir 
men in Deutschland bedenklichsten 
Binfluß, 
Zu Importzwecken sollten ausläns 
Jische Kredite im wesentlichen nur 
iuslands- 
kredite. 
m
	        

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Deutsche Wirtschafts- Und Finanzpolitik. Selbstverl. des Reichsverb. der Dt. Industrie, 1925.
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