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Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Bibliographic data

fullscreen: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

Monograph

Identifikator:
1762973367
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-142339
Document type:
Monograph
Title:
Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie
Place of publication:
Berlin
Publisher:
E. S. Mittler & Sohn
Year of publication:
1928
Scope:
VIII, 513 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Anlagen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
  • Zweiter Abschnitt. Beurteilung der Methode Le Play's

Full text

97 
Familie entsprechenden Beruf zu bringen. Die einen verheiraten sich in der 
Nachbarschaft, die anderen treten in den Staatsdienst oder gehen ins Ausland, 
um dort neue Unternehmungen zu gründen. Die, welche den väterlichen Herd 
verlassen müssen, die besonders, welche, mit außerordentlichen Fähigkeiten be 
gabt, frei in der Wahl ihres Berufes und frei von den Lasten sind, die die Er 
haltung des Besitzes dem Erben auferlegt, erlangen oft eine viel höhere Stellung 
als dieser letztere. Sie unterstützen bei ihren Unternehmungen die Liebe und 
die Autorität des Vaters, der für das Glück aller seiner Kinder verantwortlich 
ist, oder in anderen Worten: die aufgeklärteste, uneigennützigste, gerechteste 
und am wenigsten bestechliche aller sozialen Mächte. Endlich bieten sie als 
Garantie den guten Ruf der Vorfahren und den Teil, den ihnen das Stamm 
haus von der Familienehre und Familientugend mitgibt. 
Demgegenüber hat der Anerbe eigentlich nur Pflichten: 
Wenn das Gut unversehrt erhalten bleibt, so geschieht das nicht zum 
persönlichen Vorteil der Erben, sondern zum Besten des Geschlechts, dem er 
angehört und zur Sicherung der kommenden Geschlechter. Jede realisierbare 
Ersparnis ist für die Ausstattung der Brüder und Schwestern bestimmt. Die 
Gewohnheit verpflichtet ihn, diejenigen, die ehelos bleiben, bei sich zu behalten. 
Wenn irgendeiner von ihnen bei seinen Unternehmungen gescheitert ist, schuldet 
er ihm Beistand und im Bedürfnisfalle ein Asyl am väterlichen Herd. Er über 
nimmt auch den Schutz und die Vormundschaft über die verwaisten Geschwister 
kinder. Auf ihm liegen alle Abgaben des Gemeinwesens, denn Arbeiter und 
Tagelöhner sind davon frei. Er allein muß alle Schulden, die durch den Erb 
gang entstehen, abtragen. Solche Dienste rufen in den Herzen eine tiefe und 
allgemeine Anhänglichkeit an die Familie und ihren ersten Repräsentanten 
hervor. . . . 
Diese Darstellung ist einseitig. Im allgemeinen ist man immer 
der Ansicht gewesen, daß das Anerbenrecht in früherer Zeit (jetzt 
hat sich das ja oft geändert) eine starke Bevorzugung eines Kindes 
auf Kosten der anderen mit sich brachte, daß es aber aus sozialen 
Gründen vorzuziehen sei. Für Le Play dagegen ist das Anerben 
recht eine Institution, die für alle Teile in der besten Weise sorgt. 
Das ist doch nur mit Einschränkung richtig. Gewiß, kranke Ge 
schwister hatten auf dem Bauernhöfe eine Zuflucht; aber besser als 
Gesinde wurden sie meist nicht gehalten. Die Gesunden mußten den 
Hof verlassen, wenn sie der Anerbe nicht beschäftigen konnte; für 
ihr Fortkommen wurde oft nicht so gut gesorgt, wie Le Play es 
darstellt. Meist wurden sie in der Landwirtschaft groß, im Dienste 
des Bruders oder anderer Landwirte, wenn es ihnen nicht gelang, 
sich dort anzukaufen, wo der Boden billig war. Der Zusammenhang 
zwischen der Familie ist bei diesem System naturgemäß stärker als 
sonst, weil der Hof als äußeres und inneres Band die einzelnen zu 
sammenhält. Ob die Geschwister aber den Erben meist derart lieben 
7*
	        

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Citation recommendation

Die Selbstkosten-Berechnung Industrieller Betriebe. J. D.Sauerländers Verlag, 1921.
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