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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

Object: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
1764228618
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-143224
Document type:
Monograph
Title:
Führer durch die Wirtschaft der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Handelsvertret. der UdSSR in Deutschland
Year of publication:
[1926]
Scope:
215 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VIII. Konsulate und Ein- und Ausreiseformalitäten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
69 
Aktivposten der französischen Zahlungsbilanz werden von Monat zu 
Monat nicht voller und größer, sondern geringer und können dem stei 
genden Passivum auch nicht im entferntesten das Gleichgewicht halten. 
Die Zahlungsbilanz Frankreichs wird stark passiv, aus dem Gläubiger 
staat wird ein Schuldnerstaat, der bei längerer Dauer dieser Entwicklung 
lange in diesem Stadium verbleiben oder noch tiefer fallen wird. 
Langsam begann, wie bereits ausgeführt, der Wertmesser der fran 
zösischen Kaufkraft, der Franken, seine Geltung zu verlieren, um später 
katastrophal zu stürzen. Die hohe Bedeutung einer vollwertigen und 
stabilen Valuta für das Wirtschaftsleben trieb die leitenden Organe 
sofort dazu, Gegenmaßregeln zur Stützung anzuwenden. Wie sollte 
aber der Gegenwert für die importierten Waren geleistet werden? Die 
Volkswirtschaftslehre stellt hierfür die Regel auf: Ware ist mit Ware 
zu bezahlen. Das durch den Krieg empfindlich gestörte Wirtschafts 
leben Frankreichs, sowie die reine Verbrauchswirtschaft des Krieges, 
vermögen aber das Äquivalent Ware nicht zu liefern. Die realen Güter, 
die Frankreich im Auslande besitzt, seien es Warenbestände, überseeische 
Forderungen an Zinsen — so weit hier die europäischen und außereuro 
päischen Moratorien keine Hindernisse in den Weg legten — und son 
stigen im internationalen Zahlungsverkehr brauchbaren Güter reichten 
nicht aus, um den Import zu decken, oder waren bald verbraucht. Es 
blieb also für Frankreich nur ein Weg, der die Regel: Ware gegen Ware 
zu ersetzen geeignet ist, und der durch seine ausnahmsweise Anwendung 
gerade zur Regel geworden ist. An Stelle der sofortigen effektiven Leistung 
tritt der Kredit als erste Gegenleistung. 
England und die Vereinigten Staaten von Amerika wurden für 
ihre Güterübertragungen zunächst mit den neuen französischen Schatz 
anweisungen, den „National-Verteidigungswechseln“ und „National- 
Verteidigungsobligationen“ bezahlt. Die englischen und amerikanischen 
Lieferanten zogen aber bald eine Grenze, bis zu der sie die neuen Schatz 
wechsel und Obligationen in Zahlung nehmen wollten. Nach Ribots 
Mitteilungen in der Kammersitzung vom 8. Mai 1915 haben England 
und die Union im ganzen für 502 Mill. Frcs. Wechsel und Obligationen 
der nationalen Verteidigung aufgenommen und bis zum 31. Oktober 
1915 waren nach einer neuen Angabe (Kammersitzung vom 26. No 
vember 1915) insgesamt 1x65 Mill. Frcs. aufgenommen. Namentlich 
sträubten sich die Portefeuilles der amerikanischen Banken, die hin 
reichend mit ihnen gesättigt zu sein schienen. Auf der Grundlage von 
Schatzwechseln waren also nach kurzer Zeit wenig Kredite mehr zu 
erlangen, und Blankokredite wollte man nicht eröffnen. Nach Berichten 
der periodischen Presse sollen nur im September 1914 in London 50 Mill. 
Frcs., im November 1914 in New York 50 Mill. Frcs. ungedeckte Bank 
kredite eingeräurat worden sein. Seither sind weitere zuverlässige Nach 
richten nicht zu verbuchen. 
Im Verlaufe von 7 Monaten haben die beiden kapitalkräftigen 
Staaten, England und Amerika, nur für 663 Mill. Frcs. Schatzwechsel
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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