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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1764912950
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-143253
Document type:
Monograph
Author:
Otto, Berthold http://d-nb.info/gnd/11873878X
Title:
Weltwirtschaftsleere und Weltwirtschaft
Place of publication:
Berlin-Lichterfelde
Publisher:
Verlag des Hauslehrers
Year of publication:
1928
Scope:
48 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fehlleitung der Tätigkeiten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

Hige, SGeburtenrüdgang und Sozialreform 
fungen bis zu 29,2 auf je 1000 erhöht.!) Die Kriegsverwaltung hat alles eingefeßt, um 
die Ausdehnung der Erkrankungen einzudämmen. Insbefondere ift dafür geforat, 
baß alle Gefchlechtsfranken fofort fachärztlicher Behandlung zugeführt und nicht eher 
aus ihr entlaffen werden, bis die Anftedungsgefahr, foweit möglich, befeitigt ift. Zu- 
glei) ift vorgefehen, daß dıe Fürjorge auch nach Nüdtkehr in die Heimat fi fort 
"ebt (fiehe unten „Bekämpfung der Sefchlechtstrankfheiten“). 
HILL Neumalthufianismus. — Präventivtechnik 
Zhom. Rob. Malthus (17661834), zunächit Pfarrer, dann Profeffor 
der Geldhichte und Nationalökonomie in Schottland, hat als erfter in feiner 
Schrift: Essay on the Principle of Population (1798) mit Nachdruck auf 
die wirtfchaftlichen Gefahren der Bolfzvermehrung hingewiefen. Er itellte 
das „Gejes“ auf, daß, während die Bevölterung die Tendenz habe, ich 
in geometrijdher Progreijfion (2, 4, 8, 16) zu vermehren, die Steigerung 
der Nahrungsmittelproduktion nur arithmetijd (2, 4, 6, 8) erfolge. Der 
Ausgleich fei nur durch Not, Elend, Krieg, Proftitution, Kindesmord oder 
aber dur) jpäte Chefhließung und Enthaltung ufw. (moral restraint 
möglich. Diefe Anjchamumng hat fait in der ganzen nationalöfonomifchen 
Wiflenfhaft Aufnahme gefunden und fo eine ftarfe Strömung gegen 
eine „proletariidje“ Boltzvermehrung ausgelölt. So kam e3, daß Jelbit 
ernite, mohlgefinnte Münner, wie Rümelin, Schönberg u. a., von einer 
„unfittliden“ Vermehrung der Kinderzahl insbefondere in unfern Ar- 
beiterfamilien redeten, und der bekannte Pbhilofoph Sulius v. Kirchnanı: 
Jich Telbit durch die Beftrafung der Amtsentfekung (als Vizepräfident des 
Mppellationsgerichts in Ratibor) nicht abhalten ließ, die Belchränkung der 
Sinderzahl als den einzig richtigen Weg der Rettung aus Not und Niedrig- 
feit zu empfehlen.”) Eine jpeziellere MANusgeftaltung jand diefes Malthusiche 
„Bevölterungsgefjeß“ in dem fogenanuten „ehernen Lo Hngefe 8“, 
das zuerft von Ricardo aufgeftellt, vor allem von Lafalle agitatorijdh aus- 
genußt wurde. Er formulierte e& dahin, daß „der durchjOnittliche Arbeits- 
(odn immer auf den notwendigen Lebensunterhalt reduziert bleibt, der 
in einem Bolfe gewohnheitsmäßig zur Friltung der Erijtenz und zur Fort- 
pflanzung erforderlich it“. 
„Dies it der Punkt,“ {o führt er aus, „um melden der wirkliche Tagelohn in Pendel- 
[Öwingungen jederzeit herumgravitiert, ohne fich jemal® Jange weder über denfelben 
erheben noch unter denfelben herunterfallen zu fönnen.“ Denn im erftern Falle „ent- 
fände durch die leichtere, beffere Lage der Arbeiter eine Vermehrung der Arbeiter. 
bevölferung und fomit des Angebot? von Händen, welde den Arbeitslohn wieder auf 
und unter feinen {rühern Stand hHerabdrüden würde“. Sm zweiten Falle (daß der Lohn 
unter ben notwendigen Lebensunterhalt herabfinkt) entftänden Auswanderung, Che- 
fofigteit, Enthaltung von $tindererzeugung und endlich eine durch Elend erzeugte 
Verminderung der Arbeiterzahl, melde fomit das Angebot von Arbeitshänden ver. 
ringerte und den Arbeitslohn wieder zu [einem frühern höhern Stande zurüdbringen 
würde, 
1 Saufmann 18. " olt 5‘ 
‚6
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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