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Amerikas internationale Kapitalwanderungen

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikas internationale Kapitalwanderungen

Monograph

Identifikator:
1768047243
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-174903
Document type:
Monograph
Author:
Reibnitz, Kurt von http://d-nb.info/gnd/116394234
Title:
Amerikas internationale Kapitalwanderungen
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
de Gruyter
Year of publication:
1926
Scope:
VIII, 123 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Abschnitt. Die Kapitaleinfuhr bis zum Weltkrieg
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikas internationale Kapitalwanderungen
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Allgemeines über den internationalen Effektenkapitalismus
  • Erster Abschnitt. Die Kapitaleinfuhr bis zum Weltkrieg
  • Zweiter Abschnitt. Die Kapitalausfuhr bis zum Weltkriege
  • Schluß. Die Zukunft des internationalen Effektenkapitalismus der Vereinigten Staaten

Full text

39 
weniger als 1869 davon besaßen. Ende 1872 wurde Amerikas 
Effektenschuld an England nur noch auf 125 Millionen Dollar 
geschätzt, 85 Millionen davon waren Staats- und Kommunal- 
anleihen, sowie Eisenbahnbonds, 40 Millionen Eisenbahn- 
aktien. Anfang 1873 mißglückte sogar die Unterbringung 
von 300 Millionen Dollar fünfprozentiger Staatsanleihe der 
Union in London. 
Inzwischen waren soviel neue Eisenbahnlinien in der 
Union in Angriff genommen worden, daß ihre Fertigstel- 
lung und Inbetriebnahme mindestens 900—1000 Millionen 
Dollar erforderte. Sie zu beschaffen stieß auf Schwierig- 
keiten, da die Erträgnisse der schon vollendeten Linien 
weit hinter den Erwartungen zurückblieben, und es in 
Europa trotz der vorteilhaftesten Bedingungen schon 1872 
unmöglich war, amerikanische Eisenbahnobligationen abzu- 
setzen. Dasselbe galt für den heimischen Kapitalmarkt, 
trotzdem zahlreiche Gesellschaften, denen Bankkredite 
nicht mehr gewährt wurden, auf ihren Erlös zur Fort- 
setzung ihrer Arbeiten und Zahlung ihrer Obligationenzinsen 
angewiesen waren, Die Folge war, daß verschiedene kleine 
Gesellschaften die Zahlung ihrer Obligationenzinsen ein- 
stellen mußten. Das erweckte neues Mißtrauen und zwang 
die Bankhäuser, die die großen Eisenbahngesellschaften fi- 
nanzierten, sich die für den Betrieb, bzw. den Weiterbau 
nötigen Mittel durch Finanzwechsel und Lombardierung von 
Eisenbahneffekten zu verschaffen. Hierdurch wurden dem 
Geldmarkt soviel flüssige Mittel entzogen, daß tägliches 
Geld sowohl im September 1872, als auch im März 1873 
auf 180 % stieg. Schon im Frühjahr 1873 glaubte man, daß 
sich neue Kapitalien nicht mehr beschaffen lassen würden, 
und eine Krisis unvermeidlich wäre, Indessen schöpfte 
man neue Hoffnung als die Wiener Börsenpanik vom 9. Mai 
1873, die den plötzlichen Verkauf von 100 Millionen Dollar 
amerikanischer Effekten bewirkte, die New Yorker Börse 
nur wenig beeinflußte, und es im Juni einigen Eisenbahn- 
gesellschaften gelang, sich durch den Verkauf ihrer bonds 
an europäischen Börsen neue Mittel zu verschaffen. Erst 
als im September, am 8., 13. und 18. verschiedene große 
Bankfirmen, darunter die Firma Jay Cooke & Co., deren 
Inhaber Jay Cooke jahrelang Finanzier der Bundesregierung 
gewesen war, ihre Zahlungen einstellten, brach die Krisis 
aus, Innerhalb von drei Tagen wurden achtundzwanzig Bank- 
firmen, eine Bank und eine Trustgesellschaft und dreiund- 
dreißig broker Bankrott. Dreiundachtzig neugegründete 
Eisenbahngesellschaften mit einem Gesamtkapital von 
250 Millionen Dollar stellten die Zahlungen ihrer Obliga-
	        

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Amerikas Internationale Kapitalwanderungen. de Gruyter, 1926.
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