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Sozialpolitik in Österreich 1919 bis 1923

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Bibliographic data

fullscreen: Sozialpolitik in Österreich 1919 bis 1923

Monograph

Identifikator:
176805004X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-171838
Document type:
Monograph
Author:
Hanusch, Ferdinand http://d-nb.info/gnd/118701460
Fränkel, Richard http://d-nb.info/gnd/1146033133
Title:
Sozialpolitik in Österreich 1919 bis 1923
Place of publication:
Wien
Publisher:
Arbeit u. Wirtschaft, Wiener Volksbuchh. in Komm.
Year of publication:
1923
Scope:
54 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Übersicht über die sozialpolitische Gesetzgebung in Österreich von 1919 bis 1923
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Sozialpolitik in Österreich 1919 bis 1923
  • Title page
  • Referat des Abgeordneten Ferdinand Hanusch auf dem Zweiten österreichischen Gewerkschaftskongreß
  • Übersicht über die sozialpolitische Gesetzgebung in Österreich von 1919 bis 1923

Full text

mehr, als für Streitigkeiten aus dem Dienstverhältnis nicht mehr 
die Polizei, sondern die ordentlichen Gerichte zuständig sind. Dem 
Wunsch der Hausgehilfen nach Errichtung von Einigungsämtern 
wurde leider nicht entsprochen. Nicht unerwähnt soll schließlich die 
Einreihung der Hausgehilfen in die Krankenversicherung und im 
besonderen in die Lohnklassen des Krankenversicherungsgesetzes 
bleiben, wie auch, daß die Gemeinden Linz und Wien auf Grund 
bvon Besprechungen zwischen den zuständigen Organisationen 
spezielle Mindestlohnsätze festgesetzt haben. 
Für Hausgehilfen, die sich zur Verrichtung von land- und 
forstwirtschaftlichen Arbeiten verpflichtet haben, und für häusliche 
Dienstnehmer in Gemeinden mit »weniger als 5000 Einwohnern 
gelten die Bestimmungen der Landarbeiterordnungen. 
7. Landarbeiterrecht. Bis zum Jahre 1921 wurden 
die Dienstverhältnisse der Land- und Forstarbeiter lediglich durch 
die längst veralteten Dienstbotordnungen geregelt, die mit Aus— 
nahme von Steiermark (1895) aus den Jahren 1856 bis 1874 
stammen. Selbst die dadurch geschaffenen Rechte haben in der 
Praxis wenig Bedeutung erlangt. Der Land- und Forstarbeiter 
war so wie der Hausgehilfe beinahe völlig rechtlos. Der Arm des 
Gesetzes erwies sich den Bauern und Gutsherren gegenüber immer 
als zu schwach. Trotz der Entwicklung des Arbeiterrechtes war es 
nicht mögich, dessen Wirksamkeit auch auf diese Berufskategorten 
auszudehnen. Der Gedanke an Sondergesetze lebte auf. Und wieder 
einmal machte sich das Unverständnis der agrarischen Parteien für 
die neue Zeit geltend, die eine Umgestaltung des gesamten Arbeiter— 
rechtes erforderte. Es entstand daher kein gleiches Recht für alle 
Arbeitenden der genannten Berufe innerhalb des Staatsgebietes. 
Die Gesetzgebung wurde vielmehr den einzelnen Ländern überlassen. 
In ziemlich rascher Folge erschienen Landesgesetze zur Regelung 
des Dienstverhältnisses der häuslichen, land- und forstwirtschaft— 
lichen Dienstnehmer, die sogenannten „Landarbeiterordnungen“, 
und zwar für Oberösterreich am 10. März 19021, für Niederöster— 
reich am 22. März 1921, für Kärnten am 1. Juni 1921, für Steier— 
mark am 29. Oktober 1921, für Salzburg am 20. Jänner 1922 und 
für Tirol am 29. Mai 1922. Es fehlt also nur noch die Landarbeiter— 
ordnung für das kleine Land Vorarlberg. 
Was nun die durch diese Gesetze geschaffenen neuen Rechte 
anlangt, muß vor allem die Gewährleistung des Koalitionsrechtes 
hervorgehoben werden sowie die Bestimmung, daß die Ausübung 
staatsbürgerlicher Rechte keinen Entlassungsgrund bilden kann. 
Diese zwei gesetzlichen Maßnahmen beleuchten geradezu blitzartig 
die Verhältnisse, unter denen die Landarbeiter früher zu leiden 
hatten. Die Landarbeiterordnungen lehnen sich im wesentlichen an 
die Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches, der Gewerbe— 
ordnung und des Hausgehilfengesetzes an. sind aber ihrem Inhalt
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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