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Die obligatorische Krankenversicherung

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Bibliographic data

fullscreen: Die obligatorische Krankenversicherung

Monograph

Identifikator:
176840707X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-149526
Document type:
Monograph
Title:
Die obligatorische Krankenversicherung
Place of publication:
Genf
Publisher:
Internationales Arbeitsamt
Year of publication:
1927
Scope:
892 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Allgemeine Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die obligatorische Krankenversicherung
  • Title page
  • Allgemeine Einleitung
  • Erster Teil. Das Anwendungsgebiet
  • Zweiter Teil. Leistungen
  • Dritter Teil. Einnahmequellen und Finanzgebaren
  • Vierter Teil. Die Versicherungsträger
  • Fünfter Teil. Das Streitverfahren, Rechtsverletzungen und Strafen
  • Sechster Teil. Die Krankenversicherung der Ausländer
  • Contents

Full text

ALLGEMEINE EINLEITUNG 
und soziale Einstellung der Regierungen und der parlamenta- 
rischen Mehrheiten. 
Die in den einzelnen Ländern gefundenen Lösungen kommen 
zustande durch ein Kompromiss zwischen den verschiedenen, ein- 
ander entgegenwirkenden Kräften und durch Zweckmässigkeits- 
erwägungen, welche in gewissen Augenblicken eine grössere Rolle 
als die Theorien spielen. 
Mitunter ändert sich die in den Gesetzen festgelegte Lasten- 
verteilung im Laufe der Zeit infolge der Abwälzung. 
Der Arbeiter, von dem das Gesetz den Versicherungsbeitrag 
verlangt, wird, wenn sein Lohn zur Bestreitung seiner Lebens- 
bedürfnisse gerade ausreicht, eine Lohnerhöhung zur Abgeltung 
des Versicherungsbeitrages fordern. Der Erfolg dieser Forderung 
wird von der Grösse des Angebotes an Arbeitskraft auf dem 
Arbeitsmarkt, von der Kampfkraft seiner Gewerkschaft, von der 
wirtschaftlichen Lage seines Betriebes usw. abhängen. Das End- 
ergebnis ist daher überall verschieden und der vom Lohn tatsäch- 
lich erhobene Beitragssatz keineswegs überall gleich. 
Der Arbeitgeber hat das Bestreben, den auf ihn entfallenden Bei- 
fragsteil in die Produktionskosten einzubeziehen und den Betrag 
auf den Verbraucher abzuwälzen. Der Erfolg dieses Strebens ist 
von der wirtschaftlichen Lage des Betriebes, bzw. der Industrie, 
von der Kaufkraft der Verbraucher, vom nationalen und inter- 
nationalen. Wettbewerb, von Zolltarifen usw. abhängig. Auch hier 
ergeben sich also durchaus verschiedene Verhältnisse. 
Der im Staatshaushalt vorzusehende Zuschuss wird nach 
dem in den einzelnen Ländern in Anwendung stehenden Finanz- 
system aufgebracht. Er ruht letzten Endes auf dem Verbraucher, 
auf dem Arbeitslohn, oder auf der Kapitalrente. 
Angesichts der Vielgestaltigkeit der einschlägigen Lösungen in 
den verschiedenen Ländern und des unaufhörlichen Schwankens 
dieser Lösungen infolge wirtschaftlicher Verschiebungen, kann 
man die tatsächlichen Verhältnisse nicht auf eine einfache Formel 
bringen. Fest steht jedoch, dass die Beteiligung des Arbeitgebers 
und des Arbeitnehmers an der Aufbringung des Versicherungs- 
bedarfes als wohlbegründet überall anerkannt ist. Alles in allem 
haben daher Arbeitgeber und Arbeitnehmer tatsächlich den grössten 
Teil der Versicherungslast zu tragen. Die Begründung eines Staats- 
zuschusses wird in dem Masse an Durchschlagskraft gewinnen, in dem 
die Versicherung auf dem Gebiete der Volkshygiene und der Krank- 
heitsverhütung, der Familienhilfe und der Sorge für den Nachwuchs 
tätig wird, weil hieran überall die Allgemeinheit interessiert ist. 
28
	        

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Die Obligatorische Krankenversicherung. Internationales Arbeitsamt, 1927.
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