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Grundfragen der Wirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Grundfragen der Wirtschaft

Monograph

Identifikator:
176951466X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-148498
Document type:
Monograph
Author:
Meesmann, Paul http://d-nb.info/gnd/133600807
Title:
Grundfragen der Wirtschaft
Place of publication:
Mainz
Publisher:
Verl. des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins
Year of publication:
1928
Scope:
140 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundfragen der Wirtschaft
  • Title page

Full text

Die religiösen Sittengesetze haben nur die Pflichten des Einzelnen 
im Auge, die Pflichten gegen sich und gegen seine Nächsten, d. h. 
gegenüber den übrigen einzelnen Meenschen. Die irdische Verant— 
wortung endet auch hier beim Staat. Dessen Erxistenz ist es also, 
die erst dem sittlichen Handeln in der Welt Bedentung und feste 
Grundlage gibt. Daher ist die Selbstbehauptung des Staates für 
ihn selbst das oberste Gesetz. Eine Handlung, die im Privatleben 
als unsittlich gilt, kann, auf den Staat angewendet, in höchstem 
Maße sittlich sein. Ich erinnere nur an einen Krieg, der zur Er— 
haltung von Staat und Volk aufgezwungen wird. Sittengesetze 
sollen gewiß unter Staaten nicht aufgehoben sein, aber hier gilt in 
besonderem Maße die Einschränkung, „wie man sie auffaßt“. Für 
die Richtigkeit der Auffassung kann nur das eigene Volk maßgebend 
sein. Wir haben es ja am eigenen Leibe erfahren, daß Handlungen, 
die wir für in höchstem Mlaße sittlich empfanden, von unseren 
Feinden als unsittlich gebrandmarkt wurden, daß andererseits das 
ganze Verhalten unserer Feinde uns mit sittlicher Empörung erfüllt, 
während sie vorgeben, im Namen der Sittlichkeit zu handeln. Aus 
diesem Grunde hat der Appell an das sogenannte Weltgewissen 
und Weltgericht so wenig Sinn. Schiller hat ganz recht mit seinem 
Ausspruch: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht“. Die Welt— 
geschichte ist aber noch von jeher nach dem Wort Bismarcks nicht 
mit Reden und Parlamentsbeschlüssen, sondern mit Blut und Eisen 
gemacht worden. 
Wenn man die großen Unterschiede in Eigenschaften und Auf— 
fassungen der Völker betonen muß, so bedeutet das nicht Feindschaft 
zwischen den Völkern predigen. Man kann gleichzeitig sehr wohl 
der Eigenart und den Vorzügen anderer Völker Anerkennung zollen, 
und man kann viel, namentlich im Staatsleben, von ihnen lernen. 
Da aber wir Deutsche nur zu sehr geneigt sind, das Trennende 
zwischen den Völkern zu vergessen, so halte ich es für doppelt not⸗ 
—DDDD 
zu betonen, und das sind die Gegensätze. Es liegt auf der Hand, daß 
mit dieser grundsätzlichen Auffassung unvereinbar ist, internationale 
Beziehungen der Gemeinschaft des eigenen Volkes voranzustellen, wie 
dies z. B. die Sozialisten tun, indem sie die Vereinigung des inter⸗ 
nationalen Proletariats gegen die eigene sogenannte Bourgeoisie auf—
	        

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Theoretische Sozialökonomie. Deichert, 1927.
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