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Rationalisierung als Kulturfaktor

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Bibliographic data

fullscreen: Rationalisierung als Kulturfaktor

Monograph

Identifikator:
1771714808
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-153366
Document type:
Monograph
Author:
Rauecker, Bruno http://d-nb.info/gnd/116364661
Title:
Rationalisierung als Kulturfaktor
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Reimar Hobbing
Year of publication:
[1928]
Scope:
182 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Betrachtungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Rationalisierung als Kulturfaktor
  • Title page
  • Contents
  • A. Tatsachen
  • B. Betrachtungen

Full text

140 
——— 
B. Betrachtungen 
wir unter die Lupe nehmen müssen, ehe wir ihn als das erkennen, 
was er ist —, dann würden wir es glauben, daß auch damit einiger 
Verlust verbunden sein mag.“ Was bei Ruskin als „reaktionäre 
Feindschaft“ gegen den sogenannten „Fortschritt der Kultur“ er⸗ 
scheint, ist nichts anderes als die klare Erkenntnis von der grenzen⸗ 
losen Leere und Inhaltlosigkeit einer subjektlosen Kultur, die nur 
noch „entseelte Objektivität“ kennt, mit der sie sich „aus dem eigent⸗ 
lichen Kulturprozeß herausreißt“ *). 
Aus der gleichen Einsicht gegen die kulturell abtraͤglichen Wir⸗ 
kungen der Arbeitsteilung steht auch die Nationalökonomie des 
19. Jahrhunderts der Frage der Arbeitsteilung skeptisch gegenüber, 
und zwar auch dann, wenn sie die Arbeitsteilung als Mittel zur Stei⸗ 
gerung des Volkswohlstandes rühmt. So bekennt z. B. Adam 
Smith, der an einer anderen Stelle seines Werkes über den „Volks⸗ 
wohlstand“ die Arbeitszerlegung als Wurzel der Reichstumsbildung 
nicht genug zu preisen vermag, im 5. Buch (Kapitel 1, 8 2) über die 
abstumpfende Wirkung der Teilarbeit: Ein Mensch, der sein „ganzes 
Leben in der Verrichtung weniger Operationen ausgibt, hat keine 
Gelegenheit, den Verstand zu üben ... er wird gewöhnlich so stumpf 
und unwissend, wie es für ein menschliches Wesen nur denkbar ist. .., 
die Einförmigkeit des wechsellosen Lebens lähmt natürlich auch seine 
geistige Energie überhaupt ... Sie zerstört selbst die Spannkraft 
seines Körpers und macht ihn unfähig, seine Kräfte elastisch und nach⸗ 
haltig außerhalb der Teilarbeit, zu der er dressiert ist, zu verwenden. 
Seine Geschicklichkeit auf seinem besonderen Arbeitsfelde scheint also 
erkauft auf Kosten seiner intellektuellen, sozialen und schöpferischen 
Tugenden.“ Nach ihm hat Werner Sombart, der staͤrkste syn⸗ 
thetische Geist unter den lebenden Nationalökonomen, in seiner 
„Volkswirtschaft“ im 19. Jahrhundert die kulturellen Schäden der 
Arbeitsteilung am schärfsten gesehen und beurteilt: „Die Verrichtung 
M Georg Simmel, Philosophische Kultur, S. 276, Verlag Dr. Werner 
Klinkhardt, Leipzig 1911.
	        

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Rationalisierung Als Kulturfaktor. Verlag von Reimar Hobbing, 1928.
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