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Die baltische Wirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Die baltische Wirtschaft

Monograph

Identifikator:
1775784541
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-156344
Document type:
Monograph
Title:
Die baltische Wirtschaft
Place of publication:
[Danzig]
Year of publication:
1928
Scope:
15 Bl.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die baltische Wirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • Polens Finanzlage im Jahre 1927
  • Polens Eisenhuettenindustrie
  • Die polnischen Staatsgruben in Oberschlesien
  • Die polnische Zuckerindustrie im Jahre 1927
  • Entwicklung des polnischen Kohlenexports ueber See
  • Der Danziger Hafen im Jahre 1927
  • The International Shipbuilding and Engineering Co. Ltd. ( Danziger Werft und Eisenbahnwerkstätten A.-G.), Danzig
  • „Weichsel" Danziger Dampfschiffahrt- und Seebad-Actien-Gesellschaft, Danzig
  • Polens Handelsbeziehungen mir den skandinavischen und baltischen Laendern
  • Die Wirtschaft in den Baltikumlaendern
  • Lettlands Staatsfinanzen
  • Lettlands Aussenhandel und Transit im Jahre 1927 (Januar-Dezember)
  • Die Latvijas Banka im Jahre 1927
  • Estlands Wirtschaft im Jahre 1927 (ein Ueberblick ueber einige bedeutende Wirtschaftszweige)
  • Die Waehrungsreform in Estland
  • Bank Handlowy w Warszawie
  • Polens Schiffahrtswesen
  • Das Flugwesen in Polen
  • Wissenschaft

Full text

L. Hartwie, Poznan 
im Jahre 1928 sind es 70 Jahre ier, seitdem der Gerber- 
meister Carl Hartwig in Poznan, Wassersiraße 16, eine eigene 
(Gerberei gründete. 
Es war am 1. Juli 1836, als Hartwig nach Eintragung der 
Firma in das Handelsregister dem bestehenden Geschäfte den 
Handel mit Brennmaterialien angliederte, wobei er mit den 
aierzu nötigen Fuhrwerken gleichfalls andere Waren befoör- 
derte, Bald gelangte Hartwig zur Erkenntnis, daß die Spedi- 
on fremder Güter sich günstig kalkuliere, weshalb er diesen 
Zweig des Unternshmens weiter ausbaute. 
Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß zu jener Zeit kaum 
20 Jahre seit der Eröffnung der ersten Fisenbahn auf dem Kon- 
inent verfllossen waren, und daß damals Poznan nur von der 
)berschlesien mit Stettin verbindenden Eisenbahnlinie berührt 
wurde, so werden wir verstehen daß der gesamte Warenver- 
cehr des Großherzogtums Poznan sich damals vorwiegend init 
Tilfe von Pferden abwickelte. In den Jahren 1865—90 wur- 
len neue Balmlinien eröffnet, bei deren Bau die Firma Hartwis 
jervoörragenden Anteil nahm und zwar nicht nur als Verfrach- 
zer, sondern auch als Lieferant von Baumaterialien. Infolze 
des Ausbaues des Eisenbahnnetzes und der dadurch bewirkten 
Erleichterung des Verkehrs zwischen d=1 Orten der Produk. 
jon und der Verarbeitung entstanden im Poznan große Jalhr- 
närkte für Schafwolle. Im Jahre 18571 wurden auf dem Jahr- 
narkte in Poznan zirka 20000 Zentner Wolle verkauft: im 
ahre 1877 betrug der Umsatz sogar 60000 Zentner. Beim 
l’ransport und bei der Magazinierung der Wolle nahm die 
Zirma Hartwig hervorragenden Anteil. Im Jahre 1883 wurde 
der Bau der Linie Poznan — Vorun in Angriff genommen, wo- 
je: die Firma bedeutende Materiallieferungen und Transporte 
zu leisten hatte. Wenn wir berücksichtigen, daß damals die 
ıach Srödka führende Warta - Brücke noch aus Holz gebaut 
var und in die Gegend von Glowna und Junikowo einige Lo- 
c<omitiven zu befördern waren, so können wir uns vorstellen, 
velche Schwierigkeiten damals bewältigt werden mißten, um 
liese Transporte olıme Unfall durchzuführeıt. 
Am 18. Oktober 1879 starb der Gründer der Firma; das 
Jnternehmen wurde nun in unveränderter Form durch die 
Nitwe weitergeführt, wobei sie zur Hilfe die Prokurenten 
\ugust Dittrich und Eduard Hampel hatte, die seit 1867 bezw. 
568 ohne Unterbrechung in der Firma arbeiteten. Im Jahre 
855 übernahmen diese beiden Herren das Unternehmen, 
welches damals 18 Pferde und zirka 50 Fuhrwerke verschie- 
lener Art besaß, auf eigene Rechnung, da die Witwe einen 
irumdbesitzer heiratete und Poznan verließ. 
Wie bekannt, wurde Poznan in den Jahren 1888 und ISS9 
Jdurch große Ueberschwemmungen in dem Grade heimgesucht, 
laß das Hochwasser in den niedriger gelegenen Stadtteilen 
ind sogar auf dem Alten Markte die Höhe von zwei Metern 
zrreichte. Diese UVeberschwemmungen verursachten der 
Cirma sehr bedeutende Schäden dadurch, daß sie vanz uner- 
wartet zu nächtlichen Stunde eintraten und die im den Maya- 
zinen untergebrachten Güter sowie Büroeinrichtung, Bücher 
ınd Akten vernichteten. Aus diesem Grunde wurde der Pian 
sefaßt, einen Teil des Unternehmens in die höher gelegenen 
Stadtteile zu verlegen; bei der früheren Colombstraße (yegen- 
wärtig Towarowa) wurden zı diesem Zwecke zirka 10000 qm 
yepachtet und arf «Ciesem Grundstücke Stallungen und ein 
heute noch stehendes Magazin erbaut. 
Die Schleifung der die Stadt uingebenden Befestigungen 
und die damit verbundene Erweiterung, ferner die Errichtung 
des kaiserlichen Schlosses. der Akademie. des Stadttheaters. 
Jes Gebäudes der Kolonisierungskommission sowie anderer 
‘jebäude, endlich der Ausbau der Forts im Umkreise von 
OZNan Irugen Mn bedeutendem Maße zur Hebung der Firma 
Martwig bei, welche an allen diesen Arbeiten yroßen Antch 
nahm. Da die an der Wasserstraße zelegenen Lokalitäten 
licht mehr genügten, wurden auf dem un weitere 10 000 qm 
vergrößerten Grundstücke an der damaligen Colombstraße 
Nr. 15—20 auf der einen, Märkische Straße Y—12 auf der an- 
Jeren Seite, plangemäß neuzeitlich eingerichtete Bürovebäude, 
Stallungen, Wohnhäuser für Arbeiter und Beamte und vor 
len Dingen ausgeichnte Mayazine erbaut. 
Im Jahre 1967 schied Eduard Hampel krankheitshalber als 
"eilhaber aus und seit dieser Zeit blieb August Dittrich allei- 
iger Eigentümer. — Im Jahre 1908 wurd das 50-jährige 
'ubiläum des Bestehens der Firma bereits im neuen Gebäude 
sefeiert. Das Unternehmen besaß damals zirka SO Pferde und 
jeschäftigte 30) Beamte sowie 100 Arbeiter. Die Firma Hartwig 
jefalte sich zu dieser Zeit hauptsächlich mit der Spedition 
md Verirachtung, ferner init dem Handel und der Zufuhr von 
3Zrenn- und Baumaterialien. 
Der Eizentümer der Firma Martwig erhielt in Anerken- 
mung seiner nm die Hebung der Stadt Poznan «rworbenen 
verüjenste, Sowie Tür die Leistungen bei Beförderung der Aus- 
stellungsgüter im Jahre 1911 eine yanze Reihe von Orden und 
Auszeichnungen, August Dittrich starb am 30. März 1927 in 
ZerhÄin. 
Während des Weltkrieges arbuitete die Firma mit allen 
Militärbehörden und besorgte deren Transporte. 
So uHgcIälr sahen die Leistungen der Firma Hartwig bis 
zur Entstehung des vereinigten polnischen Staates aur, Wobei 
jenmierkt werden muß, daß die Firma bis zu dieser Zeit ein 
okales Unternehmen war, welches keinerlei auswärtige Nie- 
erlasrungen besaß. 
In dem coisten Jannartagen des Jahres 1919 wurden die 
/nterhandlungen beendet, welche seit Dezember 1918 mit 
lem damaligen Besitzer August Dittrich zwecks Erwerbung 
les zanzen Unternehmen: geführt worden waren, und mit 
len 1, Januar ging dasselbe bei finanzieller Unterstützung der 
bank Zwiazku Spolck Zarobkowsych mit dem ganzen Leben- 
en und toten Inventar in den Besitz der neu geschaffenen 
\ktiengescilschaft über. Diese yvanze Transaktion hatte zum 
Yheber Boleshaw Weber, der durch den Aufsichtsrat der 
jesellschaft mit der Stelle des einziven Vorstandsmiteliedee 
jetraut Avurde, und welcher dies Amt in unveränderter Form 
Ss heute bekleidet. — Dem Aufsichtsrate gehörten die Herren 
an: Stanistaw Krysiewiez, Voriitzender, Seweryn Samulski, 
telly. Vorsitzender, Jan Leitgeber, Dr. Wladystaw Miecz- 
'owski, Stefan Katamajski. Das Aufsichtsratsinitglied Jan 
‚eitgeber starb im Jahre 1924 und Dr. Wiadysiaw Miecz- 
‚Owski legte sein Mandat nieder, als er Generaldirektor der 
lank Polski in Warszawa wurde. — Gegenwärtig sind Mit- 
lieder des Aufsichtsrates die Herren: Stanistaw Krysiewicz, 
Oorsitzender, Seweryn Samulski, Prälat Stanistaw Adamski, 
'tefan Kafamajski, Wiadystaw Radomski, Ingenieur Jözefat 
"ozielewski, Adolf Stomski. 
Die durch Vereinigung aller ehemaligen Gebietsteile von 
?olen zu einem einheitichen adıninistrativen Ganzen hervor- 
jerufene wirtschaftliche Umwälzung eryab die Notwendigkeit, 
.n anderen Plätzen Polens mit bedeutendem Handel und Ge- 
verbe Zweigniederlassungen zu organisieren. und so wurden 
‚Chlon im Jahre 1919 Filialen in Warszawa, Kraköw, LödZ und 
Danzig gegründet. In den nächsten Jahren entstanden weitere
	        

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