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Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

Monograph

Identifikator:
1776197003
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-171695
Document type:
Monograph
Author:
Zache, Hans http://d-nb.info/gnd/1096768860
Title:
Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Weimann
Year of publication:
[1928]
Scope:
39 S.
Ill.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien
  • Title page
  • Erster Abschnitt. Die Schutzgebiete unter deutscher Verwaltung
  • Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwicklung
  • Dritter Abschnitt. Die Schutzgebiete im Weltkriege
  • Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung
  • Fünfter Abschnitt. Anerkennungen der deutschen Kolonialbetätigung aus Feindesmund
  • Sechster Abschnitt. Stimmen Eingeborener der deutschen Kolonien
  • Ausblick

Full text

Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Maudatsverwaltung 
o sind diese 1928 überholt worden: Einfuhr 
in 1000 *8) — 
—— 
und Schädlingsgefahr und vermindert die Güte 
des Produktes. Neuerdings unterstützt daher die 
Regierung diese Entwicklung nicht mehr. — Auch 
die Kopraͤausfuhr beruht auf Palmen, die noch 
von deutschen Händen ängepflanzt sind. 
Wenn auch Sisal hat nachgepflanzt werden 
müssen, so war die Arbeit nicht schwer, da die 
Hauptarbeit des Rodens zu deuitscher Zeit ge— 
heistet worden war. Das — zeitweise — gewal⸗ 
lige Anschwellen der Produktion reiner Einge⸗ 
doͤrenentätigkeit (Erdnüsse 1922 -24, Getreide 
1919 -24, Sesam und roter Pfeffer 1923 -24) 
erklärt sich daraus, daß die Eingeborenen ihre 
erheblich erhöhten Steuern nicht, wie zu deutscher 
Zeit durch die auf den europäischen Betrieben 
erhaltenen Barlöhne aufbringen konnten, sondern 
genötigt waren, die Produkte ihres Ackerbaus an 
den Markt zu bringen. Deshalb ist sie rückläufig, 
feitdem der Plantagenbau wieder in vollem Be— 
rieb ist. Für die von Viehhaltung lebenden 
Stämme bedeutete die Lieferung von Butterschmalz 
Ghee) dasselbe. 
Die Ergebnisse an Baumwolle sind — ob— 
wohl sich die Ernte seit 1913 mehr als verdoppelt 
hat — doch relativ nur gering, wenn man die 
großen Anstrengungen in Rücksicht zieht, die Jahr 
für Jahr gemacht worden sind. 
Daß Seife ausgeführt wird, ist verdienstlich, 
wenn die Erzeugung entsprechend gestiegen ist. 
Denn zweifellos ist es zum Vorteil des Landes, 
wenn ein möglichst großer Teil der Kopra dort 
selbst verarbeitet wird. Die Fabrik in Tanga 
bestand schon zu deutscher Zeit. Damals aber 
wurde die Erzeugung im Lande verbraucht. Die 
Ausfuhr kann also auch auf dem Sinken der 
Kauftraft der Eingeborenen beruhen. Ebenso ist 
es mit dem Salz aus der ehemals ein deutsches 
Privatunternehmen bildenden Saline Gottorp). 
GHewonnen wurden 1924 4556, 1925 4000, 
1926 3105 t, wovon mehr als die Hälfte aus— 
geführt wurde, Die Einnahmen betrugen 139074 
bei 7379 4 Ausgaben (1928). 
Die Außenhaͤndelswerte denen der Vor⸗ 
kriegs zeit gegenüberzustellen, hat bei dem Anziehen 
aller Preise infolge des Krieges keinen Wert; so 
brachten qB. 20800 13 Sisal 1913 504 000 æ, 
25 022 in 1926 911293 u, Die Ausfuhr betrug 
für die oben angeführten Gegenstände 1925 und 
1926 (in 1000 * 
1. Baumwollwaren 
2. Verzehrungs⸗ 
gegenstände 
3. Baumaterialien 
. Brennöle 
. Tabak 
3. Geistige Getrünk 
7. Maschinen 
3. Eisen⸗Stahl⸗ 
waren 
3. Zigaretten sung 8 31 34 
O. Wein, Bier hin 6) 131 201 243830 
Dazu ist ferner zu bemerken, daß die Einfuhr 
yon Verzehrungsgegenständen nicht nur infokge 
der Abnahme der Zaͤhl der Europäer gesunken ist: 
der Hauptausfall kommt auf die Reiseinfuhr 
ür die Plantagenarbeiter, die zu deutscher Zeit 
175 000 & betrug. Interessant ist, daß halb so 
diel Europäer — seit die Engländer überwiegen 
— mehr geistige Getränke — dem Werte nach — 
erbrauchen (67 000 6) als doppelt so viel Deutsche 
1918 (54000 M). Auch die Tabakeinfuhr ist 
erheblich gestiegen (von 41000 auf 64000 æ), 
rotz der Abnahme der Europäer und Farbigen 
im die Hälfte. Daß Baumaterialien (Eisenbahn), 
Maschinen und Eisenwaren zu deutscher Zeit in teil⸗ 
veise doppeltem Werte eingeführt wurden, spricht für 
sich selbsi. Dagegen erfordert die fortschreitende Auto— 
mobilisierung eine große Einfuhr an Brennblen. 
In 1000 4 betrug der Gesamthandel: 
955 818 
2821349 
oia Io22 1023 1024 102511926 
infuhr .. 3333 
Ausfuhr.. 738 2695 3008 8129 
kransiee 27ĩ1 267 608 135611428 
BesamthandesAασ Soοο 7ο 54017227 7708 
Die Gesamthandelszahlen enthalten den Tran— 
itverkehr nach der Belgischen Kongo-Kolonie, und 
war nicht nur die Einfuhr (Eisenbahn und Schiffs⸗ 
naterial) des östlichen, am Tanganyika gelegenen 
Teiles, sondern auch die erheblichen Ausfuhr⸗ 
nengen Katanga⸗Kupfer). 
Von der Einfuhr kamen 62,2, im Vorjahre 
34,800 aus Großbritannien und seinen Be— 
sitzungen, 9,4 (10,800) aus Deutschland, 8,8 (O0/0) 
auͤs Holland und 7,20/0 aus Japan. 
Dagegen sind auf bergbaulichem Gebiete 
nicht unerhebliche Fortschrifle gemacht. So wurde 
1924 ein starkes Schwemmgoldvorkommen 
im Lupa, einem Bach, der zum Rikwa fließt, festge— 
tellt. Die Ausbeute betrug 1924 6805, 1925 9159, 
m ersten halben Jahr 1926 3037 Unzen im 
Verte von 120381 F. Jetzt scheint Erschöpfung 
ingetreten zu sein. Auch im Muansabezirk 
1924 214, 1928 152 Unzen) und in Sekenke 
1925: 808 Unzen), sowie in Kilimafeza wurde 
1028 
99* 
26 
Sisal. .. Sesam 
Baumwollen. Wachs 
däute u. Felle Butter⸗ 
Kopra.. 610 * schmalz 
Erdnüsse. .1179 Seife .— * 
— 13 
Getreide .1 84 92 I roter Pfeffer 3 o, 
Dasselbe gilt für die Einfuhrwerte, die in 
Mengen nicht angegeben werden. Will man sie 
lroßdem mii den Siffern von 19183 vergleichen,
	        

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Wirtschaftsgeschichte Der Deutschen Kolonien. Weimann, 1928.
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